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Geschichts-Bilder

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN667980547
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-5051128
Titel:
Geschichts-Bilder
Signatur:
HK-II 31(8,1878)
Autor*in:
Mauer, August
Erscheinungsort:
Langensalza
Verlag:
Greßler
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1878
Ausgabenbezeichnung:
8., verm. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
Darstellung der wichtigsten Begebenheiten und berühmtesten Personen aus der Alten Geschichte, dem Mittelalter, der neuen und neuesten Zeit

Kapitel

Titel:
III. Bilder aus der neuen und neuesten Zeit
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Luthers Kampf gegen Ablaß
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Geschichts-Bilder
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhalts-Uebersicht
  • I. Bilder aus der alten Geschichte
  • Die Aegyptier
  • Die Perser
  • Die Griechen
  • Die Perserkriege in Griechenland
  • Die Römer
  • Rom unter Kaisern
  • II. Bilder aus dem Mittelalter
  • Die deutschen Völkervereine
  • Die Lehren des Koran
  • Kaiser Karl der Große (768-814)
  • Kaiser Otto I. (936-973)
  • Der erste Kreuzzug (1096)
  • Die Vehmgerichte
  • Die wichtigsten Erfindungen des Mittelalters
  • III. Bilder aus der neuen und neuesten Zeit
  • Luthers Kampf gegen Ablaß
  • Kaiser Karl V. (1520-1558)
  • Die Bartholomäusnacht oder Bluthochzeit (1572)
  • Friedrich der Große (1740-1786)
  • Die französische Revolution (1789)
  • Napoleons Zug nach Rußland
  • Der Wiener Kongreß und der neue deutsche Bund
  • Der nordamerikanische Bürgerkrieg (1861-1865)
  • Preußens Feldzüge gegen Oesterreich und dessen Verbündete im Jahre 1866
  • Der deutsch-französische Krieg vom Jahre 1870 bis 1871
  • Anhang
  • Einband

Volltext

237 
Christum hin. Dies ist dem Doctor Luther ein lebendiger Trost in 
seinem Herzen gewesen. 
Der fromme Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen 
hatte zu Wittenberg 1502 eine Universität gegründet. Doktor 
Johann Staupitz, welcher damals über 40 Augustiner-Klöster 
gesetzt war, hatte Befehl, sich nach gelehrten Leuten umzusehen und 
solche gen Wittenberg zu fordern. Da er an Luthern eine sonder¬ 
liche Geschicklichkeit und ernstliche Frömmigkeit spürt, bringt er den 
Bruder Martin als Universitätslehrer nach Wittenberg im Jahre 
1508. Mit allem Fleiße studirte dieser allda die heilige Schrift und 
erklärte sie so trefflich, daß sich schon zu der Zeit gute Leute dar¬ 
über verwunderten. 
Im Jahre 1510 sandte ihn sein Orden nach Rom. Hier sah 
er den Papst und lernte gar viele gottlose Geistliche kennen. Be¬ 
sonders war er darüber sehr unwillig, daß sie den Gottesdienst so 
leichtsinnig betrieben. Es hat ihn das nachmals wohl gestärket, da 
er so ernstlich wider die römischen Gräuel schrieb. Auch hat er sich 
an seinem Tische oft vernehmen lassen, er wollte nicht tausend Gul¬ 
den dafür nehmen, daß er Rom nicht sollte gesehen haben. 
Im Jahre 1512 würd; Bruder Martin zum Doktor der hei¬ 
ligen Schrift in Wittenberg erklärt, nachdem er öffentlich einen 
theuern Eid geschworen, er wolle die Bibel sein Lebelang studiren 
und predigen. 
Luthers Kampf gegen den Ablaßt) 
Im Jahre 1516 kam nach Deutschland ein Mönch, Johann 
Tetzel, und verkaufte auf Befehl etlicher Bischöfe im deutschen 
Lande römischen Ablaß um Geld. Er machte davon groß Gepränge. 
Mit vielen Feierlichkeiten zog er in die Städte ein. Auf einem 
Kissen von Sammet wurde die päpstliche Bulle (das ist eine Kapsel, 
worin das päpstliche Schreiben lag, welches den Ablaß verkündigte) 
vorangetragen. Die Priester, der Magistrat und die Schuljugend 
der Städte zogen mit Kerzen und Fahnen ihm entgegen; alle Glocken 
läuteten. So ging es in die Kirche. Nun begann der Handel. 
Tetzel hatte zwei Kasten bei sich; in dem einen waren die Zettel, 
in dem andern befand sich das Geld. Er pflegte wohl zu rufen: 
»Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer 
springt.« Es gab Ablaßbriefe für alle Vergehen, für Dieb stahl, 
Meineid, Mord, Gewaltthat. 
Tetzel legte seinen Ablaßkram auch zu Jüterbogk aus. Er 
behauptete, die Ablaßgnade wäre eben die Gnade, wodurch ber 
Mensch mit Gott versöhnt würbe; bie Vergebung ber Sünben wäre 
ohne Reue, Leib ober Buße zu haben, wenn Einer des Papstes 
*) Nach Matthesüis. 
!
	        

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Mauer, August. Geschichts-Bilder. Langensalza: Greßler, 1878. Print.
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