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Deutschland

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN725771194
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6218226
Title:
Deutschland
Shelfmark:
GEL-II 6(1,1884)L
Author:
Weigeldt, Paul
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Brandstetter
Document type:
Monograph
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1884
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
ein geographisches Handbuch zum Gebrauche für Lehrer und Seminaristen

Chapter

Title:
A. Das Gebiet der Elbe
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutschland
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • A. Das Gebiet der Elbe
  • B. Das Gebiet der Oder
  • C. Das Gebiet der Weichsel
  • D. Das Gebiet der im Norden und im Osten von der Elbe mündenden Küstenflüsse
  • E. Das Gebiet der Weser
  • F. Das Gebiet des Rheines
  • G. Das Gebiet der Ober- und Mittel-Donau
  • H. Deutschland im ganzen und allgemeinen
  • Inhaltsverzeichnis
  • Namen- und Sachregister
  • Advertising
  • Binder

Full text

35 
Landstraßen und Wege. In den im Innern des Spreewaldes gelegenen 
Orten geht nach jedem Gehöfte, vielmals bis in die Scheune hinein, 
eine schmale Einfahrt. Aller Verkehr erfolgt auf kleinen Kähnen (im 
Winter Schlittschuhlaufen); „auf ihnen übt hier nicht nur der Fischer 
sein ergiebiges Handwerk, auf ihnen führt man auch das Vieh zur 
Weide und das Heu zur Scheuer, auf ihnen gleitet die Gemeinde 
am Sonntage zum Gotteshaus, und auf ihnen beschleicht mit unhör- 
barem Ruderschlag der Jäger das zahlreiche Wild." Ein großer Teil 
des ursprünglich sumpfigen Bodens ist entwässert und in Felder und 
Wiesen umgewandelt worden, ein kleinerer Teil durch einen blühenden 
Gartenbau (Gurken!) ausgezeichnet. Die Bewohner gehören zu den 
noch ihre Sprache und Tracht bewahrenden Lausitzer Wenden. 
Etwa eine Meile oberhalb der Mündung der Spree in die Havel 
liegt in einer unfruchtbaren Umgebung Berlins (1 123 000 Einw.), die 
deutsche Kaiserstadt. Ungefähr in der Mitte zwischen dem Meere und 
dem Gebirge gelegen, gleichweit von der Elbmündung und von Breslau, 
gleichweit von der Odermündung und vom Leipziger Tieflandsbusen, 
in Wasserverbindung mit der mittleren Elbe und Oder (mittelbar auch 
mit der Weichsel), ist Berlin eine der ersten Handelsstädte unseres Erd- 
teiles geworden. Es giebt aber auch kaum einen Zweig der Industrie 
(besonders Maschinenbau und Porzellansabrikation), der daselbst nicht 
vertreten wäre. Den Handel unterstützen viele Eisenbahnen (Deutschlands 
größter Eisenbahnstern), die schiffbare Spree mit mehreren Kanälen 
und zahlreiche Postanstalten (102) in allen Teilen der Stadt und Um- 
gegend. Durch seine trefflichen Bildungsanstalten für Wissenschaft und 
Kunst ist Berlin auch der geistige Mittelpunkt Norddeutschlands ge- 
worden. Ebenso ist es gleich ausgezeichnet durch die Regelmäßigkeit 
seiner Straßen, wie durch Schönheit und Großartigkeit seiner Gebäude. 
Der Glanzpunkt ist die Prachtstraße „Unter den Linden" (die fünf- 
fache Teilung!), 90 Schritt (61 m) breit und 1600 Schritt lang. West¬ 
lich von Berlin liegt Charlottenburg, ein beliebter Vergnügungsort 
der Berliner, bekannt durch das Mausoleum Friedrich Wilhelms III. 
und der Königin Luise. 
Oberhalb Spandau erweitert sich die Havel seenartig und behält 
diese Eigenschaft auch auf dem ganzen westlich gerichteten Laufe bei. 
An diesem Teile liegen Potsdam (dabei die Lustschlösser Sanssouci 
und Babelsberg, 50 000 Einw.) und Brandenburg, die älteste Stadt 
der Provinz (daher der Name!). Nun eilt die Havel in nordwestlicher 
Richtung der Elbe zu. 
Das Gebiet der unteren Spree und der Havel fällt in politischer 
Hinsicht zusammen mit dem westlichen größeren Teile der preußischen 
Provinz Brandenburg. 
Die Provinz Brandenburg ist das Stammland und der Mittelpunkt des preu¬ 
ßischen Staates. In vieler Hinsicht gehört sie aber zu den von der Natur am 
wenigsten begünstigten Provinzen. Keine andere hat die Sandflächen aufzuweisen, 
die man daselbst in den meisten Gegenden antrifft, und durch welche die Mark schon 
im Mittelalter eine traurige Berühmtheit („des heiligen römischen Reiches Streu- 
') „Berlin ist ein merkwürdiges Beispiel von dem Siege des Menschen über 
die Ungunst natürlicher Verhältnisse." 
3*
	        

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Weigeldt, Paul. Deutschland. Leipzig: Brandstetter, 1884. Print.
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