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Lesestücke für den vereinten Lese-, Denk-, Sprech- und Sprachunterricht, für die Heimats- und Naturkunde, so wie für den sittlich-religiösen Anschauungsunterricht (Theil 2)

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN657016594
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4432080
Titel:
Handbüchlein der Weltgeschichte für Schulen und Familien
Signatur:
HK-II 106(7,1877)
Autor*in:
Blumhardt, Johann Christoph
Erscheinungsort:
Calw
Verlag:
Verl. der Vereinsbuchh.
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1877
Ausgabenbezeichnung:
7., verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Einband

Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Einband

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • E. v. Seydlitz'sche Geographie
  • Handbuch der Geographie ([Ausg. C])
  • Einband
  • Frontispiz
  • Titelseite
  • [Vorbemerkung des Verlegers]
  • Vorwort zur 26. Bearbeitung
  • Inhaltsübersicht
  • Literaturverzeichnis (1914)
  • Aussprache geographischer Namen
  • Zusammenstellung geographischer Bezeichnungen in verschiedenen Sprachen
  • Geschichte der Geographie
  • Länderkunde
  • Europa
  • Mitteleuropa
  • Westeuropa
  • Nordeuropa
  • Osteuropa
  • Südeuropa
  • Asien
  • Afrika
  • Amerika
  • Australien
  • Allgemeine Erdkunde
  • Handelsgeographie
  • Register
  • Werbung
  • Verkehrskarte der Erde
  • Die Tiergebiete der Erde
  • Die Pflanzengebiete der Erde
  • Einband

Volltext

Rhône-Saône-Mulde. 
261 
b) das Margeride-Gebirge bis zum Cantal-Gebirge (1858m), von hier aus das Hoch¬ 
land der Auvergne genannt. 
Dieses Zentralmassiv Frankreichs steigt im Durchschnitt über die Höhe des Oberharzes an. Das Berg¬ 
land ist reich an Mineralquellen und an erloschenen Vulkanen, darunter der Mont Dore, ein halb einge¬ 
stürzter Kraterrand; hier der Puy-de-Sancy, der höchste Gipfel des inneren Frankreichs (1890 m), und 
der Puy-de-Dôme (s. Bild 127, S. 287)- das dunkle Lavagestein dient als Baustoff der Städtchen. Die 
Noàgne à lait ist mit braunem Heidekraut und mageren Weiden überkleidet, welche die großen Sommer. 
Herden ernähren. Die Nontagne à graisse dient mit ihrem saftigen Gras als Fettweide, und die Tal¬ 
breiten sind wie in der sonst so öden Eifel lachende Kulturlandschaften. 
Auvergne, Limousin und Marche, im Quellgebiete der Loire. Die kriegerischen Arverner setzten 
den Römern und später der fränkischen Eroberung den längsten Widerstand entgegen, da die zahlreichen 
vulkanischen Felskuppen ihres Berglandes ebenso viele natürliche Festungen bildenx; dem Raubrittertum 
wurde hier erst unter Ludwig XIV. ein Ende gemacht. Gleich den spanischen Gallegos und den Savoyarden 
wandern die Bewohner des armen, seiner Wälder beraubten Hochlandes, die Auvergnaten, zahlreich 
aus in die großen Städte Frankreichs, wo sie wegen ihrer guten Sitten, ihrer Treue und Arbeitsamkeit 
sehr geschätzt sind. — Clermont-Ferrand (Clarus mons), nahe am Puy-de-Dôme, in 390 m Höhe, alte, 
aus Lavagestein errichtete Stadt (65) an der gartenmäßig angebauten Talebene des Allier, der Limagne, 
die ehemals als der schönste Teil von In belle Pranee gerühmt wurde. — An der oberen Vienne, deren 
Sammelbecken die halbkreisförmige Kette der Nontagnes du Limousin bildet, liegt da, wo sich die Radien 
dieser Kette vereinen, Limoges (92), sehr gewerbtätig, besonders in Porzellan auf Grund großer Kaolin¬ 
lager. 
3. Die Rhöne-Saone-Mulde. 
Die méridional gerichtete Mulde bietet so wenig natürliche Hindernisse, daß die Bahn von 
Belfort ohne Tunnel ans Mittelmeer gelangen kann, und ist darum, wie früher eine Völkerstraße, 
so jetzt ein besuchter Verkehrsweg geworden. Auf ihr rollt der Schnellzug der großen Eisen¬ 
bahngesellschaft ?aris—Lyon—Méditerranée in 17 Stunden über die 862 km von Paris über 
Dijon nach Marseille; 31 St. von hier über Genf—Basel nach Berlin. 
Der Rhone entspringt dem 6 Stunden langen Rhone-Gletscher an der Furka, auf der West¬ 
seite des St. Gotthard, geht durch den halbmondförmigen, im tiefsten Blau prangenden Genfer 
See (Lue Léman) und nimmt gleich unterhalb der Stadt Genf die Arve auf, die am Nordost- 
abhange des Montblanc entspringt und das weltberühmte Chamonix durchfließt. Der Rhône 
durchbricht alsdann den Jura, verschwand früher in dem engen Felsenbett bei Bellegarde eine 
Strecke lang unter deckenden Felswänden (Perte du Rhône) und empfängt, die Alpen begleitend, 
rechts: links: 
1. Die Saône sßön) bei Lyon, mit dem im Zick¬ 
zack den Mulden des Jura folgenden Doubs sdüj 
links. 
1. Die Isère, von den Grapschen Mpen. 
2. Die überaus geröllreiche Durance, vom 
Genevre-Paß. 
Der Rhône ist wegen seines reißenden Gefälles der Schiffahrt wenig günstig, trotz großer Summen, 
die für seine Verbesserung ausgeworfen sind, auch wird ihm viel Wasser zu Berieselungszwecken entzogen. 
Er mündet mittels eines jährlich um durchschnittlich 57 m vorrückenden Deltas in den Golf von Marseille 
(Rhône-Golf, Golfe du Lion — Löwenbucht?). Die kaum schiffbaren Mündungsarme umfassen die von 
halbwilden Herden abgeweidete Insel Camargue. An den Küsten wird dieses Dünen- und ungesunde 
Lumpfland belebt von Bibern und zahllosem Wassergeflügel, unter dem die roten Flamingos prächtig 
hervortreten. Wegen der Unzugänglichkeit des Deltas mußte die Hafenstadt für das Flußgebiet, Mar¬ 
seille, ihren Platz ostwärts an der Steilküste der Provence suchen. — Östlich des Deltas die Ebene Crau, 
übersät mit Kalkgeröll, das von der Durance und anderen Alpenflüssen ausgestreut ist. Aber zwischen 
diesem Geröll wächst fettes, kurzes Gras, das außer im dürren Sommer 3OO OOO Stück Vieh ernährt. Die 
1 «o das kleine Hochland von Gergovia <747 IN), wo die Franzosen die alten Erinnerungen durch allerlei neue 
Namengebungen zu beleben suchen.
	        

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Clauß, O. et al. Handbuch Der Geographie. Breslau: Hirt, 1914. Print.
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