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Lehrbuch der Erdbeschreibung

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN663110157
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4668100
Title:
Geschichtsrepetitionen für die oberen Klassen höherer Lehranstalten
Shelfmark:
T 10134
Author:
Junge, Friedrich
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Vahlen
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1885
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
1. Das Altertum
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
A. Die orientalischen Völker
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Table

Title:
1. Hamiten
Document type:
Monograph
Structure type:
Table

Contents

Table of contents

  • Lehrbuch der Erdbeschreibung
  • Binder
  • Title page
  • Vorbericht
  • Inhalt
  • Einleitung
  • Zur leichtern Uebersicht aller Theile des großen Erdmeers diene folgendes Schema
  • Zu Seite 15
  • Asien
  • Afrika
  • Europa
  • I) Europäische Türkei
  • II) Italien
  • III) Portugal
  • IV) Spanien
  • V) Frankreich
  • VI) Brittisches Reich
  • VII) Deutschland
  • VIII) Oestreichische Staaten außerhalb Deutschland
  • IX) Preußische Staaten außerhalb Deutschland
  • X) Die Schweiz
  • XI) Das Königreich der Niederlande
  • XII) Dänemark
  • XIII) Schweden mit Norwegen
  • XIV) Europäisches Rußland
  • Das Königreich Polen
  • Amerika
  • Australien
  • Geographisches Register
  • Historisches Register
  • Naturhistorisches und technologisches Register
  • Berichtigungen und Zusätze
  • Binder

Full text

Deutschland. 295 
Zwar drangen sie zur Zeit des Kaisers A u g u ft u s vom Rhein bis an 
die Weser und Eibe vor, und sprachen von Deutschland schon, als von 
einer eroberten Provinz; zwar versuchte es Qu in tilius Va rus, rö¬ 
mische Gesetze, Sitten und Sprache bey den Deutschen einzuführen: 
allein eben dieser Feldherr erlitt von ihnen eine gewaltige Niederlage. 
Armsniüs oder Hermann, pcfr der Cherusker war es, der die 
Römer um ihre Eroberungen brachte, und die Deutschen priesen ihn 
noch lauge in ihren Liedern als den Besserer ihres Vaterlandes. 
Städte gab es damals in Deutschland noch nicht; die Deutschen 
betrachteten sie als Beschränkng ihrer Freiheit. Die ersten Städte leg¬ 
ten die Römer längs dem Rhei..e und der Donau an. Deutschland war 
mit ungeheuren Waldungen und Sümpfen bedeckt; daher das Klima un¬ 
freundlich, kalt und feucht war. Obstbäume kannte man nicht, auch 
außer wildwachsenden Spargeln, Pastinakwurzeln und Rettigen kein 
Gemüse. Der wenige Ackerbau beschränkte sich auf Haber und Ger¬ 
ste, ans der sie auch Bier braueten. Der Hauptreichthum der Deut¬ 
schen bestand in ihren Heerde,:, Ochsen und Pferden. Die Schätze im 
Innem der Erde waren ihnen unbekannt. Den Weibern und Alten 
überließen sie die Sorge für das Hauswesen und den Acker; der Männer 
einziges Geschäft war Krieg und Jagd, wxlche letztere den der Menge 
des Wildes reichliche Ausbeute gab. In dem Ertrage der Jagd, in 
Fleisch, Milch und Käse bestand ihre meiste Kost; ihre Kleidung waren 
Thierfelle. 
Ihre.höchste Tugend schien kriegerische Tapferkeit zu seyn, ihre 
höchste Schärfte, ohne Schild aütz der Schlacht zurückzukehren. Selbst 
die Weiber' begleiteten ihre Männer mit in den Krieg. Aber sie besaßen 
noch eine höhe, e Tugend, Treue und Redlichkeit. 'Die römischen Kai¬ 
ser nahmen häufige Deutsche zu ihrer Leibwache. Dagegen waren ihre 
schlimmsten Leidenschaften Trunk urft Spielmcht. Wenn auf der einen 
Seite ihre ganse Lebensart ihren Körper abhärtete, so waren sie auf der 
andern Serte in Ausbildung des Geistes zurückgeblieben: doch waren sie 
keinesweges wilden Nationen gleichzustellen. Sie verehrten die Gestirne 
als Gottheiten, harten einen Gott des Donners, Thor, einen Gott des 
Krieges, Odin oder Wodan, eine Göttin der Ehen, Freia, von 
denen man den Namen der Tage Donnerstag, Dienstag und Freitag ab¬ 
leiten will. Ihre Priester opferten in heiligen Hainen und Wäldern. 
So wie sie überhaupt wenig von Künsten wußten, so war ihnen auch die 
Schreibekunst fremd. Erst im Herr Jahrhundert erfand der Gothe Ul- 
p hi las eine Buchstabenschrift für die Deutschen. 
Deutschland war unter viele Völkerschaften vertheilt, Sueven, 
Markomannen, Langobarden, Kütten u. s. w. Späterhin wurden die 
Alemannen, Franken, Sachsen, Gothen und andere bekannt. Diese 
waren es, die um das He Jahrhundert in die Länder des römischen Ge¬ 
biets eindrangen und neue Reiche gründeten (große Völkerwan- 
derung). 
Seit dem Jahre -zoo waren die Franken das mächtigste Volk 
in Deutschland. Diese errichteten in Gallien ein neues Reich. Ans 
ihren ältern Besitzungen und neuen Eroberungen bildete sich eine 
mächtige Monarchie, die unter der Regierung Karls des Großen 
ihren höchsten Glanz erreichte. 
Die Ausbreitung des Christenthums, das in den eroberten römi- 
schen Ländern schon früher von den'Deutschen angenommen war, batte 
in Deutschland selbst ein englischer Mönch, Winfried (Bonifa- 
cins) äußerst thätig seit 715 betrieben. Die Sachsen, ein tapferes
	        

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Hofmann, Friedrich. Griechische Geschichte. Berlin: Springer, 1881. Print.
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