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Deutsche Geschichte für evangelische Volksschulen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN640619266
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7620410
Title:
Deutsche Geschichte für evangelische Volksschulen
Shelfmark:
HDH-II 8(1,01)L
Author:
Tecklenburg, August
Place of publication:
Hannover [u.a.]
Publisher:
Carl Meyer (Gustav Prior)
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1901
Edition title:
Ausg. für d. Lehrer [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
VI. Die Zeit des dreißigjährigen Krieges
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte für evangelische Volksschulen
  • Binder
  • Advertising
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Die Zeit des Heidentums
  • II. Die Zeit des Kampfes zwischen Heidentum und Christentum
  • III. Die Zeit der Lehensherrschaft
  • IV. Die Zeit des Verfalls der Kaisermacht
  • V. Die Zeit der Reformen
  • VI. Die Zeit des dreißigjährigen Krieges
  • VII. Die Zeit der Fürstenmacht
  • VIII. Die Zeit der Fremdherrschaft
  • IX. Die Zeit des Ringens nach Freiheit und Einheit
  • X. Im neuen Deutschen Reich
  • Zeittafel
  • Advertising
  • Inhaltsübersicht nach Längs- und Querschnitten
  • Binder

Full text

VII. Oie Zeit der Fürstennracht. 
57 
VII. Die Zeit der Lürsteninacht. 
33. Friedrich Wilhelm, 
der große Kurfürst von Brandenburg. 
1640—1688. 
1. Zugend und Regierungsanfang. Im Jahre 1640 wurde 
Friedrich Wilhelm Kurfürst und Herr in Brandenburgs Er war während 
der Kriegsjahre herangewachsen und hatte schon als Knabe der Kriegs¬ 
unruhen wegen Berlin verlassen müssen. In Pommern sah er die Leiche 
seines Oheims, des Schwedenkönigs Gustav Adolf. Das machte auf den 
Zwölfjährigen einen unauslöschlichen Eindruck. Einige Jahre später sandte 
ihn sein Vater zur weiteren Ausbildung nach Holland. Er studierte in 
Leyden und ließ sich im Haag, der Hauptstadt Hollands, in die Regierungs¬ 
und Staatskunst einführen, sah die Macht und den Reichtum des Landes, 
die lachenden Fluren, das rege Leben in den Städten und faßte den 
Vorsatz, dereinst auch seinem Kurfürstentnme aufzuhelfen. Im Haag 
wollten ihn leichtsinnige Edelleute zu einem liederlichen Leben ver- 
sühren. Er aber machte sich los von ihnen, sprach: „Ich weiß, was 
ich meinen Eltern, meinem Lande und meiner Ehre schuldig bin!" 
und ging zu seinem Vetter, dem Prinzen Heinrich von Oranien, ins 
Kriegslager. Dieser klopfte ihm auf die Schulter und sprach: „Vetter, 
ihr habt einen schönen Sieg davongetragen; ihr habt das gethan, ihr 
werdet noch mehr thun." Und so geschah es. Als Friedrich Wilhelm im 
Alter von 20 Jahren die Regierung antrat, fand er ein völlig ver¬ 
armtes und verödetes Land vor. Er verzagte aber nicht, trat seine 
Regierung im Vertrauen auf Gott an und ließ seinem Siegelring den 
Spruch eingraben: „Herr, thue mir kund den Weg, darauf ich gehen 
soll!" Mit den Schweden schloß er vorläufig einen Friedensvertag, so 
daß diese das Land verlassen mußten und Ruhe und Ordnung wieder¬ 
kehrten. — Im westfälischen Frieden erhielt der Kurfürst Hi nt er- 
pommern und die Bistümer Magdeburg, Halberstadt und 
Minden. 
2. Das stehende Heer. Friedrich Wilhelm hatte die Absicht, sein 
Land völlig selbständig zu machen. Zu diesem Zwecke mußte er ein 
Kriegsheer haben, daß nur seinem Befehle gehorchte und stets bereit stand, 
wenn der Kurfürst seiner bedurfte. Ein Söldnerheer war dazu nicht 
geeignet; daher nahm Friedrich Wilhelm die Regimenter, die bereit waren, 
ihm den Eid der Treue zu schwören, auf Lebenszeit im Dienst. Das 
war der Anfang zum stehenden Heere in Preußen; Friedrich Wil¬ 
helms Heer zählte erst nur 3000, später aber 30000 Mann. Waffen 
und Kleider besorgte der Kurfürst so, daß alle, die zu einem Truppen¬ 
teile gehörten, gleichmäßig bewaffnet und gekleidet waren. So entstanden 
die Uniformen. Da nicht genug Freiwillige waren, so mußten Werber 
im Lande umherziehen, um junge Leute für den Kriegsdienst zu ge¬ 
winnen. Die Werber gebrauchten oft List und Gewalt; darum ver¬ 
steckten sich die Burschen in geheime Winkel, wenn sich ein Werber blicken
	        

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Tecklenburg, August. Deutsche Geschichte Für Evangelische Volksschulen. Hannover [u.a.]: Carl Meyer (Gustav Prior), 1901. Print.
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