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Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte für Töchterschulen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN663450624
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4715122
Title:
Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte für Töchterschulen
Shelfmark:
19 B 0523
Author:
Wollschläger, C. S.
Place of publication:
Eisenach
Publisher:
Bacmeister
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1873
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
C. Die neue Zeit. Von 1517 bis auf die Gegenwart
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
c. Von 1789-1872
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte für Töchterschulen
  • Binder
  • Cover
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhalt
  • A. Das Alterthum. Von 3500 vor Chr. bis 476 nach Chr.
  • I. Der Orient
  • II. Die Griechen
  • III. Rom
  • B. Das Mittelalter. Von 476 bis 1517 nach Chr.
  • a) Von 476-1254
  • b. Von 1254-1517
  • C. Die neue Zeit. Von 1517 bis auf die Gegenwart
  • a. Von 1517-1648
  • b. Von 1648-1789
  • c. Von 1789-1872
  • Anhang. Kurzgefaßte Zahlen-Tabelle zum Auswendiglernen
  • Binder

Full text

118 
Die französische Revolution. 
waren. Zugleich hatte die empörende Willkühr der Könige und 
Minister seit Ludwig XIV. das Königthum verhaßt gemacht, das 
sittenlose Leben Lndwig's XV. es auch in Verachtung gebracht; endlich 
hatten die Schriften von gottlosen Denkern (Weltweisen, Philo¬ 
sophen) — Voltaire, Rousseau nnd vorher von englischen Schrift¬ 
stellern, welche sich die höhnendsten Angriffe auf den Glauben an Gott, 
die Bibel und das Christenthum erlaubten — das Volk zu unüber¬ 
legten Neuerungen begierig gemacht: es verlangte nun nicht nur nach 
Abstellung von Mißbrauchen und Uebelständen, sondern nach einer 
gänzlichen unübersehbaren und aussichtslosen Umgestaltung alles Be¬ 
stehenden (— was man „Revolution" nennt). 
Zwar König Ludwig XVI. von Frankreich (1774—1793) hatte 
persönlich den besten Willen, doch nicht die rechte Kraft, den von seinen 
Vorgängern ans dein Throne verursachten Schaden zu heilen und die 
Zustände zn bessern. Die Theilnahme Frankreichs am nordamerikanischen 
Befreiungskämpfe vermehrte noch die Freiheitsliebe im französischen 
Volke. Um der (Finanz-) Geld - Noth abzuhelfen, beschränkte der 
französische Minister Turgot den Aufwand am Hofe nnd besteuerte 
den Adel und die Geistlichkeit, wurde aber dafür gestürzt. Ebenso 
sein Nachfolger, der Minister Necfer. Um einer drohenden Gefahr 
vorzubeugen, berief der neue Minister Calonne 1787 die s. g. No- 
tabeln-Versammlung. Da aber auch er, so wie sein Amtsnachfolger 
Brienne, dem Widerstreben der bevorzugten Stände weichen mußte, so 
wurden auf des zurückberufenen Ministers Necker Rath die Stände 
des Reichs (1789) einberufen, — welche feit dem Jahre 1614 nicht 
mehr von den Königen befragt worden waren. Weil aber die Mehr¬ 
heit der hohen Geistlichkeit und des Adels — des s. g. ersten und 
Zweiten Standes — mit dem Bürgerstande (dem s. g. dritten Stande) 
nicht gemeinschaftlich (— sondern getrennt —) berathen wollte, so 
erklärte sich der dritte Stand (also der Bürgerstand) allein für die 
wahre (französische) Nationalversammlung und machte so den Anfang 
zur (französischen) Revolution (1789). Im weiteren Fortgang der¬ 
selben erklärte sich der dritte Stand zu einer constituirendett Ver¬ 
sammlung (1789 —1791). Der König wagte schon nicht mehr 
seinen (gerechten) Willen gegen das aumaßliche Bürgerthum durch¬ 
zusetzen, sondern befahl sogar dem Adel und der Geistlichkeit, sich mit 
dem Bürgerstande zu vereinigen. 
Die nun vom Hofe angeordnete .Zusammenziehung eines Heeres 
(um möglicherweise noch den beginnenden Brand der Empörung zu 
ersticken) und die abermalige Entlassung Necker’ö veranlaßte zu Paris
	        

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Wollschläger, C. S. Leitfaden Beim Ersten Unterricht in Der Geschichte Für Töchterschulen. Eisenach: Bacmeister, 1873. Print.
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