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Karten und Skizzen aus der allgemeinen Geschichte der neueren Zeit (Bd. 3/5a)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN683336061
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-5625911
Titel:
Historisches Kartenwerk
Autor*in:
Rothert, Eduard
Erscheinungsort:
Düsseldorf
Verlag:
Bagel
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Geschichtsatlanten
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN683472410
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-5628744
Titel:
Karten und Skizzen aus der allgemeinen Geschichte der neueren Zeit
Signatur:
HI-II 3(1,00)-3/5a
Autor*in:
Rothert, Eduard
Bandzählung:
Bd. 3/5a
Erscheinungsort:
Düsseldorf
Verlag:
Bagel
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Geschichtsatlanten
Erscheinungsjahr:
1900
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
(1517 - 1789)

Karte

Titel:
Ludwig XIV. 1643 (1661) - 1715
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Karte

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Historisches Kartenwerk
  • Karten und Skizzen aus der allgemeinen Geschichte der neueren Zeit (Bd. 3/5a)
  • Einband
  • Einige Urteile über das Werk
  • Werbung
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Schmalkaldischer Krieg 1546/47. Karls V. Kriege mit dem Auslande. Der Freiheitskrieg der Niederlande 1567/1609
  • Philipp II. von Spanien 1555/98. Frankreich in den Religionskriegen 1562/98. Der Jülich-Clevische Erbfolgestreit 1609/66
  • Der dreissigjährige Krieg: Erster Teil
  • Der dreissigjährige Krieg Nr. 2 (Der Zug Gustav Adolfs)
  • Die Besitzveränderung 1648, dazu die grösseren Territorien
  • Die Stuarts und die englische Revolution 1603/1688
  • Ludwig XIV. 1643 (1661) - 1715
  • Ludwigs XIV. Raubkriege
  • Der spanische Erbfolgekrieg 1701 - 1714
  • Der Utrechter Friede 1713
  • Nordischer Krieg 1700 - 1721
  • Der Grosse Kurfürst 1640 - 88
  • Friedrich I., König in Preussen. - Der deutsche Orden und die Hohenzollern
  • Österreichs Erwerbungen im Frieden von Passarowitz 1718. Preussen unter Friedrich Wilhelm I. 1713-1740
  • Der erste schlesische Krieg 1740/42 und der Beginn des österr. Erbfolgekrieges
  • Der zweite schlesische Krieg 1744/45
  • 1756 Das Anfangsjahr
  • Das schlachtenreichste Jahr 1757
  • Das wechselvollste Jahr 1758
  • 1759 Das unglücklichste Jahr
  • 1760 Das erfolgloseste Jahr
  • 1761 Das schwerste Jahr
  • 1762 Der Glückswechsel
  • Verdienste Friedrichs des Grossen um Preussen
  • Russland beim Tode Iwans II. 1584. Russland beim Tode Peters d. Gr. 1725. Russland beim Tode Katharinas II. 1796
  • Die Teilung Polens und seine spätere Entwicklung
  • Der bayrische Erbfolgekrieg und der Fürstenbund
  • Einige Urteile über das Werk
  • Einband

Volltext

Ludwig XIV. 1643 (1661)—1715 
Nr. 3. 
Antwerpen 
Dünkirchen 
(Freihafen) 
BröhrN * 
D Brüssel 
Aachen 
1668 
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Bayonne 
, Marseille 
(Freihafen) 
Toulon. 
IZZ1 Älterer Besitz; N. 
von Ludwig XIV 
hinzuerworben; 
LZH noch frei, aber ganz in 
Frankreichs Machtbereich. 
Ççrdagne, 
ülhausen 
uBaseI 
Ä. Ludwig dem Vierzehnten war vorgearbeitet worden durch 
drei grofse Männer : Heinrich IV. (Sully), Richelieu und 
Mazarin. 
1. Heinrich IV. (1589/1610) hatte, beraten von Sully, 
a) 1598 die 8 Religionskriege durch das Edikt von Nantes 
endgültig abgeschlossen; 
b) die wirtschaftlichen Kräfte des Landes entfesselt 
(Seidenbau, Ackerbau); 
c) durch Sparsamkeit Ordnung in den Staatshaushalt 
gebracht; 
d) die Politik gegen Habsburg in grofsem Stile wieder 
aufgenommen. (Clevescher Erbfolgestreit.) 
2. Richelieu (1624/42) führte 
a) nach aufsen diese Politik im Mantuanischen (1629/30) 
und im dreifsigjährigen Kriege glücklich weiter und 
förderte 
b) im Innern die absolute Gewalt der Krone gegen die 
Hugenotten (la Rochelle 1628), die Beamten (Über¬ 
wachung durch Intendanten) und den hohen Adel. 
(Orleans gedemütigt, Cinq-Mars hingerichtet.) Auch 
mehrte er den Glanz des Reiches durch Stiftung der 
académie française. 
3. Mazarin (1642/61) setzte Richelieus Politik, vielfach auf 
die Künste der Diplomatie sich stützend, erfolgreich 
fort. Als 1648, trotz des Schlusses des SOjähr. Krieges, 
der Steuerdruck nicht nachliefs und, vom Kardinal 
v. Retz (Gondi) geführt, die Pariser Fronde sich erhob, 
bestätigte er zunächst die Rechte des Parlamentes und 
verband sich sogar mit der Fronde gegen ihren Be- 
kämpfer, den stolzen Condé, mufste dann aber, er der 
Ausländer, vor dem Bunde beider (Fronde und Condé) 
in das Ausland flüchten. (Brühl bei Köln.) Von hier aus 
überwand der schlaue Diplomat seine Feinde, indem er 
die Sache des Königs von der ihrigen zu trennen wufste 
und Condé durch Turenne in der Vorstadt St. Antoine 
besiegen liefs. Condés Flucht zu den Spaniern und 
Mazarins triumphierende Rückkehr zu dem dankbaren 
König bedeuten den endgültigen Sieg der Sache des 
Königs über Adel und Parlamente. — Im Westfälischen 
Frieden 1648 hatte Mazarin ebenfalls geschickt Frank¬ 
reichs Interesse wahrgenommen; ebenso im Pyrenäen¬ 
frieden 1659. 
Die Verhältnisse aufserhalb Frankreichs waren damals, 
als Ludwig XIV. seine Regierung antrat, derart, dafs die 
Lage Deutschlands und ebenso die Spaniens zum Zu¬ 
greifen geradezu herausforderten. 
B. 1. Die Persönlichkeit Ludwigs XIV. Wie seine äufsere Er¬ 
scheinung, so war auch das Auftreten echt königlich, 
zugleich aber auch immer und überall an feste Formen 
gebunden. Die höfische Sitte war nach spanischem 
Muster auf das strengste geregelt, so dafs sie z. B. 
eine andere war in Versailles, eine andere in Trianon, 
eine andere wieder in Marly. Seine Herrschtalente be¬ 
standen in einem klaren Verstände, der u. a. immer die 
rechten Personen zu finden wufste, in einem sicheren 
Takte, der schnell das Rechte traf und oft Wissen und 
Kenntnisse ersetzte, und in einem energischen Willen, 
der über Schwierigkeiten und sittliche Bedenken leicht 
hinwegkam. — Ganz besonders war es seiner Stellung 
zum Volke vorteilhaft, dafs er die Eigenschaften 
und Schwächen des französischen Nationalcharakters: 
Herrschsucht, Prunkliebe, Ergebung gegen die Kirche 
und Leichtlebigkeit gegenüber den Frauen in aus¬ 
geprägtem Mafse besafs, so dafs er als glänzende Ver¬ 
körperung des französischen Wesens gelten konnte. — 
Vermählt war Ludwig in erster Ehe mit der gut¬ 
mütigen Spanierin Maria Theresia, in zweiter mit der 
frömmelnden Witwe des witzigen Dichters Scarron, der 
Frau v. Maintenon. — Mit Vorliebe hielt er sich in 
dem kostbaren und grofsartigen Schlosse von Versailles, 
sonst auch in Marly und Trianon auf. 
2. Staatsverwaltung. An der Spitze des Ganzen stand un¬ 
bedingt der König, der sich als den Zweck des Staates 
betrachtete. (L’état c’est moi.) Wie er in richterlichen 
Sachen dem Parlamente gewaltsam und unzweideutig 
seinen unbeschränktenWillen aufnötigte, so unterdrückte 
er auch sonst jeden Widerspruch. Die Begründung lautete 
einfach : car tei est notre plaisir. Auch auf kirchlichem 
Gebiete hatten sein Auftreten gegen die Hugenotten und 
seine Bemühungen für die gallikanische Kirche dieselbe 
eigenmächtige Quelle. Einen Premierminister wünschte 
er nicht, wählte sich aber ausgezeichnete Fachminister, 
so den General-Kontrolleur der Finanzen, Colbert. 
Dieser brachte Ordnung in die Ausgaben (jeder Aufgabe 
besondere Geldmittel), verallgemeinerte die Steuern, 
die er gleichzeitig herabsetzte, überwachte streng die 
Steuerpächter und ermöglichte durch das Merkantil¬ 
system (das die heimische Industrie schützt und das 
Geld im Lande hält, bezw. in dasselbe hineinzieht), dafs 
dem Könige die reichsten Mittel zuflossen. Diese wurden 
nicht blofs für die grofsen Bedürfnisse des Hofes, für 
die Bekämpfung der Feinde und die Bestechung an fast 
allen fremden Höfen verwendet, sondern auch für vieles 
andere. So wurden Flotten gebaut (die Kriegsflotte 
von 267 Schiffen war gröfser, als die englische) und 
Kolonien in Ostindien und in Amerika angelegt; hier 
reichten sie vom Lorenzstrom über die grofsen Binnen¬ 
seen bis zur Mississippimündung! Häfen wurden ver¬ 
bessert (Marseille und Dünkirchen als Freihäfen, Brest 
und Toulon als Kriegshäfen) und Kanäle gebaut, wie 
der Südkanal von Toulouse nach Cette. Einträgliche 
Gewerbe kamen in das Land. (Venezianische Glas¬ 
fabrikation, englische Strumpfwirkerei, flämische Tuch¬ 
weberei.) Besonders glücklich und schnell entwickelte 
sich unter ihnen die dem Franzosen so zusagende Luxus¬ 
industrie. (Seidenweberei, Gobelins.) 
Nicht minder hervorragend wie Colbert waren die 
Minister Lyonne (Äufseres) und der vielgeschäftige 
Le Tellier (Inneres). Der rücksichtslose Sohn des letz 
teren, der Kriegsminister Louvois, bildete die Armee 
vollständig um, indem er den Offiziersstand in Kadetten¬ 
häusern heranzog, ihn später scharf überwachte und die 
Beförderungen nur vom Könige ausgehen liefs. Machte 
er die Armee dadurch monarchischer, so wurde sie 
durch die neu aufkommenden Uniformen vom Bürger¬ 
stande strenger geschieden. Durch die Einführung des 
Bajonetts vereinigte er die Pike und das Gewehr.. Fast 
alle militärischen Kunstausdrücke für Würden, Walfen, 
Truppengattungen, Unternehmungen sind seitdem fran¬ 
zösisch. — Vauban baute nach einem neuen System 
uneinnehmbare Festungen. Ausgezeichnete Feldherren, 
wie Condé, Turenne, Luxembourg, Catinat, Vendóme, 
verschafften dem Willen des Königs draufsen Geltung. 
3. Künste und Wissenschaften. Besondere Anregung ge¬ 
wann die Baukunst (Mansard) aus der Aufführung so 
vieler Schlösser (Barockstil). Die Gartenkunst (Le Notre) 
ordnete sich, wie es die Anlagen in Versailles veran¬ 
schaulichen, mit ihrer steifen Regelmäfsigkeit der Archi¬ 
tektur vollkommen unter; dasselbe gilt von der Plastik 
(Girardon). Alle diese Künste aber dienten unmittelbar 
der Verherrlichung Ludwigs XIV. Zu seinem Ruhme 
wirkten auch in etwa der antikisierende Landschafts¬ 
und Historienmaler Poussin, der französische Rafael, 
und der stimmungsvolle, romantische Landschaftsmaler 
Claude Lorrain. Ganz unmittelbar aber arbeitete der 
theatralische Schlachtenmaler Lebrun für die Verherr¬ 
lichung Ludwigs. — Die Dichtkunst genofs unter dem 
Schutze des Königs ihre goldene Zeit. Die Tragiker 
(Corneille, Racine) brachten trotz aller Unnatur und 
höfischen Zwanges (Lessing) in glänzender rhetorischer 
Sprache die Leidenschaften des Herzens zur Darstellung; 
Molière zeichnete in seinen Lustspielen wirkungsvoll die 
menschlichen Schwächen, wie den Geiz, die Heuchelei, 
die Einbildung. La Fontaine, bescheiden wie Geliert, 
verfafste Fabeln; Boileau, der französische Horaz und 
„Vater des guten Geschmackes“, Satiren und Oden. 
Nioht minder blühte die Prosa. Fenelon schrieb 
den Telemach, um dem Thronfolger die Pflichten des 
Regenten anschaulich zu machen. Der Kanzelredner 
Bossuet wollte durch seine (geschichtlichen) Werke die 
Hugenotten bekehren, und umgekehrt schrieb Pascal 
mit beifsendem Spotte gegen die Moral der Jesuiten 
(lettres provinciales). 
Die 1635 begründete académie française wurde durch 
solche Institute erweitert, welche die Sprachforschung, 
die Geschichte und die Naturgeschichte pflegen. 
4. Stellung zur Kirche. (Kluge Ergebung in die kirch¬ 
lichen Forderungen.) 
1682 Die von Bossuet eingegebenen vier Lehrsätze der 
gallikanischen Kirche beanspruchten die Unab¬ 
hängigkeit der weltlichen Macht von Rom und die 
Beschränkung der päpstlichen Gewalt auf die geist¬ 
lichen Angelegenheiten; auch die Unterordnung der 
Päpste unter die Konzilien wurde gefordert. Als 
diese Sätze, welche die Kirche in Frankreich auch 
von Ludwig abhängig machen sollten, in Rom keine 
Anerkennung fanden, wurden sie aufgegeben. 
In dem Streit der Jansenisten (Pascal) gegen 
die Jesuiten stand der König, der auch in Glaubens¬ 
sachen starre Einheit wollte, auf der Seite der 
1668 letzteren und erzwang den „Kirchenfrieden“. 
Aus demselben Grunde und auf Betreiben der 
Frau v. Maintenon, die zum Katholizismus tiber- 
1685 getreten war, wurde das Edikt von Nantes aufge¬ 
hoben. Viele, die auch durch die Dragonaden 
nicht bekehrt waren, flüchteten und brachten fran¬ 
zösischen Gewerbfleifs ins Ausland. (Berlin.) 
Ein Ausläufer dieser Bewegung war der blutige 
1701/6 Camisardenkrieg unter Cavalier in den Cevennen. 
C. Ludwigs XIV. Regierung gewann 
1. folgende Länder: 
1648 Das österreichische Elsafs, dazu den endgültigen 
Besitz von Metz, Toul u. Verdun. (Westfäl. Friede.) 
1659 Im Süden Roussillon, Cerdagne und Gonflent, im 
Norden Artois. (Pyrenäenfriede.) 
1668 Im Norden 12 flandrische Städte, wie Lille und 
Tournay. (Aachener Friede. — Tournay 1713 zurück¬ 
gegeben.) 
1678 Die Franche Comté und weitere flandrische Städte, 
wie Cambray und Valenciennes. (Nymwegen.) 
1680/81 Auf Grund der „Reunionen“ viele Reichsstädte, 
zumeist im Elsafs, zuletzt auch Strafsburg. Die 
Landvogtei war allerdings bereits 1648 erworben. 
Somit wuchs, abgesehen von den Kolonien, Frankreich 
namentlich nach N.-O. und Osten. Die hier übrig ge¬ 
bliebenen eingeschlossenen Gebiete, meist deutschen 
Reichsständen gehörig, auch das Herzogtum Lothringen, 
kamen ganz in die Hand Frankreichs und wurden von 
seinem guten Willen abhängig. 
2. Frankreichs Einflufs breitete sich über ganz Europa aus. 
Nicht blofs die Fürsten, zumal in ihren Hoflagern, suchten 
Ludwig XIV. nachzuahmen, auch die Gebildeten rich¬ 
teten sich in allem à la mode Frankreichs ein. Sie 
kleideten sich nicht mehr altfränkisch, sondern modern, 
dinierten nach französischem Muster, amüsierten sich in 
gleicher Art und nahmen in allem, namentlich in der 
Sprache, französische Manieren und Allüren an. Ganz 
besonders galt diese Verwelschung von den Deutschen. 
3. Trotz allen Glanzes hinterliefs der gröfse Monarch nach 
72jähriger Regierung seinem 5jährigen Urenkel eine 
bedenkliche Erbschaft. Das Land war entvölkert, über¬ 
schuldet und in den oberen Ständen sittlich verkommen. 
Es trieb augenscheinlich der Revolution entgegen. 
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Rothert, Eduard. Karten Und Skizzen Aus Der Allgemeinen Geschichte Der Neueren Zeit. Düsseldorf: Bagel, 1900. Print.
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