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Geschichtsbilder zum Gebrauche der Volksschule

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN640773346
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7681389
Title:
Geschichtsbilder zum Gebrauche der Volksschule
Shelfmark:
HCH-II 15(31,1892)
Author:
Müller, M.
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Metzler
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1892
Edition title:
Ausg. für Baden, 31. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
65. Die Reformation
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Geschichtsbilder zum Gebrauche der Volksschule
  • Binder
  • Title page
  • Vorrede zur ersten Auflage
  • Vorrede zur achtzehnten und den folgenden Auflagen
  • Inhalt
  • 12. Lykurgus
  • 19. Romulus
  • 23. Cäsar
  • 31. Chlodwig
  • 42. Friedrich Barbarossa
  • 57. Entdeckung Amerikas
  • 65. Die Reformation
  • 71. Ludwig XIV.
  • 85. Die französische Staatsumwälzung
  • 98. Französisch-deutscher Krieg
  • Binder

Full text

- 64 — 
I. Ä. 1517 n. Chr. 65. Die Reformation. 
Im Verlaufe der Zeit hatten sich manche Mißbräuche in 
die christliche Kirche eingeschlichen. Mehrere Konzilien im 15. Jahr¬ 
hundert versuchten zwar, dieselben abzustellen. Allein es gelang 
ihnen nicht. Darum wurde die Sehnsucht nach einer Verbesse¬ 
rung oder Reformation der Kirche immer allgemeiner. Zur 
Zeit Maximilians schrieb nun der Papst Leo X. einen Ablaß 
aus, um für den Ausbau der Peterskirche in Rom Geld zu er¬ 
halten. Mit dessen Verkündigung wurde in Deutschland der 
Dominikanerorden beauftragt. Dieser sandte eines seiner 
Mitglieder, Namens Johann Tetzel, aus, welcher sich mit 
seinen Genossen bald über ganz Sachsen verbreitete und den 
Ablaß mit großem Eifer predigte. An dem Vorgänge nahmen 
viele Anstoß. Zu ihnen gehörte auch Martin Luther. 
Luther war der Sohn eines Bergmanns zu Eisleben. Er 
studierte Religionswissenschaft und wurde später Professor an der 
Hochschule zu Wittenberg. Hier genoß derselbe wegen seiner großen 
Gelehrsamkeit und unbescholtenen Sittlichkeit hohes Ansehen. Durch 
Tetzels Auftreten veranlaßt, stellte Luther eine Reihe von Lehr¬ 
sätzen (Thesen) auf, die mit der kirchlichen Lehre im Widersprüche 
standen. Bald fand er viele Anhänger. Da sprach der Papst 
nach vergeblichen Verhandlungen den Kirchenbann über ihn aus. 
Allein Luther hatte die Kühnheit, das päpstliche Schreiben öffent¬ 
lich zu verbrennen. 
Hierauf beschied Kaiser Karl V. den Reformator vor einen 
Reichstag nach Worms. Unerschrocken betrat dieser die glänzende 
Versammlung und verteidigte freimütig feine Ansichten. Als er 
deren Widerruf beharrlich verweigerte, verhängte der Kaiser end¬ 
lich die Reichsacht über ihn. Doch Luther hatte bereits mächtige 
Beschützer gefunden. Unter denselben sind besonders die Fürsten 
von Hessen, Sachsen und Preußen zu nennen. Da der 
Kaiser der unseligen Spaltung um jeden Preis Einhalt thun 
wollte, kam es endlich zum offenen Kampfe. Die Anhänger der 
neuen Lehre wurden zwar besiegt. Dessenungeachtet erlangten sie 
unter Mithilfe des Auslandes im Religionsfrieden zu Augs¬ 
burg das Recht freier ReligionsÜbung. Dadurch teilte 
sich die christliche Lehre in ein katholisches und in ein pro¬ 
testantisches Bekenntnis.
	        

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Müller, M. Geschichtsbilder Zum Gebrauche Der Volksschule. Stuttgart: Metzler, 1892. Print.
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