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Geschichte für Volks- und Bürgerschulen : mit Abbildungen (Nr. 4)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN646221590
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4199130
Title:
Realienbuch
Place of publication:
Bielefeld [u.a.]
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung

Volume

Persistent identifier:
PPN646510096
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7982813
Title:
Geschichte für Volks- und Bürgerschulen : mit Abbildungen
Shelfmark:
HD-II 4(11,1892)-4
Author:
Kahnmeyer, Ludwig
Schulze, Hermann
Volume count:
Nr. 4
Place of publication:
Bielefeld [u.a.]
Publisher:
Velhagen & Klasing
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1892
Edition title:
Ausg. mit Geschichte des Altertums, 11. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
I. Geschichte
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Realienbuch
  • Geschichte für Volks- und Bürgerschulen : mit Abbildungen (Nr. 4)
  • Binder
  • Title page
  • Hohenzollernworte
  • Geschichte des Altertums
  • I. Geschichte
  • Binder

Full text

I. Geschichte. 
V Die alten Deutschen. 
1. Land. In uralten Zeiten bedeckten unermeßliche Wälder und große Sümpfe 
unser Vaterland. Aus den Waldschluchten stürzten der riesige Auerochs und das Elen 
hervor, und das Geheul der Bären und Wölfe ertönte weithin durch die Einsamkeit. 
An edlen Fruchtbäumen war das Land arm, aber es lieferte wildes Obst, zahlreiche 
Beeren, eßbare Wurzeln, große Rettiche und Spargel. Die Weideplätze prangten in 
üppiger Fülle und gewährten den grasenden Rindern und Pferden saftige Kost. 
2. Bewohner. Die alten Deutschen waren ein rauhes, kernhastes Geschlecht 
von hohem Wuchs und kräftigem Gliederbau. Aus den trotzigen, blauen Augen strahlte 
Mut und Kühnheit. Blondes Haar umwallte das Haupt, und blendend weiß war 
die Hautfarbe. Um die Schulter hing das Fell eines erbeuteten Wildes; später trug 
man ein leinenes Untergewand und darüber einen Mantel aus grober Wolle, der auf 
der linken Schulter von einer Spange oder einem Dorn zusammen gehalten wurde. 
3. Wohnung. Städte finden wir bei den Bewohnern Deutschlands z. Z. Christi 
noch nicht, geschlossene Dörfer nur selten. Ihre Gehöfte lagen einzeln. Wo gerade 
ein Bach, ein Wald, ein Feld ihnen gefiel, da siedelten sie sich an. Die Häuser waren 
aus unbehauenen Baumstämmen errichtet uud schützten nur mangelhaft gegen die 
Kälte. In manchen Gegenden verteilte der Häuptling alljährlich den Acker au die 
einzelnen Sippen (Familien), damit das Volk nicht seßhaft würde und die Lust am 
Kriege verlöre. 
4. Beschäftigung. Ackerbau gewährte den Männern kein Vergnügen und wurde 
den Frauen uud Sklaven überlassen, diese bauten etwas Hafer uud Gerste an. Auf Vieh¬ 
zucht dagegen verwandte man mehr Fleiß, und große Herden waren der Stolz der 
alten Deutschen. Ihre größte Lust aber war Jagd und Krieg, unb am Schild und 
Speer hingen sie mit inniger Verehrung. Lieber verloren sie ihr Leben als beit Schild. 
5. Nahrung. Einfach war die Speise der alten Deutschen. Sie bestand aus Früch¬ 
ten, Milch, erlegtem Wild und Gemüse. Ans Gerstensaft bereiteten sie eine Art Bier, 
aus Honig Met. Bei den Gastmählern ließen sie den Becher fröhlich kreisen unb sangen 
bazu Lieber, in denen die Heldenthaten ihrer Vorfahren verherrlicht wurden. 
6. Laster. Leiber hielten bie alten Deutschen beim Trinken nicht immer bas 
richtige Maß time. Bis tief in bie Nacht hinein fand matt sie bei ihren Trinkge¬ 
lagen. Jedoch wurde hier auch manche ernste und wichtige Angelegenheit besprochen, 
der gültige Beschluß aber erst ant folgenden Tage gefaßt. Waren Krieg und Jagd 
vorbei, so lagen sie gern behaglich auf ber Bärenhaut unb überließen sich häufig betn 
Würfelspiel, wobei sie nicht selten Haus unb Hof, ja, selbst bie Freiheit, ihr kostbarstes 
Gut, verloren. 
7. Tugenden. Treu- unb Wortbruch fanb man bei ben alten Deutschen nicht. 
Bei ihnen hieß es: Ein Wort — ein Mattn. Ein Handschlag galt als Eib. Ebenso 
heilig warb bei ihnen bie Ehe gehalten. Die Frau war nicht bie Sklavin bes Mannes, 
fonbern feine treue Begleiterin burchs Leben, mit ber er Freub unb Leid teilte. Gast¬ 
freundschaft wurde an jedermann geübt, gleichviel, ob er ein Fremder oder Bekannter 
war. Ohne zn fragen, woher oder wohin, teilte man gern mit ihm, was an Speise 
Kahnmeher u. Schulze, Realienbuch A. (I. Geschichte.) 1
	        

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Kahnmeyer, Ludwig, and Hermann Schulze. Geschichte Für Volks- Und Bürgerschulen : Mit Abbildungen. Bielefeld [u.a.]: Velhagen & Klasing, 1892. Print.
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