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Deutsches Lesebuch für Lehrer- und Lehrerinnen-Seminare

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1016843445
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-19977353
Title:
Deutsches Lesebuch für Lehrer- und Lehrerinnen-Seminare
Shelfmark:
DEL-II 10(2,1887)
Editor:
Leineweber, Heinrich (05.06.1845-25.12.1910)
Place of publication:
Trier
Publisher:
Stephanus
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1887
Edition title:
Zweite, verbesserte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
sowie für sonstige Bildungsanstalten, welche auf das Lehrfach vorbereiten

Chapter

Title:
Erster Teil. Prosa.
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
XXI. Reden.
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch für Lehrer- und Lehrerinnen-Seminare
  • Binder
  • Cover
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis.
  • Erster Teil. Prosa.
  • I. Märchen.
  • II. Fabeln.
  • III. Parabeln.
  • IV. Paramnthieen.
  • V. Sagen des klassischen Rittertums.
  • VI. Deutsche Götter- und Heldensagen.
  • VII. Deutsche Volkssagen und Volksschwänke.
  • VIII. Erzählungen.
  • IX. Legenden.
  • X. Bilder aus der Weltgeschichte.
  • XI. Bilder aus der Erd- und Völkerkunde.
  • XII. Beschreibungen und Schilderungen aus dem Naturleben.
  • XIII. Scenen und Gruppen.
  • XIV. Bilder und Gemälde
  • XV. Gespräche.
  • XVI. Vergleiche und Parallelen.
  • XVII. Charakterzeichnungen.
  • XVIII. Betrachtungen.
  • XIX. humoristische Skizzen.
  • XX. Abhandlungen und Auseinandersetzungen.
  • XXI. Reden.
  • XXII. Briefe.
  • Zweiter Teil. Poesie.
  • A. Didaktische Poesie.
  • B. Epische Poesie.
  • C. Lyrische Poesie.
  • Anhang.
  • Binder

Full text

— 358 — 
sind; laß uns alle immermehr zu der Weisheit reifen, die, über das Nichtige 
hinwegsehend, in allem Irdischen und Vergänglichen nur das Ewige sieht und 
liebt, und in allen deinen Ratschlüssen auch deinen Frieden findet und das ewige 
Leben, zu dem wir durch den Glauben aus dem Tode hindurchgedrungen sind. 
235. Rede bei der Grundsteinlegung des Kölner Doms. 
(Gehalten am 4. September 1842.) 
Johannes v. Geissel. 
Seid uns gegrüßt auf Thronen und Fürstenstühlen! Seid uns gegrüßt aus 
Schlössern, Städten und Dörfern! Seid uns gegrüßt Ihr alle, von nah und 
fern, die hier zu Tausenden in weiten Kreisen ümherstehen! Wir rufen euch 
einen freudigen, herzlichen Willkommen zu und begrüßen euch an dieser Stätte 
mit dem Gruße des Heilandes LLuk. 24, 36): „Friede sei mit euch!“ — 
Friede sei mit euch, denn Ihr seid ja gekommen zu einem Werke des Friedens. 
Seit vielen Jahren stand in der heiligen Stadt Köln am Rhein ein alt— 
ehrwürdiger Bau, groß und mächtig, mit weiten Schiffen und Hallen, und mit 
hohen Chören, Säulen und Kuppeln, in stiller, ernster Majestät Aber es war 
die Majestät der Trauer, der Ernst der Erstarrung; denn unausgebaut waren 
die Schiffe und Hallen geblieben, unvollendet die Säulen und Choͤre, und nur 
halb erhoben blickten die Zinnen und Türme trauernd hinaus ins schöne, lebens⸗ 
kräftige Land. Schon seit vielen Jahren war der Baumeister mit seinen Werk— 
leuten von dannen gegangen, und hinter ihm war die alles zerstörende Zeit in 
den hohen Bau eingezogen, und hatte ihr stilles, langsames, aber um so tiefer 
eingreifendes Werk begonnen. Jahr um Jahr folgten sich in dem gesegneten 
Rheinthale und spendeten erneuertes Leben und Wachsstum. Am Juße des Baues 
ging ein verjüngtes Menschengeschlecht um das andere in gesteigerter Geschäftig— 
keit vorüber. Aber keines derselben hatte ein mitfühlendes Herz für das trauernde 
unvollendete Haus, und jedes wiederkehrende Jahr brachte ihm, statt der Voll— 
endung, nur neuen Verfall. Der alte Riesenbau schien dem Verderben der Zeit 
heimgegeben für immer. 
Da erging aus eines hochherzigen Königs Munde das tröstende Wort: 
„Wie steht doch das altehrwürdige Gotteshaus zu Köln am Rhein so verlassen 
in zerfallender Majestät! Wohlan, so soll's nicht länger mehr sein — wir bauen 
es aus!“ Und das königliche Wort durchdrang alle vaterländischen Gaue, und 
in allen Herzen hallte es wieder: wir bauen es aus. Dem Worte aber folgte 
rasch der freudigen That rüstiger Anfang, und heute stehet Ihr hier, in weilen 
Kreisen geschart, dieses Anfangs Zeugen und Mithelfer. Von nahe und fern 
seid Ihr gekommen, um Zeuge zu sein der Wiederherstellung und Ausschmückung, 
welche der ehrwürdige Bau bereits gewonnen, und Zeuge zu sein der Weihe dee 
Grundsteines, auf welchem fortan dessen Foribau sich erheben und, will's Gott, 
glücklich vollenden soll. Darum rufen wir euch aus freudigem Herzen Gruß 
und Willkommen zu; denn Ihr seid gekommen zu einem Feste der Religion, der 
Kunst und des Vaterlandes; Ihr seid gekommen zu einem Gotteswerke. 
Zu einem Gotteswerke haben wir hier den ersten Stein gelegt; denn 
was wir bauen, ist ein Haus Gottes. — Zwar wohnt der Unendliche nicht in 
geschlossenem Raume. Der Himmel ist sein Thronstuhl, und die Erde 
der Schemel seiner Füße. Aller Himmel Himmel vermögen nicht, ihn zu 
fassen. Darum wissen wir wohl, daß er keines Hauses bedarf; aber er hat 
gewollt, daß wir seines Hauses bedürfen. Des ewigen Vaters Wort, das 
im Anfange bei Gott war, Gott von Gott und Licht vom Lichie, ist 
Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, daß wir seine Herr—
	        

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Leineweber, Heinrich. Deutsches Lesebuch Für Lehrer- Und Lehrerinnen-Seminare. Trier: Stephanus, 1887. Print.
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