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Geschichte

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN663100445
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4658095
Title:
Geschichte
Shelfmark:
16 B 0089,2
Author:
Müller, Peter
Völker, J. A.
Place of publication:
Gießen
Publisher:
Roth
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1898
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler

Chapter

Title:
II. Bilder aus der deutschen Geschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
5. Die Völkerwanderung. 375-568
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Geschichte
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis der Geschichte
  • I. Bilder aus der alten Geschichte
  • 1. Die Ägypter
  • 4. Assyrer und Babylonier
  • 6. Die Griechen
  • 8. Die Römer
  • II. Bilder aus der deutschen Geschichte
  • 5. Die Völkerwanderung. 375-568
  • 8. Karl der Große (768-814)
  • 13. Heinrich IV. (1056-1106) und Papst Gregor VII.
  • 14. Die Kreuzzüge (1095-1291)
  • 17. Friedrich Barbarossa (1152-90)
  • 23. Wichtige Erfindungen und Entdeckungen
  • 26. Die Reformation
  • 31. Deutschland und Ludwig XIV. von Frankreich
  • 37. Die französische Staatsumwälzung
  • 43. Der deutsch-französische Krieg
  • Das römische Reich in seiner größten Ausdehnung um 100 n. Chr.
  • Europa am Ende der Völkerwanderung
  • Das Reich Karls des Grossen nach der Teilung im Vertrag von Verdun 843
  • Napoleons Kaiserreich im Jahre 1812
  • Advertising
  • Binder

Full text

32 Bilder aus der deutschen Geschichte. 
5. Me Mlkerwanderung. 375—568. 
Tie Hunnen. Den Anstoß zu der gewaltigen Bewegung, die fast sämtliche 
Völker Europas aus ihren ursprünglichen Wohnsitzen verdrängte, gaben die Hunnen, 
ein wildes Nomadenvolk, das 375 n. Chr. aus den Steppen Asiens nach "Europa 
vordrang. 
Sie waren von gebnmgenent, starkem Gliederbau, hatten hervorstehende Backenknochen schiefstehende 
Angen. eine gelbe Gesichtsfarbe und schwarzes, struppiges Haar. Ihre Kleider bestanden aus grobem lei¬ 
nenem Zeug ober aus Fellen von kleinem Gewilb. Sie lebten von Wurzeln, Kräutern und dem Fleisch 
aller möglichen Tiere, das sie unter ihrem Sattel mürbe ritten. Zum Fußkamvse waren sie untüchtig da¬ 
gegen schienen sie mit ihren häßlichen aber ausdauernden Pferden wie verwachsen. Aus der Ferne warfen 
sie ihre Wurfspeere und Pfeile mit Knochenspitzen, im Handgemenge gebrauchten sie das Schwert. 
Nachdem sie die Alanen (zwischen Don und Wolga) besiegt und zur Unter¬ 
werfung gezwungen hatten, bewältigten sie die Ostgoten. Deren greiser König Herman- 
rich mochte den Untergang seines Reiches nicht überleben und stürzte sich ln sein 
Schwert. Im Verein mit den unterjochten Völkern worfelt sich die Hunnen sodann 
auf die Westgoten. Diesen, als Christen, hatte Kaiser Valens erlaubt, sich im Lande 
südlich der Donau (dem heutigen Bulgarien, Rumelien :c.) niederzulassen. Als sie 
hier unter der Habgier und Härte der kaiserlichen Beamten zu leiden hatten, griffen 
sie zum Schwerte. Sie schlugen die römischen Legionen und plünderten die ganze 
Balkanhalbinsel. Nun zog der Kaiser selber gegen sie, wurde aber bei Adrianopel 
geschlagen und verbrannte elend in einer Bauernhütte (378). Unter dem Kaiser Theo- 
dosins wurden die Westgoten gut behandelt und verhielten sich deshalb ruhig. 
Alarich. Nach Theodosius' Tode erhoben sich die Westgoten unter ihrem tapferen 
König Alarich, durchzogen plündernd die Balkanhalbinfel und fielen in Italien ein. 
Schon näherten sie sich der Stadt Rom. Eilig schickte man Gesandte an Alarich, uni 
ihn zur Umkehr zu bewegen. Nur gegen Zahlung einer ungeheuren Summe ließ er 
sich endlich bestimmen, die Stadt zu verschonen (409). Aber schon im folgenden Jahre 
kehrte er wieder, eroberte die Stadt und plünderte sie aus. 40000 deutsche Sklaven 
erhielten dabei ihre Freiheit. Mit Beute beladen zog er nach Süditalien, um nach 
Sizilien unb von da nach Afrika überzusetzen. Da ereilte ihn ber Tob im 34. 
Lebensjahre. 
Die Goten waren untröstlich über den Verlust ihres verehrten Führers. Der Sage nach leiteten 
sie ben Flntz Buseuto ab, gruben in dessen Bett ein Grab und versenkten dahinein den Leichnam in voller 
Rüstung unb zu Pferbe fitzenb. Dann beckten sie bas Grab mit Erbe zu unb leiteten bas Wasser in sein altes 
Bett. Tie Sklaven, bie bäbei geholfen hatten, wurden getötet, damit niemand wisse, wo ihr großer König 
seine Ruhestätte gesunden habe. 
Alarichs Schwager unb Nachfolger Athaulf (Aböls) gab beu Zug nach Afrika 
auf. Er führte bas Volk infolge eines Vertrags mit Kaiser Honorins nach Süb- 
gaUien. Hier grünbete er bas Westgotenreich mit ber Hauptstabt Tolofa (Toulouse). 
Unter feinen Nachfolgern behüten bie Goten ihre Herrschaft auch über Spanien aus, 
inbent sie bie bort eingeivnnberten Suepen unb Alanen sich unterwarfen. Hauptstabt 
würbe Tolebo ant Tajo. Dieses Reich bestaub brei Jahrhunberte. 711 würbe es in 
ber Schlacht bei Xeres eine Beute ber aus Afrika eingebrungeiien Araber. 
Attila. Das Hunnenreich. Inzwischen waren bie Hunnen, bie ben Anstoß 
zu ber ganzen Bewegung gegeben hatten, in ben Ebenen Sübrußlanbs unb Ungarns, 
wo sie ausreichend Weiben für ihre Herben gefunben hatten, Porläufig zur Ruhe ge¬ 
kommen. Attila, ein gewaltiger Kriegshelb, ber sich am liebsten Gottes Geißel 
nennen hörte, vereinigte 444 sämtliche hunnische Stämme unter seinem Zepter. In 
einem großen Dorfe bei Tokay an der Theiß hielt er ein glänzendes Hoflager. 
Seine Beamten unb Heerführer wohnten in prächtigen Gemächern, aßen aus silbernen 
Schüsseln unb schmückten sich mit Prachtgewändern. Attila selber dagegen lebte höchst 
einfach. Er aß und trank aus hölzernen Schalen und kleidete sich in Tierfelle wie die 
Mehrzahl seines Volkes. Er faßte den Plan, alle Völker seinem Machtgebot zu 
unterwerfen und fein Reich bis an den Ozean auszudehnen. Mit einer halben 
Million Streiter brach er auf unb zog bonauaufwärts. Er fetzte über ben Rhein, 
zerstörte Worms, bie Hauptstabt ber Bnrgnnben, unb kam bis an bie Loire. Furcht 
unb Schrecken zogen vor ihm her, Blut, Leichen, verheerte Felber unb verbrannte Stäbte 
bezeichneten seinen Weg.
	        

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Müller, Peter, and J. A. Völker. Geschichte. Gießen: Roth, 1898. Print.
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