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Bilder aus der Mark Brandenburg, vornehmlich der Reichshauptstadt (Bd. 9)

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN656237198
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4271367
Titel:
Praktisches Lehrbuch der Alten Geschichte
Signatur:
HC-II 40(1,06)
Autor*in:
Franke, Theodor
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Wunderlich
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1906
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für die Volks- und Bürgerschule, Mittel- und Töchterschule in anschaulich-ausführlichen Zeit- und Lebensbildern

Kapitel

Titel:
1. Morgenländische Geschichte
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Unser deutsches Land und Volk
  • Bilder aus der Mark Brandenburg, vornehmlich der Reichshauptstadt (Bd. 9)
    Bilder aus der Mark Brandenburg, vornehmlich der Reichshauptstadt (Bd. 9)
  • Einband
  • Deckblatt
  • Frontispiz
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichniß
  • Die deutsche Kaiserstadt Berlin und ihre Umgebung
  • Wanderungen in der Mark Brandenburg
  • Die märkischen Elbgegenden
  • Der nördliche Landrücken des Tieflandes
  • Die Havel und das Havelland
  • Die Spree und die Spreelandschaften
  • Der südliche Landrücken des Tieflandes mit dem Fläming
  • Brandenburgische Kleinstädte und ihre Merkwürdigkeiten
  • Aus den märkischen Oderlandschaften
  • Auf dem Lande
  • Brandenburgs Waffenrüstung
  • Einband

Volltext

Treuenbrietzen. Bernau. 
449 
war, nachdem er zu Bärwalde seine Tage beschlossen hatte, sie konnten einzig 
und allein die rechte Antwort in Betreff der Echtheit des Prätendenten geben, 
und sie sind nnnntersncht geblieben. 
Die Treue ward selten im Lande an Elbe und Oder in jenen drangvollen 
Tagen, aber Gott Lob! doch nicht so selten, wie man in den landläufigen Kom- 
pendien der märkischen Geschichte liest. Dieselben haben gewöhnlich die Angabe: 
nur drei Städte. Spandau, Frankfurt uud Treuenbrietzen, feien dem bayerischen 
Markgrafen Ludwig treu verblieben. Diese Angabe ist indessen nur richtig, 
so weit sie Frankfurt und Brietzen betrifft; Spandau selbst ist abgefallen; treu 
verblieben dem bayerischen Hause ist dagegen fast die ganze Neymark und der 
ghibellinifch gesinnte Adel des Landes Lebns. Wenn wir von den treuen Män¬ 
nern der guten Stadt Brietzen reden, so wollen wir auch ihre Partisaue, die edlen 
Herren aus den großen Familien Mörner, Wedell, Osten u. s. w., nicht vergessen. 
Die alten Urkunden sagen es nicht, ob die treue Stadt Brietzen damals 
ihre Anhänglichkeit an den rechten Herrn auch in Roth und Kriegsgefahren hat 
bewähren müssen. Wahrscheinlich aber ist das der Fall gewesen; der Name 
Treuenbrietzen hätte sonst keine rechte Bedeutung gehabt. In der Urkunden- 
spräche erscheint derselbe freilich erst, nachdem die blutige Tragödie des falschen 
Woldemar längst zu Ende gespielt uud der namenlose Mann zu Dessau in die 
Grnft gesunken war: Anfangs des 15. Jahrhunderts; sicherlich aber verdankt 
die Bezeichnung der Stadt ihren Ursprung jenen stnrmerfüllten Tageu, da man 
das „treue Brietzen" in der Zauche von dem „ungetreuen" an der Oder, der 
heutigen Stadt Wrietzen, unterschied. 
Still und friedlich liegt heute die einst so kriegerische Stadt vor uns; 
Reste von Wald ziehen sich im Norden und Süden von ihr hin, aber die Birken 
(Bresna), von welchen sie einst ihren Namen bekommen hat, sind verschwunden. 
Eingegangen sind auch die Weinberge — wenigstens zum großen Theil — und 
doch gewann noch im vergangenen Jahrhundert die Stadt jährlich oft 1100 Tonnen 
„Getränks" aus denselben. Im 15. Jahrhundert trieben die Bürger in der 
klaren, an der Stadtmauer vorüberströmeudeu Nieplitz Forellenfischerei, wie uns 
die Urkunden beweisen, aber auch der edle Fisch ist selten geworden. Geblieben 
ist nichts weiter als die Sage von einstiger kriegerischer Bedeutsamkeit und das 
Gedächtniß rühmlicher Treue. — 
Unter den kleineren Städten der Provinz Brandenburg ragt das Städtchen 
Bernau, der Hauptort des Kreises Nieder-Barnim, mit seinen 6700 Ein- 
wohnern in mehrfacher Beziehung hervor. 
Das alte Städtlein an der Panke läßt sich von Berlin aus durch eine kurze 
Fahrt mit der Stettiner Eisenbahn erreichen. Wie Vortheilhaft und wie anregend 
diese Verbindung mit der nahen Reichshauptstadt gewirkt hat, zeigen die geschmack- 
vollen Bauten der „Kaiserstraße", welche uns begrüßen, unmittelbar, nachdem 
wir den Bahnhof verlassen haben. Ungleich charakteristischer aber und poetischer 
winken uns die beiden Hauptthore der Stadt, das Berliner und das Steinthor, 
mit ihren altersgrauen Thürmeu zu, uud vor Allem die hehre St. Marienkirche. 
Der Meister Peter Johann von Lüchow vollendete, wie eine alte Inschrift 
meldet, erst im Jahre 1519 diesen gewaltigen Kirchenbau; die Neuzeit hat das 
Gotteshaus in würdigster Weise wiederhergestellt und 1846 auch mit einem 
neugebauten Thurme geschmückt. 
Deutsches Land und Volk. IX. 29 
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Zitierempfehlung

Friedel, Ernst et al. Bilder Aus Der Mark Brandenburg, Vornehmlich Der Reichshauptstadt. Leipzig: Spamer, 1882. Print.
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