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Praktisches Lehrbuch der Sächsischen Geschichte

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN654999333
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4183096
Titel:
Praktisches Lehrbuch der Sächsischen Geschichte
Signatur:
HD-II 72(2,07)
Autor*in:
Franke, Theodor
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Wunderlich
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1907
Ausgabenbezeichnung:
2., verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für die Volks- und Bürgerschule

Kapitel

Titel:
2. Abteilung: Oberstufe
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Die Wettiner als Kurfürsten von Sachsen
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Praktisches Lehrbuch der Sächsischen Geschichte
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • 1. Abteilung: Mittelstufe
  • 2. Abteilung: Oberstufe
  • Die Wettiner als Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen
  • Die Wettiner als Kurfürsten von Sachsen
  • Die Ernestiner als Kurfürsten von Sachsen
  • Die Wettiner als Könige von Sachsen
  • Sachsen seit der Reichsgründung
  • Sachsen in der Statistik
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einband

Volltext

— 96 — 
von Dippoldiswalde und Pirna ein, wo sie alles verwüsteten. Hierauf 
brannten sie Altdresden und Kötzschenbroda nieder, nachdem sie die 
Keltern zerschlagen und den neuen Wein getrunken hatten. Sodann 
verschütteten sie die Bergwerke von Scharfenstein. In Meißen konnten 
sie nur die Vorstadt einäschern, denn die innere Stadt war gut 
bemannt. Dafür sanken Strehla, Belgern und unzählige Dörfer bis 
in die Nähe von Magdeburg in Schutt und Asche. Durch Branden¬ 
burg und die Lausitz kehrten sie beutebeladen in ihre Heimat zurück. 
Eine andere Bande hatte Schlettau, Elterlein, Grünhain und die 
ganze Umgegend gebrandschatzt und heimgesucht. 
Im Jahre 1430 kamen sie in viel größerer Zahl wieder, da der 
erste Raubzug so einträglich gewesen war. Das wehrlose flache Land 
ward unsäglich verwüstet, die Kirchen wurden verbrannt, die Bauern 
erschlagen, die Burgen geschleift und die Felder zerstampft, während 
die Geistlichen gewöhnlich gemartert und verstümmelt wurden. Vom 
Elbtale aus wendeten sie sich über Döbeln, Colditz, Oschatz, Dahlen, 
Grimma nach Leipzig zu. Zwar sandte ihnen Friedrich der Sanft¬ 
mütige ein Heer entgegen, aber es ward vernichtet. Nun zogen sie 
nach Altenburg und ließen es in Flammen aufgehen. Alsdann 
bereiteten sie außer vielen Dörfern den Städten Schmölln, Glauchau, 
Waldenburg, Werdau, Crimmitschau, Reichenbach, Auerbach, Ölsnitz 
und Plauen große Not und Trübsal. In Plauen mordeten sie sogar 
gegen 900 Bewohner in unmenschlicher Weise. Dann zogen sie 
sengend und brennend durch Franken und Bayern nach Böhmen zurück. 
Im nächsten Jahre wandten sie sich nach der Oberlausitz und 
nach Schlesien, wo sie ebenfalls unmenschliche Greuel begingen. Zwar 
rüstete endlich das Reich ein gewaltiges Heer aus, bei dem sich auch 
Friedrich der Sanftmütige befand, aber es floh vor Tauß, als es der 
gefürchteten Hnssiten ansichtig wurde. Glücklicherweise trat unter den 
Hussiteu Uneinigkeit und Zwiespalt ein, so daß sie sich untereinander 
selbst bekämpften und ihre gefährliche Macht verloren. Sachsen aber 
hatte von allen Nachbarländern Böhmens am meisten gelitten. Die 
Hussitenkriege bilden eine der schwersten Heimsuchungen, welche je 
unser Vaterland betroffen haben. Auf lange Jahre hinaus war der 
blühende Wohlstand Meißens vernichtet. Zahlreiche zerstörte Ort¬ 
schaften wurden nicht wieder aufgebaut und blieben als wüste Marken 
(gegen 300, die meisten in den Amtsbezirken Oschatz und Wurzen) 
in der Erinnerung des Volkes haften. Noch jahrelang trieb sich 
böhmisches Raubgesindel im Lande umher und verübte mancherlei 
Verbrechen. 
3. Gebietserweiterungen unter Friedrich dem Sanftmütigen. 
Innerhalb der wettinischen Lande gab es noch zahlreiche unab¬ 
hängige reichsunmittelbare oder böhmische Herrschaften. Es lag von
	        

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Franke, Theodor. Praktisches Lehrbuch Der Sächsischen Geschichte. Leipzig: Wunderlich, 1907. Print.
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