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[Bd. 2] (Bd. 2)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN663651298
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4761894
Title:
Lehrbuch der Geschichte für preußische Mittelschulen
Author:
Donat, Friedrich
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Freytag
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Edition title:
Ausg. für konfessionell gemischte Schulen
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN663652332
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4761909
Title:
[Teil 2]
Shelfmark:
19 B 0091,1
Author:
Donat, Friedrich
Volume count:
2
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Freytag
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1912
Edition title:
Ausg. für konfessionell gemischte Schulen [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Map

Title:
Deutschland nach dem westfälischen Frieden 1648
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Map

Contents

Table of contents

  • Geographische Bilder
  • [Bd. 2] (Bd. 2)
  • Binder
  • Title page
  • Inhalt
  • I. Bilder aus Asien
  • [Kap. 1 - 20]
  • [Kap. 21 - 40]
  • [Kap. 41 - 52]
  • II. Bilder aus Afrika
  • III. Bilder aus Amerika
  • IV. Bilder aus Australien
  • Anhang
  • Binder

Full text

144 
Rücksichten steht er auf derselben Stufe mit den andern, und der Ge¬ 
danke, diese seiner Willkür zu unterwerfen, kann sich nie in ihm er¬ 
heben. Ein junger Fürst, der vielleicht soeben allen Mut, den sein 
Rang erfordert, in der Schlacht gezeigt hat, kann nicht wagen, sich in 
Gegenwart eines Greises zu setzen, ehe er dazu Erlaubnis erhalten 
hat. Seine einzigen Vorrechte bestehen darin, daß er die Hälfte der 
Beute, die dem Feind abgenommen wird, und die Hälfte des Ertrages 
der Zölle erhält. 
Gastfreundschaft ist eine Tugend, die bei den Cirkassiern in großer 
Ehre steht, und ihre Rechte sind geheiligt; aber um ihrer zu genießen, 
muß man sich einen Beschützer unter ihnen gewählt haben. Dies ist 
jedoch nicht schwer, und ein kleines Geschenk dazu reicht hin, indem 
die gewühlte Person sich immer durch den Vorzug geschmeichelt fühlt. 
Sie wird dadurch der Wirt (Konak) des Gastes, und ist auf der einen 
Seite ihren Landsleuten für das Betragen des Gastes, und diesem für 
feine Sicherheit und sein Eigentum verantwortlich. Sobald man dieses 
Bündnis eingegangen, ist nian einer herzlichen Aufnahme und bereit¬ 
willigen Dienstfertigkeit sicher. Die Cirkassier haben einen gewissen 
Stolz, den ihnen ihre Erziehung und ihr Verkehr mit den Türken ge¬ 
geben hat, allein sie sind wahrer Freundschaft fähig, wenn man ihnen 
dazu entgegeukommt. 
Die Religion der Cirkassier ist em Gemisch von halbvergessenem 
Christentum uud vou Erinnerungen an älteren Götterdienst. Sie haben 
Priester, welche vor Altären, die mit Kreuzen geheiligt werden, Opfer 
verrichten, welche im Schlachten von Schafen, Ziegen und Ochsen be¬ 
stehen, denen zuvor Wein auf den Kops gegossen wird. Sie erkennen 
einen Gott und eine Mutter Gottes an, aber die Geschichte der letztem 
ist auf die sonderbarste Art mit der der Göttin der Bienen vermischt. 
Die himmlischen Mächte niederer Klasse nennen sie Apostel; besonders 
angesehen sind drei Göttinnen, die Eintracht stiften und über Reisende 
wachen; ihnen wird geopfert, ehe man die Reise anfängt, und wenn 
man das Ziel derselben erreicht hat. Sie haben eine Menge von 
Festen, deren heiligstes das Osterfest ist, wobei sie sich einen Monat 
lang des Essens von Eiern enthalten. 
Sie essen nie Fleisch, als wenn sie ein Opfer gebracht, und wenn 
sie Fremde bei sich haben; bei diesen Gelegenheiten wird das Essen 
nach türkischer Art auf kleinen runden Tischen aufgetragen, der Fremde 
ißt allein, der Hausherr und seine Familie stehen ehrerbietig hinter 
ihm. Der Fremde bietet dem einen und dem andern Stücke von dem, 
was ihm aufgetragen wird, an, uud wenn er von einer Schüssel ge¬ 
gessen hat, so kommt sie an den Hausherrn, nach ihm an seine Familie, 
und am Ende an die Sklaven. Die Frauen essen besonders und 
schämen sich, von Männern dabei gesehen zu werden; man ißt nur 
mit hölzernen Löffeln, und bedient sich der Finger statt der Gabeln; 
vor und nach dem Essen bringen Sklaven Wasser zum Waschen der
	        

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Citation recommendation

Mauer, August. [Bd. 2]. Langensalza: Greßler, 1886. Print.
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