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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN647548933
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-8058991
Title:
Meine Wanderungen und Wandelungen mit dem Reichsfreiherrn vom Stein
Shelfmark:
P 7845/5-3
Author:
Arndt, Ernst Moritz
Otto, A.
Place of publication:
Düsseldorf
Publisher:
Schwann
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1910
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
(1812 - 1814.)

Binder

Document type:
Monograph
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Prosa
  • 1. Geschäftsaufsätze
  • 2. Briefe
  • 3. Geschichtsaufsätze
  • 4. Beschreibungen
  • 5. Abhandlungen
  • 6. Sprüche
  • 7. Rede
  • II. Poesie
  • A. Epische Poesie
  • B. Lyrische Poesie
  • 1. Das Lied
  • 2. Die Ode
  • 3. Der Hymnus
  • 4. Der Dithyrambus
  • 5. Die Kantate
  • 6. Die Glegie
  • 7. Das Lehrgedicht
  • 8. Spruchweisheit
  • 9. Das Epigramm
  • C. Dramatische Poesie
  • I. Anhang
  • II. Anhang
  • III. Anhang
  • Binder

Full text

Poesie. — Das Lehrgedicht. 611 
Stammes Hütten — den Abglanz deines Palastes schütten, — daß dein Lob, wie 
in diesen Hallen — mög' in den einsamen Wüsten schallen. — Dein eigen sei 
Gottes Wohlgefallen — und sein Segen gemeinsam uns allen!““ 
ESo schloß er den Brief, — und das Wort im Munde seiner Tadler schlief; 
seines Beifalls Gemurmel lief — durch die Versammlung und sie rief: — „Auf 
belchen Bergen ist dein Stamm entsprossen? — Aus welchem Thal kommt dein 
Strom geflossen? — Aus welchem Köcher ist dein Pfeil geschossen?“ — Da 
hub er an: 
Von Ghassans Wurzeln bin ich geboren; Wenn Kummer hätte zu tödten Macht, 
Nir war zur Wohnung Serug erkoren, Er müßte tödtlich dies Herz durchbohren; 
lin Haus, an Schimmer der Sonne Und ließ' ein Gluck sich zurück befchwören, 
gleich, Mein Seufzen hätt' es zurück beschworen. 
lin Erdenhimmel mit goldnen Thoren. Der Tod ist besser für einen Mann, 
welches Leben, das ich gelebt! Als so zu leben, wie Vieh geschoren, 
Nwelches Eden, das ich verloren! Vom Nasenringe der Schmach geführt 
Vo ich gewandelt in Füll' und Lust, In wunder Seite des Schicksals Sporen. 20. 
Vom Mosn der Jugend und Rausch durch- Den edlen Löwen (verkehrte Welt) 
gohren, Zaust die Hyäne bei Mähn' und Ohren. 
des Wohlbehagens Gewand geschleift Wenn eine Thörin das Glück nicht wäre, 
Durch Gärten, dicht, wie das Haar des Würd' es mit Huld nicht beglücken Thoren, 
Mohren, 10. Und wenn's die Kleider nach Mannes— 
Pereit, zu duften auf meinen Wink werth 
Und auf mein Lächeln sich zu befloren. Vertheilte, hätt' ich nie nackt gefroren.“ 
Nun ward der Ruhm von seinen Proben — vor des Landpflegers Ohren 
Ahoben: der gebot, ihm den Mund zu fullen mit Gold, — und bot ihm an, 
u treten in seinen Sold. — Doch ließ er sich am Geschenke genügen, — und 
wollte sich nicht zu dem Amte fügen. 
Der Erzähler spricht: Ich aus alter Freundespflicht, — da ich also sah 
leuchten seines Glückes Licht — und ihn stehn vor der hehren Stufe, — wollt' 
hm rathen, zu solgen dem Ehrenrufe; — laut wollt' ich verkünden seine Würdig— 
keit — seines Geistes Ebenbürtigkeit. — Doch er gab mir einen Wink, mich zu 
bescheiden und das Schwert en lassen in der Sheiben. uUnd als er mi 
der Beute nun abgezogen, — mit dem Fang zufrieden abgeflogen, — solgt' ich 
hm nach, um ihn zu verklagen, — daß er die Bestallung ausgeschlagen. — Doch 
er lächelte stiller; — dann stimmte er an mit Getriller: 
Eine Stell' in dem Stall ist besser, Schnell Ergriffenes läßt er schnelle; 
Als Bestallung zur Ehrenstelle. Bäume pflanzt er und schält den Stamm; 
So unsicher ist dieser Boden, Baut ein Haus und zerbricht die 
Als beweglichen Sandes Welle. Schwelle. 10. 
hnecht zu sein beim Herrn ist beschwer- Besser, daß du durch Wüsten fahrest 
lich, Oder flüchtest in eine Zelle, 
Und gefährlicher, sein Geselle. Als zu träumen von Hoheit, daß 
Wankelmuthig ist stets ein Herr: Nackt dich wecle des Moraens Helle.“ 
c. Das beschreibende Lehrgedicht. 
497. A. v. Haller: Aus den „Alpen“. 
33. Wenn Uitans erster Strahl der Gipfel Schnee vergüldet, 
Und sein verklärter Blick die Nebel unterdrückt, 
39*
	        

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Günther, Friedrich Joachim. Deutsches Lesebuch Für Höhere Lehranstalten. Gera: Reisewitz, 1877. Print.
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