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Geschichte

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN663100445
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4658095
Titel:
Geschichte
Signatur:
16 B 0089,2
Autor*in:
Müller, Peter
Völker, J. A.
Erscheinungsort:
Gießen
Verlag:
Roth
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1898
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler

Kapitel

Titel:
II. Bilder aus der deutschen Geschichte
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
17. Friedrich Barbarossa (1152-90)
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Geschichte
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis der Geschichte
  • I. Bilder aus der alten Geschichte
  • 1. Die Ägypter
  • 4. Assyrer und Babylonier
  • 6. Die Griechen
  • 8. Die Römer
  • II. Bilder aus der deutschen Geschichte
  • 5. Die Völkerwanderung. 375-568
  • 8. Karl der Große (768-814)
  • 13. Heinrich IV. (1056-1106) und Papst Gregor VII.
  • 14. Die Kreuzzüge (1095-1291)
  • 17. Friedrich Barbarossa (1152-90)
  • 23. Wichtige Erfindungen und Entdeckungen
  • 26. Die Reformation
  • 31. Deutschland und Ludwig XIV. von Frankreich
  • 37. Die französische Staatsumwälzung
  • 43. Der deutsch-französische Krieg
  • Das römische Reich in seiner größten Ausdehnung um 100 n. Chr.
  • Europa am Ende der Völkerwanderung
  • Das Reich Karls des Grossen nach der Teilung im Vertrag von Verdun 843
  • Napoleons Kaiserreich im Jahre 1812
  • Werbung
  • Einband

Volltext

Friedrich Barbarossa. 55 
au sönnen, vermählte Lothar seine einzige Tochter mit Heinrich dem Stolzen von Bayern 
und belehnte diesen auch mit dem Herzogtum Sachsen. So wurde zwischen den beiden 
Familien, den Welsen in Bayern und Sachsen und den Hohenstaufen m echtoabm und 
Franken, der Grund zu langem, blutigem Zwist gelegt. 
Die schwäbischen obex Hoherrstcrufischen Kcriser. 
Kovrad III. Nach Lothars Tode erlangten die Hohenstaufen das Übergewicht, 
indem Konrad III. von den deutschen Fürsten zum König gewählt wurde. Heinrich 
der Stolze, der selber gern König geworden wäre, lieferte zwar die Reichskleinodieu ab. 
Als aber der König verlangte, Heinrich solle eines seiner Herzogtümer abtreten, werl es 
wider Gesetz und Herkommen sei, daß ein Fürst zwei Herzogtümer zugleich besitze, 
da weigerte er sich. Heinrich wurde hieraus seiner beiden Herzogtümer verlustig er¬ 
klärt, und es kam zum Krieg. Nach Heinrichs des Stolzen Tode führte dessen Bruder 
Wels den Krieg noch zwei Jahre lang fort. Schließlich kam zwischen dem Kaiser und 
den Welsen ein Ausgleich zu stände, indem der Sohn Heinrichs des Stolzen, Hein¬ 
rich der Löwe, dem Herzogtum Bayern entsagte, Sachsen aber behielt. 
Die Metagerung von Wetnsberg. In diesem Kriege belagerte Kaiser Konrad die feste Stadt 
Weinsberg in Schwaben, die von Wels von Bayern aufs tapferste verteidigt wurde. Erzürnt hatte der 
Kaiser allen Verteidigern den Tod geschworen; nur den Weibern sollte mit ihrer kostbarsten Habe freier 
Abzug gestattet sein. ’ Als die Thore am folgenden Morgen sich öffneten, erschienen, wie die Sage meldet, 
sämtliche Frauen unb trugen als „kostbarstes Gut" ihre Männer ans dem Rücken. Tie Umgebung Konrads 
rief zwar, das sei nicht die Meinung des Vertrags, aber der Kaiser gewährte großmütig den Männern 
Gnade mit den Worten: „Ein Kaiserwort soll man nicht drehen noch beuteln!" Hier soll zum erstenmal 
bei Schlachtruf gehört worben sein: „Hie Wetfl" „Hie Waibling!" 
11. Iriedrich Barbarossa (1152—90). 
Person und Charakter. Nach seiner Rückkehr von dem erfolglosen zweiten 
Kreuzzuge hatte Konrad III. mit Umgehung seines noch unmündigen Sohnes seinen 
tapferen Neffen Friedrich, Herzog von Schwaben, zu feinem Nachfolger empfohlen. 
Wegen feines rötlichen Bartes nannten ihn die Italiener 
Barbarossa, und dieser Name blieb ihm fortan in 
der Geschichte. Friedrich, von herrlicher Gestalt, durch 
Einsicht, Frömmigkeit und jegliche Heldentugend aus¬ 
gezeichnet, hatte sich in feiner Regierung Karl den Großen 
zum Vorbilde genommen. Sein Hauptbestreben war 
daraus gerichtet, des Reiches Macht zu heben und das 
kaiserliche Ansehen — namentlich in Italien — wieder¬ 
herzustellen. Um den unseligen Streit zwischen den 
Welsen und Hohenstaufen auszugleichen, gab er Heinrich 
dem Löwen das Herzogtum Bayern zurück. Nur die 
Ostmark hatte er davon abgetrennt unb zu einem selb¬ 
ständigen Herzogtum erhoben. 
Friedrich und Italien. Nachdem Friedrich so in 
Deutschland den Frieden gesichert halte, zog er nach 
Italien, wo die Verhältnisse sich gegen früher wesentlich 
geändert hatten. Die lombardischen Städte, besonders 
Mailand, hatten sich allmählich von der Herrschaft der 
Bischöse und Grafen freigemacht und waren zu Reichtum 
und Bildung gelangt. Im Gefühle ihrer Kraft unb 
Freiheit unb im Besitz einer streitbaren Bürgermacht 
strebten sie nach Unabhängigkeit unb Selbstregierung unter 
freigewählten Konsuln unb Richtern. Sie kümmerten sich wenig um bic kaiserlichen 
Hoheitsrechte, zwangen bie benachbarten Stäbte zu einem Bunde und behandelten die 
Schwachen, die sich ihren Machtgeboten nicht fügen wollten, mit Härle und Un¬ 
gerechtigkeit. Diese Widerspenstigkeit trat schon auf Friebrichs erstem Zuge zu Tage. 
Sie alle zu züchtigen, fehlte ihm aber eine genügenbe Heeresmacht. Gleichsam als 
Warnung für bie übrigen zerstörte erbeshalb die mailändifche Bundesstadt Tortona, 
dann ließ er sich in Pavia mit der eisernen und iu Rom mit der Kaiserkrone schmücken 
und trat den Rückzug an. 
Friebrich Barbarossa.
	        

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Müller, Peter, and J. A. Völker. Geschichte. Gießen: Roth, 1898. Print.
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