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Für Klasse IV und III (6tes und 7tes Schuljahr) (Teil 3, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN646159275
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4865958
Titel:
Leitfaden für den Geschichts-Unterricht in drei konzentrischen Kreisen
Erscheinungsort:
Halle a.S.
Verlag:
H. Peter
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung

Band

Persistenter Identifier:
PPN646160699
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7794399
Titel:
Altertum und Mittelalter
Signatur:
HD-II 24(1,1894)-3,1
Autor*in:
Schmelzer, A.
Bandzählung:
1
Erscheinungsort:
Halle a.S.
Verlag:
H. Peter
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1894
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für die Oberstufe der Mittelschule, sowie für Real- und Gewerbeschulen, Seminare und Präparanden-Anstalten

Kapitel

Titel:
Das Altertum
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
IV. Römer und Germanen
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für höhere Mädchenschulen
  • Für Klasse IV und III (6tes und 7tes Schuljahr) (Teil 3, [Schülerband])
  • Einband
  • Werbung
  • Titelseite
  • Vorrede zum dritten Teil
  • Inhaltsverzeichnis
  • Alphabetisches Verzeichnis nach dem Namen der Verfasser
  • [Poesie]
  • [Prosa]
  • Einband

Volltext

105 
rammelten die Thore. Bis zum 17. September blieben sie Herren der 
Stadt. Erst das Treffen an der Göhrde, in dem die Lützower einen so 
glänzenden Sieg über die Franzosen erfochten, befreite die Lüneburger 
von den verhaßten Feinden. 
Am meisten hatte Johanna Stegen von ihnen zu fürchten gehabt. 
Wenn sie auch im blutigen Schlachtengetümmel keine Angst empfand, war 
ihr doch der Gedanke, vielleicht meuchlings von den rachedürstigen Feinden 
gemordet zu werden, schrecklich, und sie hielt sich fast immer in ihrer 
Kammer verborgen. Nur wenige Getreue wußten um ihr Versteck, die 
Mutter sagte allen, die nach ihr fragten, daß Johanna Lüneburg verlassen 
und sie keine Nachricht von ihr habe. Ein Schuhmachermeister, der in 
der Nähe wohnte und in das Geheimnis eingeweiht war, hatte Mitleiden 
mit dem jungen Mädchen, das in seiner Einsamkeit ganz verkümmern 
mußte. Da seine Tochter sehr befreundet mit ihr war, machte er den 
Vorschlag, daß Johanna, uni sich zu zerstreuen, einmal einen ganzen Tag 
in seinem Hanse zubrächte. Der Vorschlag fand Anklang. In aller 
Frühe, noch unter dem Schutz der nächtlichen Dunkelheit, schlüpfte Johanna 
in das benachbarte Haus, wo sie mit der herzlichsten Liebe aufgenommen 
wurde. Gegen Mittag stand der Schuster, wie gewöhnlich eine Pfeife 
rauchend, vor seinem Hause, um zu sehen, was auf der Straße vorgehe. 
Kaum hatte er einige Augenblicke gestanden, da bemerkte er mehrere fran¬ 
zösische Gendarmen in das Hans gehen, wo Johanna wohnte. Er eilte 
sogleich in die Stube zurück und Johanna konnte, durch ihn aufmerksam 
gemacht, noch die Gendarmen sehen. 
Die Witwe Stegen hatte indes ein hartes Verhör zu bestehen, denn 
es sprachen verschiedne Anzeichen dafür, daß Johanna das Haus erst 
kürzlich verlassen haben mußte. Doch die Mutter blieb fest bei ihrer 
Aussage, und die Soldaten mußten unverrichteter Sache wieder abziehen. 
Darüber erbittert, durchsuchten sie noch sämtliche Nachbarhäuser, unter 
andern das des Schuhmachers, der inzwischen Johanna in seinem Hühner¬ 
stall versteckt hatte, wo sie ganz zusammengekauert, den Spüherblicken ihrer 
Häscher entging. Ein Leben unter solchen Verhältnissen war natürlich 
für das junge Mädchen unerträglich und sie entschloß sich zu entfliehen. 
Durch die guten Beziehungen, in denen sie zu ihrer Herrin stand, konnte 
sie hoffen, bei deren Tochter, die im Dorfe Natendorf 2% Meile von 
Lüneburg wohnte, und bei der ihre Herrin sich zur Zeit aufhielt, ein 
Obdach zu finden. Schon in der nächsten Nacht brachte sie ihr Vorhaben 
zur Ausführung; ihre Mutter begleitete sie bis zur Stadtmauer. Dort 
sagten sie sich ein kurzes aber herzliches Lebewohl: es war für beide ein 
tieferschütternder Moment. Johanna riß sich aus den Armen der Mutter, 
jede Verzögerung konnte das kühne Unternehmen vereiteln. 
Glücklich überstieg das Heldenmädchen Mauer, Wall und Graben 
und erkletterte die Palissaden. Als sie herunterspringen wollte, blieb ihr 
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Zitierempfehlung

Grüllich, Oskar Adalbert. Das Erste Hauptstück. Meißen: Verlag von H.W. Schlimpert, 1898. Print.
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