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[Bd. 1] (Bd. 1)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN646221426
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4267171
Title:
Ferdinand Hirts neues Realienbuch
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung

Volume

Persistent identifier:
PPN656006463
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4268575
Title:
Geschichte für die Mittelstufe
Shelfmark:
HC-II 24(1,13)
Author:
Bohnenkamp, Heinrich
Wellenbrink, H.
Richter, J.
Kerp, Heinrich
Kohlmeyer, Otto
Krausbauer, Theodor
Priewe, Hermann
Priewe, Robert
Schiel, Adelbert
Schmidt, Hermann
Tromnau, Friedrich
Waeber, Robert
Werner, Richard
Volume count:
Nr. 27
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1913
Edition title:
Für kath. Schulen bearb. von J. Richter [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
(zugleich für wenig gegliederte Schulen) ; unter besonderer Berücksichtigung der Heimat für den Regierungs-Bezirk Minden ; mit 32 Abbildungen im Text

Binder

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Geographische Bilder
  • [Bd. 1] (Bd. 1)
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zu ersten Auflage
  • Vorwort zur vierzehnten Auflage
  • Inhalts-Übersicht
  • I. Einleitung
  • II. Bilder aus dem Norden
  • III. Bilder aus Schweden, Norwegen und Dänemark
  • IV. Vaterländische Bilder
  • V. Bilder aus der Schweiz
  • VI. Bilder aus Italien
  • VII. Bilder aus Ungarn und Galizien
  • VIII. Bilder aus der olympischen Halbinsel
  • IX. Bilder aus Rußland
  • X. Bilder aus dem britischen Reiche
  • XI. Bilder aus Frankreich
  • XII. Bilder aus Portugal und Spanien
  • XIII. Bilder aus Belgien und Holland
  • Anhang
  • Advertising
  • Binder

Full text

289 
wurden, anfangs gar nichts von dem entsetzlichen Vorfall und wunderten 
sich beim Erwachen nur darüber, daß die Nacht so lange dauerte, bis 
sie endlich sich überzeugten, daß sie in einer Schneefestung eingemauert 
seien. Durch eigene und fremde Hilfe wurden etwa 60 Menschen ge- 
rettet. — Das bedeutendste Staublawinen-Unglück aus neuerer Zeit ist 
jenes, welches 1827 das Walliser Dorf Biel ereilte und 40 Menschen 
verschlang. Indessen sind außerordentlich viele Beispiele von wunder- 
baren, ja sogar komischen Rettungen bekannt. So z. B. wurde im 
Dezember 1836 im Averserthale (in Graubünden) ein Haus, in welchem 
12 spielende Kinder versammelt waren, von einer Lawine ergriffen, 
wagerecht fortgeschoben und gänzlich mit feinem Schnee zugedeckt, so 
daß selbst der First nicht hervorschaute. Die Eltern der Kleinen, ge- 
lähmt vom Schrecken, eilten mit Schaufeln und Spaten jener Gegend 
zu, in welcher sie das Haus verschüttet glaubten; aber noch ehe sie be- 
ginnen konnten, ernstlich zu arbeiten, kamen die Kinder, eines nach dem 
andern, wohlbehalten aus dem Schnee hervorgekrochen. Noch drolliger 
ist jener Vorfall, welchen Bilibaldus Birklieimerus in seinem Bellum 
Helveticum Maximiliani I. aus der Zeit des Schwabenkrieges von 
1498 erzählt; damals waren in Engadin 400 kaiserliche Landsknechte 
von einer Staublawine verschlungen und über eine Anhöhe hinweg- 
geworfen worden; — aber o Wunder! bald lebte die ganze Schnee- 
masie wie ein Ameisenhaufen, und unter dem schallendsten Gelächter 
ihrer unberührt gebliebenen Kriegskameraden, krochen alle ohne Aus- 
nähme wieder hervor, einige wohl beschädigt, aber keiner tödlich verletzt. 
Von der Schnellkraft des erzeugten Luftdruckes kann man, ohne 
Beispiele, sich kaum eine richtige Vorstellung machen. Im Graubündner 
St. Antonienthal (durch welches eiu Paßweg aus dem Prätigau über 
die Rhätikonkette ins Gargellen- und Montasunerthal führt) sah ein 
Knecht weit droben an der Bergwand, vielleicht 1^/2 Stunden von 
seinem Standpunkte, eine Lawine anbrechen und eilte, einen Stall zu 
erreichen, der ziemlich gesichert stand. Obgleich dieser etwa nur 14 
Schritte entfernt war, so vermochte er denselben doch nicht zu erreichen, 
sondern wurde vom vorausjagenden Windstoß ergriffen, über das 
Dalsazzer-Tobel hinübergeschleudert und dort von der mit Blitzesschnelle 
nachfolgenden Lawine begraben. — Anno 1754 wetterte von Piz 
Muraun eine Staublawine über das St. Placisthal herab, füllte das 
ganze Thal von der Landstraße bis Caprau, schleuderte einen aus 
Granit gehauenen Tränktrog von Falcaridas bis Brnls eine Viertel- 
stunde weit hinüber, und lediglich der Seitenwind dieser Lawine warf 
noch die Kuppel des östlichen Klosterturmes von Dissentis herunter, 
obgleich derselbe eine halbe Stunde vom eigentlichen Strich entfernt 
war. Daß die Lawine Wälderparzellen radikal durch den Luftdruck 
entwurzelt, oder im Schafte wie Schwefelhölzchen abknickt und weit 
umher ausstreut, gehört gar nicht zu den Seltenheiten; jedes Hoch- 
alpenthal liefert jährlich Beispiele mehr als wünschenswert. 
Geogr. Bilder. I. I4te Aufl. 19
	        

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Mauer, August. [Bd. 1]. Langensalza: Greßler, 1889. Print.
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