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Das Mittelalter und die Neuzeit (Teil 2)

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN683811568
URN:
urn:nbn:de:bsz:14-db-id3343456695
Titel:
Kurze Erläuterung einer in Kupfer gestochenen Vorstellung des Erdbodens
Signatur:
Math.1256,misc.3
Autor*in:
Hähn, Johann Friedrich
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Verlag des Buchladens der Realschule
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Realienbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1760
Ausgabenbezeichnung:
Dritte Auflage
Copyright:
Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
worauf in XX. kleinen Charten das Nöthigste aus der Geographie, Genealogie, Chronologie, Historie, Heraldic und Numismatic für die Anfänger dieser Wissenschaften entworfen; Zum Gebrauch der Real-Schule in Berlin

Einband

Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Einband

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Lehrbuch der Weltgeschichte für höhere Mädchenschulen und Lehrerinnen-Bildungsanstalten
  • Das Mittelalter und die Neuzeit (Teil 2)
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhalt
  • Geschichtskarten
  • Das Mittelalter. Vom Untergang des weströmischen Reiches bis zur Reformation, 476-1517
  • Einleitung
  • Des Mittelalters erste Periode. Vom Untergange des weströmischen Reiches bis zum Vertrage zu Verdun, 476-843
  • Zweite Periode. Vom Vertrag zu Verdun bis zum Ende des Interregnums, 843-1273
  • Dritte Periode. Von Rudolf von Habsburg bis zur Reformation, 1273-1517
  • Anhang. Die wichtigsten außerdeutschen Länder
  • Die neue Zeit. Vom Beginn der Reformation bis zur Gegenwart, 1517-1893
  • Zeittafel
  • Stammtafel
  • Zwölf Bildertafeln zur Geschichte der Baukunst und Bildhauerei
  • Anhang: Kurze Geschichte der deutschen Dichtung
  • Einband

Volltext

— 56 — 
Deutschland gefunden hat, umsomehr, als seit Mitte des 11. Jahrhunderts Deutschland 
au die Spitze der Kunstentwickelung stellte; denn in Deutschland wurde zuerst die 
feuergefährliche Holzdecke durch Kreuzgewölbe ersetzt. Die drei sogenannten mittelrheini- 
schen Dome zu Mainz, Speier und Worms haben den Ruhm, hierin bahnbrechend 
vorangegangen zu sein, besonders der von Kaiser Konrad II. gegründete, eigens zur 
Kaisergrabstätte bestimmte Speierer Dom ist tonangebend für die ganze Christenheit ge- 
worden. Das romanische Kreuzgewölbe besteht aus zwei sich durchschneidenden, Halbkreis- 
förmigen Tonnengewölben; jedes Gewölbefeld überspannt einen quadratischen Raum, so 
daß der Grundriß der Kirche aus lauter Quadraten sich zusammensetzen muß. Die schwere 
Steindecke drückt gewaltig und erfordert dicke Mauern und schwere Säulen zu ihrer 
Stütze; man verwandelte darum die Säulen vielfach in Pfeiler; die Fenster konnten nur 
klein sein. Der Glockenturm wurde in Deutschland bald organisch mit dem Kirchenkörper 
verbunden. Die Symmetrie erforderte jedoch noch einen zweiten Turm; man ging aber 
noch weiter und schuf ganz betürmte Kirchen: die nach Westen liegende Eingangseite 
bekam zwei Türme; zwei kleinere Türme fanden rechts und links von der Apsis ihre 
Stelle; die Vierung, d. h. der dem Querschiff und Hauptschiff gemeinsame Raum, erhielt 
einen niedrigen dicken Vierungsturm, der aus den vier Pfeilern der Vierung ruhte und 
oft durch ein Kuppelgewölbe geschlossen war, u. s. w. So wurde die Kirche zugleich ein 
malerischer, reichgeschmückter Außenbau. Die Außenwände wurden durch Bogenfriefe, 
Halbsäulen und Ornamente noch weiter gegliedert, die Turmfenster gekoppelt, d. h. je zwei 
nur durch eine Säule getrennte Fenster mit einem gemeinsamem Rundbogen umrahmt; 
die Apsis ward außen mit einer durchbrochenen Galerie umzogen. Zur Apsis stieg man 
auf Stufen hinan, denn unter ihr legte man meist eine gewölbte, säulengetragene Unter- 
kirche (Krypta = Gruft) an. Dieser Stil hat eine neue Art von Säulenkapitäl geschaffen, 
das Würfelkapitäl (Taf. V, 11), oft reich umsponnen mit Relief, bestehend aus phantasti- 
schem Rankenwerk. Tiergestalten und Köpfen. 
Das Rheinland hat eine glänzende Reihe romanischer Baudenkmäler aufzuweisen, 
außer den genannten großen Domen z. B. noch die Apostelkirche, Gereonskirche, Martins- 
kirche und Maria im Kapitol zu Köln, ausgezeichnet durch den halbkreisförmigen Ab- 
fchluß auch des Querschiffes (Taf. V, 9), die Castorkirche zu Koblenz, den Dom zu Bam- 
berg, den Dom zu Trier, die an die Antike erinnernde reizende Kirche zu Rosheim im El- 
saß, die vielleicht schönste aller romanischen Kirchen: die Abteikirche zu Laach, den sieben- 
türmigen Dom zu Limburg an der Lahn u. s. w. Westfalen, Sachsen, die norddeutsche 
Tiefebene haben gleichfalls zahlreiche und prächtige Denkmäler aus jener Zeit. In Italien 
sind die Hauptwerke die Dome zu Pisa (Taf. V, 2) und zu Palermo. Dort hat der Turm 
sich niemals einheitlich mit der Kirche verbunden, sondern blieb von ihr getrennt, z. B. 
der schiefe Turm zu Pisa. 
Die romanischen Kirchen haben den großen Vorzug, daß sie, in kleinerem Maßstabe 
errichtet, von einer Generation vollendet und daher meist nach einheitlichem Plane aufge- 
führt werden konnten, ferner, daß sie von einer überraschenden Mannichsaltigkeit der An- 
läge sind. 
Von romanischen Bauten weltlicher Art sind nicht sehr viele auf uns gekommen. 
Am bekanntesten sind die Wartburg und das Kaiserhaus zu Goslar, beide in unserem 
Jahrhundert wiederhergestellt; der Kaiserpalast Barbarossas zu Gelnhausen ift selbst in 
Trümmern noch schön. 
Die romanische Skulptur entwickelte sich unter stetem Hinblick auf die antike Kunst, 
von der ja zahlreiche Münzen, Gemmen, Geräte, kleinere Figuren und ähnliches sich er- 
halten hatten. Das Ornament besteht aus stilisierten Pflanzenteilen. Reliefwerk und Bild-
	        

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Erler, Georg. [Teil 5 = [7. U. 8. Schuljahr], [Schülerband]]. Leipzig: Klinkhardt, 1906. Print.
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