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Erzählungen aus der Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit (2. Theil, [Schülerband])

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN667980547
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-5051128
Title:
Geschichts-Bilder
Shelfmark:
HK-II 31(8,1878)
Author:
Mauer, August
Place of publication:
Langensalza
Publisher:
Greßler
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1878
Edition title:
8., verm. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
Darstellung der wichtigsten Begebenheiten und berühmtesten Personen aus der Alten Geschichte, dem Mittelalter, der neuen und neuesten Zeit

Chapter

Title:
I. Bilder aus der alten Geschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
Die Perser
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lehrbuch der Geschichte für Volks- und Bürgerschulen
  • Erzählungen aus der Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit (2. Theil, [Schülerband])
  • Binder
  • Title page
  • Erzählungen aus der Geschichte des Mittelalters
  • Erzählungen aus der Geschichte der Neuzeit
  • Inhalt
  • Advertising
  • Binder

Full text

37 
und der Sohn dieser Ehe behauptete unter Mißachtung des salischen 
Erbfolgegesetzes ein näheres Recht auf den Thron von Frankreich zu 
befitzen, als Philipp VI. In Folge dessen brach zwischen den beiden 
Nebenbuhlern ein furchtbarer Krieg aus, in dem Eduard zuerst die 
Seeschlacht bei Sluys gewann (1340), in der an 30000 Franzosen den 
Tod fanden, während die Engländer nur 4000 Mann verloren. 
(Die Schlacht von Crecy.) Die Waffen ruhten nun einige 
Zeit und mittlerweile suchte der päpstliche Legat einen Frieden herzu— 
stellen, jedoch vergeblich, denn Eduard III brach mit einem Heere in 
Frankreich ein und zog mit demselben nach Crech, wo er von Philipp VI, 
der an der Spitze eines weit zahlreicheren Heeres von 8000 Reitern 
und 60.000 Mann Fußvolk stand und in dessen Reihen auch der kriegs⸗ 
lustige und nach Abenteuern dürstende blinde Böhmenkönig Johann von 
Luxenburg mit seinem Sohn dem spätern Kaiser Karl IVsich befand, zur 
Schlacht gezwungen wurde. Das Kriegstalent des englischen Königs, 
dem sein Sohn Eduard, von seiner schwarzen Rüstung der schwarze 
Prinz benannt, als Führer des zweiten Treffens hilfreich zur Seite 
stand, sowie die Kühnheit und Tapferkeit der englischen Armbrustschützen 
entschied die Schlacht zu Gunsten der Engländer, die einen glänzenden 
Sieg gewannen. Auf französischer Seite fielen der blinde Böhmen— 
könig, der Herzeg von Lothringen, zwei Bischöfe, viele Grafen, 1600 
Barone, 4000 Edelknappen und 20.000 gemeine Soldaten. Zum 
erstenmale wurde in einer großen Schlacht die Erfindung des Schieß— 
pulvers verwerthet; Kanonen, die allerdings nicht die Vollkommenheit 
unserer heutigen Geschütze haben, trugen mit zur Entscheidung des 
Tages bei. 
(Die Schlacht von Maupertuis. Ein mehrjähriger Waffen⸗ 
stillstand unterbrach darauf den Kampf, während dessen sich die Eng— 
läunder in ihren Eroberungen, die sich im Norden und Westen von 
Frankreich hinzogen, festzusetzen suchten. Im J. 1355 brach der Krieg 
zwischen Eduard III und Johann (dem Sohn Philipps VI) von neuem 
aus; an der Spitze der englischen Truppen stand diesmal der schwarze 
Prinz, der siegreich das Land bis an den Fuß der Pyrenäen durchzog, 
und 500 Städte, Burgen und Ortschaften zertrümmerte, ohne daß sich 
ein nennenswerther Widerstand gegen ihn erhob. Endlich rückte ihm 
der König Johann an der Spitze eines Heeres entgegen, das neben 
zahlreichen Herzögen, Grafen und Bannerherren an 20.000 Schwer⸗ 
bewaffnete zühlte, während der schwarze Prinz nur über 6000 Arm— 
brustschützen und 2000 Schwerbewaffnete gebot. Gern wäre der letztere 
der Schlacht ausgewichen und bot deshalb dem Könige die Herausgabe
	            		
8 aller Gefangenen und die Uebergabe aller eroberten Burgen an, allein sein Anerbieten wurde als zu gering zurückgewiesen und von ihm ver—⸗ langt, daß er sich gefangen geben solle. Diese Forderung wurde von englischer Seite zurückgewiesen und so mußte das Schlachtenloos ent⸗ scheiden. In der Ebene von Maupertnis, zwei Meilen von Poitiers, stießen die beiden Heere aufeinander (18566) und auch hier erlangten die Engländer durch treffliche Ausnützung der Bodenbeschaffenheit, die es den Franzosen unmöglich machte, ihre Uebermacht zu entfalten, einen Sieg, der noch glänzender war, als der von Crecy, denn nicht bloß die Blüthe des französischen Adels lag erschlagen auf dem Schlacht⸗ felde, König Johann selbst fiel als Gefangener in die Hände der Sieger. So sehr der schwarze Prinz in der Schlacht durch seine Tapferkeit glänzte, so überbot er dieselbe doch noch durch Bescheidenheit, die er nach dem Siege an den Tag legte. Den König und die gefan— genen Fürsten bediente er bei der Tafel und wollte in Gegenwart so hoher Fürsten nicht einmal Platz nehmen. (Die Folgendes weitern Kampfes.) Die Folge dieser Schlacht war (1360) der Abschluß des Friedens von Bretigny, in dem Johann auf Calais und die Provinzen Guyenne, Gascogne, Poitou u. s. w. zu Gunsten Englands verzichtete. Sein Sohn und Nachfolger brachte wohl den zrößten Theil der abgetretenen Besitzungen wieder in seine Gewalt, allein unter Karl VI (1380-1422) kam Frankreich durch den Verlust der Schlacht von Azincourt (1415) wieder an den Rand des Abgrundes. Erst durch das Heldenmädchen Johanna Darc kam in den englisch-fran- zösischen Kampf ein bleibender Umschwung zu Gunsten Frankreichs und Ludwig XI brachte endlich die langen Kriege durch den Frieden von Pecquigny (1475) zum Abschluß, in dem den Engländern nur der Besitz von Calais eingeräumt wurde. Die Könige von Franukreich waren fortan Herren im eigenen Lande. 16. Rudolf 1V der Stifter (13581365) und die Vereinigung Tirols mit Oesterreich. (Rudolfs Thätigkeit für die Erweiterung der habs— burgischen Macht.) Herzog Albrecht II von Oesterreich hatte vier Söhne hinterlassen, denen der ganze habsburgische Besitz gehören sollte. Der älteste dieser Söhne Rudolf IV war bei dem Tode des Vaters 19 Jahre alt und ergriff alsbald für sich und seine Brüder die Regie— rung, die er fortan mit bewunderungswürdiger Geschicklichkeit leitete. Das Haus Habsburg war allmälig zu einem bedeutenden Besitze

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Gindely, Anton. Erzählungen Aus Der Geschichte Des Mittelalters Und Der Neuzeit. Prag: Tempsky, 1876. Print.
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