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Das Mittelalter (Band 2)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN672741172
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-5375685
Title:
Die Weltgeschichte in Lebensbildern und Darstellungen
Author:
Hoffmann, Ernst
Place of publication:
Mainz
Publisher:
Kirchheim
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks,imperial Germany
Publication year:
1883
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
für Schule und Haus

Volume

Persistent identifier:
PPN672743116
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-5378886
Title:
Das Mittelalter
Shelfmark:
27/81
Author:
Hoffmann, Ernst
Volume count:
Band 2
Place of publication:
Mainz
Publisher:
Kirchheim
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks,imperial Germany
Publication year:
1884
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
geschichtliche Bilder und Darstellungen ; für Schule und Haus

Chapter

Title:
II. Die christliche Zeit A. Von der Geburt Christi bis zur Entdeckung Amerikas
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
II. Roms Verfall
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Die Weltgeschichte in Lebensbildern und Darstellungen
  • Das Mittelalter (Band 2)
  • binder
  • Title page
  • Title page
  • II. Die christliche Zeit A. Von der Geburt Christi bis zur Entdeckung Amerikas
  • Jesus Christus
  • II. Roms Verfall
  • V. Die Völkerwanderung und die Gründung germanischer Reiche auf den Trümmern der alten Welt
  • VI. Die Ausbreitung der christlichen Kirche
  • VIII. Karl der Große
  • XI. Die Kreuzzüge
  • XII. Friedrich I. Barbarossa
  • XIV. Deutschland im Ausgange des Mittelalters
  • XV. Mittelalterliches Städtewesen
  • XVI. Ein Blick auf die außerdeutschen Länder
  • Inhaltsverzeichnis
  • binder

Full text

6 Das römische Kaiserreich. Tiberius. 
lung Zu ebenen. Es sank das alte dahin, doch, um mit dem 
Dichterwort zu sprechen, „ein neues Leben blüht aus den Ruinen." 
Das von Octavianus Angnstus gegründete Kaiserreich trug 
den Keim des Verderbens in sich, denn der große Staatsmann 
konnte wohl die Form des Staates ändern, nicht aber die sitt¬ 
lichen Gebrechen, an welchen die Zeit krankte, beseitigen. Die 
Vornehmen stiegen empor durch geschmeidigen Knechtssinn und 
zogen die sichere Gegenwart der gefährlichen Vergangenheit vor. 
Viel schlimmer noch stand es mit der großen Menge, in welcher 
der republikanische Wannessinn längst erloschen war: „Brot und 
Spiele" war der Rus des Volkes, das einst durch Mäßigkeit 
und Arbeit sich die Weltherrschaft errungen halte. Deshalb 
blieben denn auch alle Verbote, die der Kaiser gegen die sittlichen 
Übelstände richtete, erfolglos; mit dem Buchstaben des Gesetzes 
läßt sich eben ein langsressender Krebsschaden im Staatsleben nicht 
heilen. Ebenso mußte Augustus der Schaulust der Menge seinen 
Tribut bringen. Tierhetzen, Wettrennen im Cirkus, Gladiaioren- 
nnd Bühnenspiele hielten die Menge in Atem; einmal gab er 
dem Volke ein großes Seegefecht in einem dazu besonders gegra¬ 
benen See von 1800 Fuß Länge und 1200 Fuß Breite, an welchem 
30 Zwei- und Dreiruderer und 3000 Kämpfer teil nahmen. 
Nicht zn beseitigen waren ferner die öffentlichen Brotspenden, wo¬ 
durch eine ungeheure lungernde Volksmasse auf Staatskosten un¬ 
terhalten wurde; man rechnet die Zahl der Unterstützten in der 
wahrscheinlich anderthalb Millionen Einwohner zählenden Stadt 
aus 2 — 300,000. Das waren erschreckende Verhältnisse! Dazu 
kam, daß in den Nachfolgern des Augustus bis Nero hin immer 
mehr ein allen göttlichen und menschlichen Gesetzen Hohn sprechen¬ 
der Herrscherwahnsinn durchbrach. Es war eine entsetzliche Stufen¬ 
leiter von Gebrechen und Lastern von dem menschenfeindlichen Trüb¬ 
sinn des Tiberius an bis zu der Verrücktheit des Caligula, dem 
Stumpfsinn des Claudius und der unmenschlichen Blutgier des 
Nero. Aber diese Kaiser waren doch nur Kinder ihrer Zeit und 
der elende Sinn der Beherrschten machte auch die Herrscher elender. 
Ein flüchtiger Blick auf diese Kaiser aus dem Haufe des Au¬ 
gustus genügt, um zu erkennen, welche menschliche Zerrbilder da¬ 
mals die Weltgeschichte in Händen hatten. 
Tiberius (14—37) war 55 Jahre alt, als er die Re¬ 
gierung übernahm, ein kalter, lauernder, heimtückischer Fürst, 
dessen harten Charakter kein menschlich anmutender Zug milderte. 
Hervorragendes Herrschertalent ist ihm in der ersten Hälfte feiner 
Regierung nicht abzusprechen; er ordnete durch weise Sparsam¬ 
keit die Finanzen, so daß er nach seinem Tode einen wohlge-
	        

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