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Geschichte für Volks- und Bürgerschulen : mit Abbildungen (Nr. 4)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN646221590
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4199130
Title:
Realienbuch
Place of publication:
Bielefeld [u.a.]
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung

Volume

Persistent identifier:
PPN646510096
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7982813
Title:
Geschichte für Volks- und Bürgerschulen : mit Abbildungen
Shelfmark:
HD-II 4(11,1892)-4
Author:
Kahnmeyer, Ludwig
Schulze, Hermann
Volume count:
Nr. 4
Place of publication:
Bielefeld [u.a.]
Publisher:
Velhagen & Klasing
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1892
Edition title:
Ausg. mit Geschichte des Altertums, 11. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Geschichte des Altertums
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Realienbuch
  • Geschichte für Volks- und Bürgerschulen : mit Abbildungen (Nr. 4)
  • Binder
  • Title page
  • Hohenzollernworte
  • Geschichte des Altertums
  • I. Geschichte
  • Binder

Full text

Geschichte des Altertums. 
V Die Ägypter. 
1. Einteilung des Landes. Die alten Ägypter bewohnten hauptsächlich das 
nur 15 — 30 km breite Nilthal, das durch die alljährlichen Überschwemmungen des 
Nils aus einem wüstenähnlichen Staubgefilde in das fruchtbarste Ackerland umge¬ 
wandelt wird. (S. Erdk. Ägypten S. 88.) Doch dehnte sich ihre Herrschaft noch 
viel weiter nach beiden Seiten hin aus. Man unterschied Ober-, Mittel- und Unter¬ 
ägypten. Die Städte lagen in dem Nilthal dicht bei einander. Die bedeutendsten 
von ihnen waren in Oberägypten Theben, in Mittelägypten Memphis, die Hauptstadt 
des Landes. In Unterägypten wurde später Alexandria gegründet. An Stelle des 
„lOOthorigen Thebens" findet man heute nur noch 4 kleine Dörfer, und 7 km nörd» 
lich von den Ruinen der alten Königsstadt Memphis ist die jetzige Hauptstadt des 
Landes, Kairo, entstanden. 
2. Kasten. Die Ägypter teilten sich in verschiedene Stände oder Kasten. Die 
höchste Kaste bildeten die Priester. Sie besorgten den Gottesdienst, lasen in den 42 
heiligen Büchern und beobachteten die Sterne. Daneben übten sie die Heilkunst, 
pflegten die heiligen Tiere und balsamierten die Toten ein. Nach der Priesterkaste 
folgte die Kaste der Krieger. Ihre Mitglieder durften kein Handwerk treiben. Im 
Frieden ernährten sie sich von dem Ertrag der ihnen zugeteilten Ländereien; im Kriege 
aber erhielten sie einen Sold. Aus der Kriegerkaste gingen die Könige hervor. Diese 
wurden fast göttlich verehrt und führten sämtlich den Namen Pharao, d. h. Sohn 
der Sonne. Priester und Krieger waren die eigentlichen Herrscher des Landes. Das 
übrige Volk bildete gewissermaßen die 3. Kaste; jedoch bestand zwischen Kaufleuten, 
Handwerkern, Ackerbauern, Schiffern und Hirten ein ähnlicher, aber größerer Unter¬ 
schied, wie wir ihn noch heute bei allen Völkern finden, und da die Beschäftigung 
erblich war, so trat dieser Unterschied später immer schroffer hervor. 
3. Religion. Die alten Ägypter waren Heiden. Sie verehrten die Kräfte der 
Natur, die sie sich als Personen (Götter) vorstellten. Als höchste Wesen wurden 
Osiris und Isis verehrt. Osiris war der Gott der lichtspendenden Sonne und des 
befruchtenden Nils, Isis die Göttin des Mondes und der Erde. Beide — so ver¬ 
sinnbildlicht die Göttersage den Kreislauf der Natur — werden von Typhon (dem 
glühenden Wüstenwinde) bekämpft. Osiris unterliegt und wird von Typhon erschlagen, 
der ihn in einem Kasten in den Nil versenkt. Weinend sucht Isis seinen Leichnam. 
Sem Sohn rächt ihn und jagt den Typhon in die Wüste zurück. Osiris aber entsteht zu 
neuem Leben. — Aber nicht bloß in geheimen Naturkräften, sondern auch in gewissen 
heiligen Tieren offenbarte sich nach der Anficht der alten Ägypter die Gottheit. Des¬ 
halb verehrten sie Hunde, Katzen, Tiere, Krokrodile, Ibisse, Ichneumons u. a. Tiere, 
die ihnen entweder Nutzen oder Schaden brachten. Wer ein solches Tier tötete, wurde 
nut dem Tode bestraft. Starb die Katze im Hause, so schoren sich die Hausbewohner 
zum Zeichen der Trauer die Augenbrauen ab. Beim Tode eines Hundes schor man 
sich den ganzen Kopf kahl. Tote Katzen wurden einbalsamiert und an geweihten 
Stätten aufbewahrt, ebenso die Krokodile. Die höchste Verehrung genoß der Stier 
„Apis", weil man glaubte, daß in ihm die Seele Osiris fortlebe. Er war am ganzen 
Letfce schwarz und hatte auf der Stirn ein weißes Dreieck. In Memphis hatte er 
einen prächtigen Tempel. Priester bedienten ihn und reichten ihm mit gebogenem 
Realienbuch. A. (Alte Geschichte.) A i
	        

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Kahnmeyer, Ludwig, and Hermann Schulze. Geschichte Für Volks- Und Bürgerschulen : Mit Abbildungen. Bielefeld [u.a.]: Velhagen & Klasing, 1892. Print.
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