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[Theil 3] (Theil 3)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN646163949
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7805725
Title:
Lehrbuch für den Geschichtsunterricht in mittleren Schulen
Author:
Roßbach, Ferdinand
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung

Volume

Persistent identifier:
PPN646164988
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7805736
Title:
[Teil 1]
Shelfmark:
HD-II 13(1,11)-1
Author:
Roßbach, Ferdinand
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1911
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Binder

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Weltgeschichte für Töchterschulen
  • [Theil 3] (Theil 3)
  • Binder
  • Title page
  • Frontispiece
  • Title page
  • Inhalts-Verzeichniß. Neue Geschichte
  • Neue Geschichte. 1517 - 1789
  • Erste Periode. Von der Reformation bis zum Ausbruche des dreißigjährigen Krieges, 1517 - 1618
  • Zweite Periode. Von dem Ausbruche des Dreißigjährigen Krieges bis zu Friedrich des Großen Thronbesteigung, 1618 - 1740
  • 99. Der Dreißigjährige Krieg, 1618 - 48
  • 102. Ludwig XIV., 1643 - 1715
  • 104. Leopold I., 1657 - 1705. - Joseph I., 1705 - 1711. - Karl VI., 1711 - 1740
  • 106. Karl XII., König von Schweden, 1697 - 1718
  • Dritte Periode. Von Friedrichs des Großen Thronbesteigung bis zum Anfange der französischen Revolution, 1740 - 1789
  • Binder

Full text

Zerstörung Magdeburgs. 
201 
haben." — Es ist merkwürdig, daß seit diesem Schreckenslage Tilly 
kein Glück mehr gehabt hat. Bis dahin hatte er nie eine Schlacht 
verloren, obwohl sein Körper ganz mit Narben bedeckt war; aber 
von nun an war es aus mit ihm; das Glück wandte ihm den 
Rücken zu. Wer erkennt nicht auch hierin die gerechte Vergeltung 
der Vorsehung! Alle die Hände, die am 20. Mai 1631 so vieles 
unschuldige Blut vergossen, sind längst im Grabe vermodert; aber 
wie mag jetzt noch den Seelen dieser fühllosen Menschen im Lande 
der Vergeltung zu Muthe sein!' Lange haben nun die an jenem 
Tage gemordeten Bürger sich ausgeäugstigt und ausgelitten; aber 
ihr Blut klagt noch ihre Mörder an. 
Sobald sich die Wuth des Brandes nur etwas gelegt hatte, 
kehrten die Soldaten zurück, um unter den rauchenden Trümmern 
nach Schätzen zu wühlen. Manche fanden viel; denn das meiste 
war in die Keller gerettet; aber viele erstickten auch durch den 
Dampf. Ehe Tilly seinen Einzug halten konnte, war es nöthig, 
die Straßen aufzuräumen und die unzähligen Leichen wegzuschaffen. 
Dies hielt einen ganzen Tag auf, und es wurden allein 6440 in 
die Elbe geworfen, die ungerechnet, welche begraben, und die 
welche in ihren Verstecken verbrannt oder erstickt wurden. Ein Zeit¬ 
genosse giebt die Todten auf 40,000 an! Unter den Todten fand 
man noch lebendige Kinder, welche neben ihren todten Müttern lägen, 
oder unter ihren ermordeten Vätern und Brüdern; andere liefen 
in den Straßen umher und riefen nach ihren Eltern, daß es einen 
Stein hätte erbarmen mögen, und wußten nicht zu sagen, wem 
sie angehörten. Nur 400 Bürger, die reichsten, waren dem Blut¬ 
bade entgangen. Nicht aus Menschlichkeit hatte man sie geschont, 
sondern weil man von ihnen ein großes Lösegeld zu erpressen hoffte. 
Aber dies erhielt man nicht; denn wenige Tage nachher entstand 
— man weiß nicht wodurch — ein Feuer im kaiserlichen Lager 
und dabei entsprangen nicht nur jene Gefangenen, sondern es ver¬ 
brannte auch die üt Magdeburg geraubte Beute. Wer erkennt nicht 
hierin die göttliche Gerechtigkeit? 
Erst am dritten Tage hielt der schreckliche Tilly seinen Einzug. 
Man meldete ihm, daß sich im Dome 100 Einwohner befänden, 
die sich dorthin gerettet und seit drei Tagen nichts gegessen hätten. 
Er schenkte ihnen das Leben und befahl, daß man Brot unter sie 
austheile. Dann begab er sich selbst in diese Kirche und ließ das 
Tedeum singen. Auch ritt er durch die Straßen zwischen den noch 
dampfenden Schutthaufen, und es schien ein leAs Gefühl von
	        

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Kurts, Friedrich, and Friedrich Nösselt. [Theil 3]. Stuttgart: Heitz, 1880. Print.
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