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Praktisches Lehrbuch der Sächsischen Geschichte

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN654999333
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4183096
Titel:
Praktisches Lehrbuch der Sächsischen Geschichte
Signatur:
HD-II 72(2,07)
Autor*in:
Franke, Theodor
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Wunderlich
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1907
Ausgabenbezeichnung:
2., verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für die Volks- und Bürgerschule

Kapitel

Titel:
2. Abteilung: Oberstufe
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Die Wettiner als Kurfürsten von Sachsen
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Praktisches Lehrbuch der Sächsischen Geschichte
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • 1. Abteilung: Mittelstufe
  • 2. Abteilung: Oberstufe
  • Die Wettiner als Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen
  • Die Wettiner als Kurfürsten von Sachsen
  • Die Ernestiner als Kurfürsten von Sachsen
  • Die Wettiner als Könige von Sachsen
  • Sachsen seit der Reichsgründung
  • Sachsen in der Statistik
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einband

Volltext

— 103 
hob sich dennoch der Wohlstand des Landes und entwickelten sich 
Handel und Gewerbe immer mehr. Leipzig bildete sich in dieser 
Zeit zur ersten Handelsstadt Sachsens aus. Friedrich der Sanft¬ 
mütige stiftete die Neujahrsmesse (1458) und später erhielt es das 
Stapelrecht für einen Umkreis von 15 Meilen. Wichtig war auch 
die Gründung der Universität in Leipzig und die Einführung der 
Buchdruckerkunst daselbst. Kachelofen war der erste Buchdrucker 
Sachsens, der in Leipzig 1480 die erste Buchdruckerei errichtete und 
so den Grund legte zu Leipzigs blühendem Buchhandel. Von den 
übrigen Gewerben blühten außer dem Silberbergbau im Erzgebirge 
namentlich die Tuchmacherei und Leinweberei in Chemnitz, wo es auch 
schon eine Bleiche mit Verbietungsrecht gab. Diese Erwerbszweige 
verdankte Sachsen namentlich der niederländischen Einwanderung. 
Die Ernestiner als Kurfürsten von Sachsen. 
I. Friedrich der Weise, 
l. Friedrich des Weisen Jugend. 
Ernsts ältester Sohn und Nachfolger war Friedrich (1486—1525), 
welchem die Geschichte mit Fug und Recht den Ehrennamen der Weise 
erteilt hat. Eine sorgfältige Erziehung wurde ihm zuteil. Nicht 
bloß den Leib suchte man zu stählen und abzuhärten in ritterlichen 
Übungen und Handfertigkeiten, wie Hobeln, Schnitzen und Drechseln, 
auch der Ausbildung des Geistes wandte man die größte Aufmerksam¬ 
keit zu. Mit seinem Bruder Johann besuchte er zuerst die Kloster¬ 
schule zu Grimma. Alsdann erhielt er in Kemmerlein einen tüchtigen 
und braven Hauslehrer. Nach des Vaters Gebot wurde der Sohn 
fleißig zur Lehre, Tugend und Zucht gehalten, um später mit den 
Leuten nach ihrem Stande und Wesen ehrbarlich handeln zu wissen. 
Eifrig las Friedrich die Schriften der Alten und lernte frühzeitig 
die lateinische Sprache, die Sprache der damaligen Gelehrten. Die 
schönsten Aussprüche der alteu Schriftsteller sammelte er, schrieb sie 
auf Papierstreifen und heftete diese an die Wände seines Schlaf¬ 
zimmers, um sie immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen zu können. 
Zuletzt konnte er sie sämtlich auswendig und sie bildeten sortan 
Regeln für sein Handeln und eine kostbare Würze seiner Rede. In 
der Stern- und Naturkunde bildete er sich gleichfalls mit großem 
Eifer aus, ja, auch in der französischen Sprache, welche damals in 
Deutschland noch wenig bekannt war, übte er sich. Noch spät bewies 
er seinen Lehrern die aufrichtigste Verehrung.
	        

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Franke, Theodor. Praktisches Lehrbuch Der Sächsischen Geschichte. Leipzig: Wunderlich, 1907. Print.
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