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[Bd. 5A, [Schülerbd.]] ([Bd. 5A, [Schülerbd.]])

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN893549037
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15140143
Title:
Mecklenburgisches Lesebuch für mehrstufige Schulen
Place of publication:
Schwerin
Publisher:
Lesebuchkommission
Document type:
Multivolume work
Collection:
Readers,imperial Germany
Publication year:
1908
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN893549207
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15140045
Title:
[Bd. 5A, [Schülerbd.]]
Shelfmark:
DD-II 16(2,08)-5a
Volume count:
[Bd. 5A, [Schülerbd.]]
Place of publication:
Schwerin
Publisher:
Lesebuchkommission
Document type:
Volume
Collection:
Readers,imperial Germany
Publication year:
1908
Edition title:
Zweite Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
D. Bilder aus der Natur
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Mecklenburgisches Lesebuch für mehrstufige Schulen
  • [Bd. 5A, [Schülerbd.]] ([Bd. 5A, [Schülerbd.]])
  • binder
  • Title page
  • Das menschliche Leben in Bildern
  • B. Bilder aus der Geschichte
  • C. Bilder aus der Erdkunde
  • D. Bilder aus der Natur
  • Inhaltsverzeichnis
  • Anhang. Wiederholung von Gedichten
  • binder

Full text

233 
Dein Urgroßvater wußte nun wohl, daß er die ganze Nacht in 
dieser Lage würde zubringen müssen; er besann sich aber doch, ober nicht 
Lärm machen und um Hülfe rufen sollte. Er tat es, aber die Bestien 
liehen sich nicht verscheuchen; kein Mensch war in der Nähe, das Haus 
zu weit entfernt. Damals hatte die Türkentanne unter dem abgerissenen 
Wipfelstrunk, wo heute die wenigen Reiserbüschel wachsen, noch eine dichte, 
vollständige Krone aus grünenden Nadeln. Da denkt sich dein Urgro߬ 
vater: „Wenn ich denn schon einmal hier Nachtherberge nehmen soll, so 
klimme ich noch weiter hinauf in die Krone." Und er tat's und ließ 
sich oben in einer Zweigung nieder, da konnte er sich recht gut an die 
Äste lehnen. 
Unten ist's nach und nach ruhiger, aber das Wetterleuchten wird 
stärker, und an der Abendseite ist dann und wann ein fernes Donnern 
zu vernehmen. — „Wenn ich einen tüchtigen Ast bräche und hinabstiege 
und einen wilden Lärm machte und gewaltig um mich schlüge, man 
meint', ich müßt' den Rabenäsern entkommen!" so denkt dein Urgroßvater 
— tut's aber nicht; er weiß zu viele Geschichten, wie Wölfe trotz alle¬ 
dem Menschen zerrissen haben. 
Das Donnern kommt näher, alle Sterne sind verloschen — 's ist 
finster wie in einem Ofen: nur unten am Fuße des Baumes funkeln die 
Augensterne der Raubtiere. Wenn es blitzt, steht wieder der ganze Wald 
da. Nun beginnt es gar zu sieden und zu kochen im Gervölke wie in 
tausend brauenden Kesseln. „Kommt ein fürchterliches Gewitter," denkt 
sich dein Urgroßvater und verbirgt sich unter die Krone, so gut er kann. 
Der Hut ist ihm hinabgefallen, und er hört es, wie die Bestien den Filz 
zerfetzen. Jetzt zuckt ein Strahl über den Himmel, es ist einen Augen¬ 
blick hell wie zur Mittagsstunde — dann bricht in den Wolken ein 
Schnalzen und Krachen und Knallen los, und weithin hallt es im Gewölle. 
Jetzt ist es still, still in den Wolken, still auf der Erde — nur um 
einen gegenüberliegenden Wipfel flattert ein Nachtvogel. Aber bald er¬ 
hebt sich der Sturm, es rauscht in den Bäuinen, es tost durch die Äste, 
eiskalt ist der Wind. Dein Urgroßvater klammert sich fest an das Ge¬ 
äste. Jetzt flammt wieder ein Blitz, schwefelgrün erleuchtet ist der Wald; 
alle Wipfel neigen sich, biegen sich tief; die nächststehenden Bäume schlagen, 
es ist, als fielen sie heran. Aber die Tanne steht starr und ragt hoch 
iiber den ganzen Wald. Unten rennen die Raubtiere wild durcheinander 
und heulen. Plötzlich saust ein Körper durch die Äste wie ein Steinwurf. 
Da leuchtet es wieder — ein schneeweißer Knollen hüpft auf dem Boden 
und kollert dahin. Dann finstere Nacht. Es braust, siedet, tost, krachend 
stiirzen Wipfel. Ein Ungeheuer mit weitschlagenden Flügeln, im Augen¬ 
blicke des Blitzes gespenstige Schatten werfend, naht in der Luft, stürzt 
der Tanne zu und birgt sich gerade über deinem Urgroßvater in die Krone. 
Ein Habicht war's, Junge, ein Habicht, der aus der Tanne sein Nest 
gehabt.
	        

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[Bd. 5A, [Schülerbd.]]. Schwerin: Lesebuchkommission, 1908. Print.
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