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Geschichte

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN663100445
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4658095
Title:
Geschichte
Shelfmark:
16 B 0089,2
Author:
Müller, Peter
Völker, J. A.
Place of publication:
Gießen
Publisher:
Roth
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1898
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler

Chapter

Title:
II. Bilder aus der deutschen Geschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
8. Karl der Große (768-814)
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Geschichte
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis der Geschichte
  • I. Bilder aus der alten Geschichte
  • 1. Die Ägypter
  • 4. Assyrer und Babylonier
  • 6. Die Griechen
  • 8. Die Römer
  • II. Bilder aus der deutschen Geschichte
  • 5. Die Völkerwanderung. 375-568
  • 8. Karl der Große (768-814)
  • 13. Heinrich IV. (1056-1106) und Papst Gregor VII.
  • 14. Die Kreuzzüge (1095-1291)
  • 17. Friedrich Barbarossa (1152-90)
  • 23. Wichtige Erfindungen und Entdeckungen
  • 26. Die Reformation
  • 31. Deutschland und Ludwig XIV. von Frankreich
  • 37. Die französische Staatsumwälzung
  • 43. Der deutsch-französische Krieg
  • Das römische Reich in seiner größten Ausdehnung um 100 n. Chr.
  • Europa am Ende der Völkerwanderung
  • Das Reich Karls des Grossen nach der Teilung im Vertrag von Verdun 843
  • Napoleons Kaiserreich im Jahre 1812
  • Advertising
  • Binder

Full text

38 
Bilder aus der deutschen Geschichte. 
standen den Bischöfen an Rang gleich, die Äbtissinnen re. unterstanden den Bischöfen 
ihres Sprengels. 
Die Mönche waren zu einem frommen, sittenstrengen Leben, zur Handarbeit, zur 
Pflege der Hilflosen und Kranken und zum Unterricht der Jugend verpflichtet. Viele 
Klöster, wie das in ei. Gallen und das auf der Insel Reichenau im Zeller See, waren 
lange Zeit Pflegestätten der Wissenschaft und Kunst. Die Klöster trugen sehr viel 
zur Ausbreitung und Befestigung des Christentums bei. Wo sie entstanden, schwanden 
die Wüsteneien, die Wälder wurden gelichtet, Sümpfe ausgetrocknet, der Ackerbau und 
die Tierzucht gefördert. Da mit den Klöstern regelmäßig Schulen verbunden waren, 
so förderten sie die Bildung und trugen viel zur Besserung der Sitten und Vermehrung 
des Wohlstandes bei. 
Die Karolinger. 
8. Karl der Krohe (768 — 814). 
Karls Regierungsantritt. König Pipm hatte schon bei Lebzeiten seine beiden 
Söhne Karl und Karlmann zu Königen der Franken ernennen und salben lassen. 
Nach des Vaters Tode regierte Karl im Norden und Karlmann im Süden. Karl- 
mann starb 771 und Karl wurde nach dem Willen der fränkischen Großen alleiniger 
Herrscher des Frankenreiches. Karlmanns Witwe floh mit ihren unmündigen Kindern 
nach Oberitalien zu ihrem Vater, dem Longobarden- 
könig Desiderius. Karl, der mit Recht den Bei¬ 
namen der Große führt, ist einer jener außerordent¬ 
lichen Menschen, die unsere Bewunderung erregen 
und deren Fehler und Schwächen inan bei ihren 
überwiegenden Verdiensten gern vergißt. Ausge¬ 
zeichnet als Krieger, Herrscher und Mensch faßte er 
zuerst den großen Gedanken, die deutschen Völker¬ 
schaften zu vereinen und durch das Christentum einer 
höheren Kultur entgegenzuführen. Dieses eine 
Ziel behielt er bei allen seinen Unternehmungen 
im Auge. 
Kriege mit den Sachsen. Neben den Franken 
waren die tapferen Sachsen der kräftigste deutsche 
Volksstamm. Ihr Gebiet erstreckte sich vom heutigen 
Holstein bis zum Rheine, und sie schieden sich in 
die Westfalen, Engern und Ostfalen. Sie waren 
Heiden und hielten fest an ihren altgermanischen Einrichtungen. Durch Fehde- 
und Raubzüge, die sie in das fränkische Gebiet unternahmen, hatten sie den Franken 
häufig Anlaß zum Kriege gegeben. Deshalb veranlaßte Karl aus dem ersten Reichs¬ 
tag, den er als Alleinherrscher in Worms hielt (772), den Beschluß, die Sachsen zu 
unterwerfen und zum Christentum zu bekehren. Bei dem hartnäckigen Widerstand der 
Sachsen und der häusig notwendigen Anwesenheit Karls in anderen Teilen seines aus¬ 
gedehnten Reiches dauerte es aber volle 30 Jahre, bis das Ziel erreicht war. 
Gleich auf seinem ersten Zuge nach Sachsen eroberte Karl die feste Er es bürg 
(an der Dieme!) und zerstörte das Nationalheiligtum der Sachsen, die Jrmiusul. 
Dies war ein riesenhafter Baum, der nach dem Glauben des Volkes das Weltall trug. 
Zwar wurde Friede geschlossen, doch folgten immer wieder neue Erhebungen, die mit 
Waffengewalt unterdrückt werden mußten. Endlich hatten die Sachsen sich der Not¬ 
wendigkeit gefügt, und ihr Heerbann wurde gegen die Slaven im Osten aufgeboten. 
Da wurde mitten im Frieden, auf Anstiften Wittekinds, beim Süntel ein fränkischer 
Heerhaufen überfallen und niedergemacht. Zur Strafe ließ Karl — nur dem Gefühl 
der Rache folgend — bei Verden an der Aller 4500 Sachsen enthaupten (782). 
Ein allgemeiner Aufstand war die Folge. Das Kriegsglück entschied indes gegen die Sachsen. 
Sie erlitten an der Hase eine entscheidende Niederlage. Da gelobten ihre Herzöge 
Wittefind und Albion Unterwerfung, versprachen die Ausbreitung des Christen-
	        

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Müller, Peter, and J. A. Völker. Geschichte. Gießen: Roth, 1898. Print.
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