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Mittelalter (2)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN648843637
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4102879
Titel:
Leitfaden der Geschichte in Tabellenform
Autor*in:
Meyer, Edmund
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Weidmann
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1890
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für preussische höhere Lehranstalten

Band

Persistenter Identifier:
PPN663638720
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4745878
Titel:
Mittelalter
Signatur:
98.0069-2
Autor*in:
Meyer, Edmund
Bandzählung:
2
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Weidmann
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1890
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für preussische höhere Lehranstalten

Kapitel

Titel:
C. Deutschland Weltreich als römisches Reich deutscher Nation (843-1517)
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Tabelle

Titel:
III. Zeit des gestürzten Kaisertums: Hausmachtpolitik der Kaiser und Änderung der Reichsverfassung; Emporkommen Frankreichs; Fall des Papsttums; Vordringen der Osmanen. 1250-1517
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Tabelle

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Leitfaden der Geschichte in Tabellenform
  • Mittelalter (2)
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorbemerkung
  • Mittelalter. (476-1517). Vorbemerkung
  • A. Geschichte der deutschen Stämme
  • B. Das Fränkische Reich als Weltreich
  • C. Deutschland Weltreich als römisches Reich deutscher Nation (843-1517)
  • I. Die Nationalreiche. Übergang des Kaisertums an Deutschland. Blüte desselben und Herrschaft über das Papsttum. 843-1075
  • II. Kampf des Papsttums gegen das Kaisertum und sein Sieg. Die Kreuzzüge: Kampf der arisch-christlichen mit der semitisch-islamitischen Welt. 1075-1250
  • III. Zeit des gestürzten Kaisertums: Hausmachtpolitik der Kaiser und Änderung der Reichsverfassung; Emporkommen Frankreichs; Fall des Papsttums; Vordringen der Osmanen. 1250-1517
  • Anhang
  • Einband

Volltext

— Ill — 
riehts hiefs Stuhlherr, das Gericht Freistuhl, daher Freigraf 
(Richter), Freigrafschaft, Freischöffe. — Die Freigrafen sahen 
sich mit Pieclit als k aiser liehe Richter an, gründeten aber darauf 
den Anspruch, dafs sie wie der Kaiser für das ganze Reich, 
nicht nur für ihren Sprengel Klagen in Kriminalsachen annehmen 
und dafs die Freischöifen auch an allen Freistühlen des Reichs 
(ca. 200) als Schöffen fungieren könnten. Daraus entstand ein 
‘Bund’ der Freischöffen, die sich ‘Wissende’ nannten und geheime 
Erkennungszeichen, aber auch die Verpflichtung hatten, für die 
Vollstreckung der Urteile überall zu sorgen. Die Sitzungen waren 
teils öffentlich, teils heimlich. — Gegen die in ihre Territorien 
übergreifende Gerichtsbarkeit der Freigerichte wehrten sich alle 
Stände, zumal sie wegen verweigerter Gerichtsbarkeit auch Civil- 
sachen vor sich zogen. Daher nach und nach zurückgedrängt, ver¬ 
loren sie durch die Reformen des Gerichtswesens unter Maximilian 
(s. z. 1495) ganz ihre Bedeutung und bestanden nur als Polizei¬ 
gerichte bis 1811 in Westfalen fort, wo die französische Gesetz¬ 
gebung sie beseitigte. Der letzte‘Freigraf’ starb 1835_und nahm 
die ‘Losung’ der ‘Wissenden’ mit ins Grab. — ^ gl. die Schilde¬ 
rung des Freigrafen in Immermanns Münchhausen. 
1356 Die Goldene Bulle,1) das Grundgesetz der späteren Reichsverfassung, 
auf den Reichstagen zu Nürnberg und Metz erlassen. 
Die Goldene Bulle, lateinisch abgefafst, ist als der formelle 
Abschlufs der Erklärungen von 1338 anzusehen. Sie behandelt in 
2 Abschnitten und 30 Kapiteln 1) die Wahl des deutschen 
Königs durch die allein berechtigten 7 Kurfürsten des Sachsen¬ 
spiegels (o. S. 89’) und 2) Faustrecht und Landfrieden. — Die 
Kurstimme wird an den Besitz der Kur lande geknüpft, die für 
unteilbar erklärt werden (vgl. o. S. 161), und so der Streit der 
verschiedenen Linien der kurfürstlichen Häuser beendet. Die Kur¬ 
fürsten erhalten wichtige Vorrechte, z. B. das ‘jus de non evocando’, 
d. h. die Unterthanen der Kurfürsten dürfen nicht vor ein fremdes 
Gericht gefordert werden, nur im Fall der Rechtsverweigerung 
vor das kaiserliche Hofgericht. — In Betreff des Landfriedens 
werden die Bestimmungen über die Fehde (o. S. 57) sanctioniert 
und alle eigenmächtigen Verbindungen der Städte und einzelner 
Personen verboten, insbesondere das Pfahlbürg.errecht, ver¬ 
möge dessen sich Fremde, um den Schutz der an Macht wachsenden 
Städte zu geniefsen, in das Bürgerrecht einer Stadt aufnehmen 
liefsen, ohne dort zu wohnen: ein oft angewandtes Mittel, um sich 
der Gewalt der Landesherren zu entziehen. — Auffallend ist 
die Bevorzugung Böhmens. Die Goldene Bulle galt bis an 
das Ende des alten Reiches. — Vertreter der Erzbeamten waren 
die Erbbeamten: z. B. Erbschenken v. Limburg; vgl. o. S. 96*. 
1363 Karl schliefst eine Erbverbrüderung mit den Markgrafen von 
Brandenburg und benutzt die Geldnot derselben, um die Verwal¬ 
tung der Mark an sich zu bringen: als durch die gute Finanz¬ 
verwaltung Nicolaus von Bismarcks2) die Aussichten des 
Kaisers auf Erwerbung der Mark schwinden, erzwingt er 
’) Den Urkunden wurden Siegel (ursprünglich aus Wachs) augehängt, die zum Schutze in 
eine meist bleierne Kapsel, bulla, eingelegt wurden. Wichtige Urkunden erhielten eine goldene 
Kapsel. So existierte auch für Böhmen eine ‘goldene Bulle’ genannte Urkunde. 
2) Die Bismarck sind ein Ministerialengeschlecht, das zur Burgmannschaft der Borg 
bei Stendal gehörte, aber in die dortige patricische Gilde der Kaufleute und Gewandschneider 
(unbeschadet seines Adels) eingetreten war und seit 1250 in den Ratslisten oft vorkommt.
	        

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Winderlich, Carl. Lehrbuch Der Weltgeschichte. Leipzig: Wigand, 1852. Print.
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