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Bilder aus der Alten und vaterländischen Geschichte

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN646051717
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7777040
Title:
Bilder aus der Alten und vaterländischen Geschichte
Shelfmark:
HD-II 29(105,01)
Author:
Polack, Friedrich
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Hofmann
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1901
Edition title:
105. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
ein Leitfaden für Volks- und Bürgerschulen

Chapter

Title:
A. Bilder aus der alten Geschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Bilder aus der Alten und vaterländischen Geschichte
  • Binder
  • Title page
  • Inhalt
  • A. Bilder aus der alten Geschichte
  • B. Bilder aus der vaterländischen Geschichte
  • 2. Die Völkerwanderung (375-568)
  • 9. Der erste Kreuzzug (1096-1099)
  • 20. Der 30-jährige Krieg (1618-1648)
  • Gedenktage
  • Zeittafel
  • Binder

Full text

A. Milder aus der asten Geschichte. 
1. Ägypten. 
1. Das Land Ägypten liegt im nordöstlichen Afrika und umfaßt das 
lange, schmale Thal des Nilflusses. Im Osten und Westen wird es von 
kahlen Bergen und Sandwüsten eingeschlossen. Das Land ist ein Geschenk 
des Nil, denn ohne ihn würde es ein Teil der großen Wüste sein. Vom 
August bis Oktober überschwemmt der Strom das ganze Thal, so daß die 
Anhöhen mit Dörfern und Städten wie Inseln aus dem Wasser ragen. Wenn 
das Wasser wieder in seine Ufer zurücktritt, hinterläßt es auf dem Lande 
einen fetten, rötlichen Schlamm, in dem das Getreide rasch und üppig wächst. 
Ägypten war darum die Kornkammer des Morgenlandes. 
_ 2. Das Volk bestand aus Kasten oder abgeschlossenen Ständen. Die 
Priester waren reich und gebildet, gingen in weißen Leinengewändern und mit 
geschorenen Häuptern und hatten die größte Macht. Die Krieger waren die 
Beschützer des Landes und wählten aus ihrer Mitte den König oder Pharao. 
Die Ackerbauer waren meist Pächter der Priester und Krieger. Zu den 
Gewerbetreibenden gehörten Künstler, Kaufleute und Handwerker. Der 
Sohn mußte immer das Gewerbe des Vaters betreiben. Die Schiffer be¬ 
fuhren den Nil, um Fische zu fangen und Waren zu befördern. Die Dol¬ 
metscher vermittelten den Verkehr mit den Ausländern. Die Schweine¬ 
hirten galten für unrein und durften keine Tempel betreten. 
3. Die Religion war eine Vergötterung der Naturkräfte. Osiris*) 
war der belebende Sonnengott, Isis die Göttin der Erdsruchtbarkeit. Ein 
Sinnbild des Gottes Osiris war der Stier Apis. Er war schwarz, mit 
einem weißen Dreieck auf der Stirn. Starb er, so herrschte große Trauer, 
weil Osiris zürnte; wurde ein neuer gefunden, so jubelte man im ganzen 
Lande. Den Göttern waren nützliche und schädliche Tiere geweiht, z. B. der 
Ibis, das Ichneumon, das Krokodil und die Katze. Letztere mußte aus einem 
brennenden Hause früher als die Menschen gerettet werden. Die -Ägypter 
glaubten, daß die abgeschiedenen Seelen in allerlei Tierleibern wohnen müßten, 
um endlich nach 3000 Jahren geläutert in den Menschenleib zurückzukehren. 
Dieser Glaube an eine Seelenwanderung trieb sie zur sorgfältigen Er¬ 
haltung der Leichen an. Dieselben wurden einbalsamiert, d. h. mit bal¬ 
samischen Harzen getränkt, mit bemalten Binden umwickelt und in Toten¬ 
kammern beigesetzt, wo sie zu Mumien versteinerten. 
4. Die Baudenkmäler der alten Ägypter sind großartig. Staunen 
erregen noch heute die Ruinen der Tempel und Paläste von dem hundert- 
thorigen Theben in Ober-Ägypten. Vor den Tempeln standen wie Schild¬ 
wachen die Obelisken, d. H. hohe, vierseitige Spitzsäulen aus einem Fels- 
block, und die Sphinxe, das sind riesenhafte Steinbilder mit einem Löwen- 
leibe und einem Menschenkopfe. Die Pyramiden waren ungeheure Toten- 
Häuser der Könige aus Kalk- oder Backsteinen. Die größte, nicht weit von 
Kairo, ist noch 140 m hoch, obwohl der obere Teil fehlt. Das Laby¬ 
rinth hatte 1500 Zimmer unter und 1500 über der Erde. 
5. Die Bildung der alten Ägypter war frühzeitig eine hohe. Aus Byssus 
oder Baumwolle fertigten sie köstliche Gewebe, aus den Häuten der Papyrus- 
*) Die Silbe mit fettgedrucktem Selbstlaut wird betont. Ist kein Selbstlaut 
hervorgehoben, so liegt der Hauptton auf der ersten Silbe.
	        

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