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Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN657424722
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4516608
Title:
Geschichte des Dreißigjährigen Krieges
Shelfmark:
HK-II 129(1,02)
Author:
Schiller, Friedrich von
Editor:
Böhme, Walther
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Freytag
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1902
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
für den Schulgebrauch

Binder

Document type:
Monograph
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Anschaulich-ausführliches Realienbuch
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zur fünften Auflage
  • Vorwort zur sechsten Auflage
    Vorwort zur sechsten Auflage
  • I. Geschichte
  • Zeittafel
  • Inhaltsverzeichnis zur Geschichte
  • II. Geographie
  • Inhaltsverzeichnis
  • III. Naturgeschichte
  • Inhaltsverzeichnis
  • IV. Naturlehre
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Binder

Full text

- yy — III 
Bewegung des Aales beim Schwimmen erinnert uns lekshaft an eine Schlange. Die 
Schuppen, welche sich nicht decken, sind sehr klein und in der dicken, schleimigen Haut 
versteckt. Die Bauchflossen fehlen. Die Brustflossen sind kurz und Rücken-, Schwanz« 
und Afterflosse zu einem schmalen Saume verwachsen. Auch die Kiemendeckel fehlen 
dem Aale. Statt ihrer hat er am Grunde jeder Brustflosse nur eine kleine Kiemen¬ 
spalte, welche durch eine enge Röhre in die Kiemenhöhle führt. Durch diese Einrich¬ 
tung sind die Kiemen vor dem zu schnellen Austrocknen geschützt, und daher ist es er¬ 
klärlich, daß der Aal auch längere Zeit außerhalb des Wassers zubringen kann. Daß 
er sich aber tagelang auf Wiesen und in Erbsenfeldern aufhalten könne, um Regen¬ 
würmer und Schnecken zu fangen, wird vielfach bezweifelt. 
2. Wahrung. Der Aal ist ein nächtlicher Raubfisch. Am Tage liegt er meistens 
im Schlamme oder in Uferhöhlen verborgen, oft mit vielen andern seinesgleichen zu 
großen Klumpen vereinigt. Sobald aber der Abend dämmert, geht er auf Raub aus. 
Dann schnappt er nach kleinen Fischen, Würmern, Fischlaich rc. Mit Vorliebe frißt 
er Aas. Ins Wasser geworfene Hundeleichen wimmeln zuweilen geradezu von Aalen. 
Wo der Aal sehr reiche Fleisch- und Aasnahrung hat, wie z. B. in der Themse, er¬ 
reicht er zuweilen sogar eine Länge von 2 m, während er sonst gewöhnlich nur 1 m 
lang wird. Da er einen sehr geschmeidigen, schlüpfrigen Körper hat, so zwängt er 
sich bei seiner Jagd nach Nahrung oft durch die engsten Ritzen und Löcher und gerät 
so nicht selten in Wasserleitungen, Pumpen rc. 
3. Wanderung. Der Aal ist ein rechter Wanderbursch. Besonders wirv 
sein Wandertrieb dadurch hervorgerufen, daß er niemals im Süßwasser, sondern 
nur im Meerwasser laicht. Sobald er erwachsen ist, tritt er seine Reise aus den 
Flüssen ins Meer an, um dort zu laichen. Diese Wanderungen finden namentlich in 
den stürmischen, finstern Nächten vom Oktober bis Dezember statt. (Nur die jungen 
Aale und einzelne ausgewachsene bleiben zurück, um im Schlamm ihren Winterschlaf 
zu halten.) Die Aale, welche im Meere ihren Laich abgesetzt haben, kehren nicht wieder 
in die Flüsse zurück. Man vermutet, daß sie bald nach dem Laichen sterben. 
Ihre Jungen dagegen wandern im nächsten April die Flüsse hinauf. Sie sind anfangs 
so groß wie ein Regenwurm. In dichten Zügen ziehen sie nahe am User entlang, so daß 
man sie mit Eimern fangen kann. Alle Hindernisse, z. B. Schleusen, Wasserfälle rc. wer¬ 
den überwunden, und wenn auch Tausende dabei den Tod finden, es bleiben immer noch 
genug übrig. Selbst der Rheinfall bei Schaffhausen soll sie nicht hindern können, ihren 
Weg nach dem Bodensee fortzusetzen. Mit Hilfe ihrer klebrigen Haut klettern sie an steilen 
Felsen empor, winden sich durch das feuchte Moos und halten sich an den Leibern der¬ 
jenigen fest, welche beim Erklettern schon ihren Tod gefunden haben. Jedoch besitzen nur 
die jungen Aale diese Kletterfähigkeit, bei den ausgewachsenen geht sie völlig verloren. 
117. Der Ikußkreös. 
1. Aufenthalt, Körperbau und Wahrung. Der Flußkrebs lebt bei uns 
überall in langsam fließenden, schlammigen Gewässern. Am Tage hält sich der 
von Kopf bis zu Fuß stark bepanzerte Krebs aus Furcht vor seinen vielen Feinden 
(Aal, Fischotter rc.) in Uferlöchern, unter Steinen oder Baumwurzeln verborgen. 
Erst am Abend wagt er sich hervor, um seine Nahrung zu suchen. Aber sieh, wie 
langsam er trotz seiner 10 Füße dahin marschiert! Besonders hinderlich sind 
ihm beim Vorwärtskommen die großen Scheren, die am 1. Fußpaare sitzen. Ihret¬ 
wegen kriecht der Krebs auch oft rückwärts. (Die Scheren des 2. und 3. Fußpaares 
sind nur klein, während die beiden letzten Fußpaare nur eine einfache Klaue haben.) 
Mit den großen Scheren aber kneipt er seine Feinde, mit ihnen ergreift er auch seine 
Beute. Beim Aufsuchen der Nahrung leisten dem Krebse die Fühler (2 kleine und 
2 sehr lange) gute Dienste. (Inwiefern?) Auch die Augen, die auf beweglichen Stielen 
sitzen und je nach Bedürfnis vorgestreckt oder unter den Stirnstachel eingezogen so¬ 
wie nach allen Seiten hin bewegt werden können, sind ihm hierbei recht nützlich. 
7*
	        

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Kahnmeyer, Ludwig, and Hermann Schulze. Anschaulich-Ausführliches Realienbuch. Braunschweig [u.a.]: Wollermann, 1889. Print.
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