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Das Deutsche Reich (Bd. 1)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN720242746
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-5893562
Title:
Lehrbuch der Erdkunde für höhere Lehranstalten
Shelfmark:
GDG-II 31(2,1885)
Author:
Klein, Hermann Josef
Place of publication:
Braunschweig
Publisher:
Vieweg
Document type:
Monograph
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1885
Edition title:
2., verb. u. verm. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Erste Abteilung. Physische Erdkunde
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Handbuch für den Unterricht in der Geographie
    Handbuch für den Unterricht in der Geographie
  • Das Deutsche Reich (Bd. 1)
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erster Abschnitt. Die deutschen Landschaften
  • Zweiter Abschnitt. Die deutschen Länder
  • I. Das Königreich Preußen
  • II. Die übrigen Staaten Norddeutschlands
  • III. Die Staaten Süddeutschlands
  • Dritter Abschnitt. Übersicht über die Natur und die Kultur des Deutschen Reiches
  • Alphabetisches Register der wichtigsten Namen
  • Advertising
  • Binder

Full text

— 179 — 
unter dem Großen Kurfürsten das halberstädtische Gebiet nebst der 
Grafschaft Hohenstein und im Jahre 1680 das Magdeburgische, wozu 
auch Halle gehörte, zum Kurfürstentum Brandenburg. Das Erfurter 
Gebiet' und das Eichsfeld, sowie Nordhausen und Mühlhausen schlössen 
sich 1802 an. Zu ihrer gegenwärtigen Ausdehnung aber erwuchs die 
Provinz erst dadurch, daß ihr 1815 noch ansehnliche Stücke von dem 
Königreiche Sachsen einverleibt wurden. 
y. Die Provinz Schlesien. 
1. Wir besprechen die Provinz, um deren Besitz Friedrich II. drei blutige Kriege 
führen mußte; es ist Schlesien. Was ist euch aus der Geschichte darüber bekannt? 
II. I. Lage, Grenzen, Gestalt und Größe. Schlesien ist die süd- 
östlichste Provinz des preußischen Staates. Sie breitet sich an der 
Oder aus und wird von Brandenburg, Posen, Rußland, Österreich 
und Sachsen begrenzt. Auf der Karte zeigt sie die Gestalt eines 
Eichenblattes. Ihre Grenzen bilden den ausgezackten Rand und die 
Oder mit ihren Nebenflüssen das Geäder desselben. Schlesien ist die 
größte und nach der Rheinprovinz die bevölkertste Provinz Preußens. 
Es hat einen Flächenraum von 40307 qkm, auf welchen 5 Mill., 
das ist auf 1 qkm 123 Menschen wohnen. 
2. Das Odertal. Die Provinz Schlesien bildet der Hauptsache 
nach ein muldenförmiges Tal, das von der Oder und ihren Neben- 
flüffen durchströmt wird. Die Oder betritt die Provinz unterhalb 
Oderberg, nachdem sie vorher auf einer kurzen Strecke deren natürliche 
Grenze gebildet hat. Bei Ratibor, einer 33000 Einwohner zählenden 
Fabrik- und Handelsstadt, wird sie für kleine und bei Cosel für 
größere Fahrzeuge schiffbar (S. 89); von dieser Stadt ab wird ihr 
Tal immer breiter. Bei Oppeln l31000 Einw.), wo sechs Eisen- 
bahnlinien zusammenkommen, tritt sie in die weite Ebene Mittel- 
schlesiens ein. Nur langsam zieht sie zwischen den flachen Ufern dahin, 
die manchmal von Überschwemmungen heimgesucht werden. Die An- 
wohner sind daher, wie auch in Niederschlesien, genötigt, die niedrigen 
Ufer durch Dämme zu erhöhen. Dennoch kommt es vor, daß die 
gewaltigen Fluten zeitweise das Menschenwerk zerstören und weilen- 
weit die Äcker und Wiesen und die umliegenden Ortschaften unter 
Waffer setzen, den Boden durchwühlen, die Äcker mit Sand und Gerölle 
bedecken und den Anbau auf lange Zeit hinaus stören. Mit dem 
stolzen Rhein kann sich die Oder nicht messen; denn sie hat weder 
solch prachtvolle Ufer, noch auch den Wasserreichtum dieses Stromes; 
auch hinter der Elbe steht sie an Bedeutung zurück. Nichtsdestoweniger 
ist sie einer der größten und wichtigsten Ströme Preußens; denn sie 
bildet die Hauptwasserader der großen Provinzen Schlesien, Branden- 
bürg und Pommern und ist in ihrem mittleren und unteren Laufe 
eine wichtige Transportstraße für die großen Handelsstädte Breslau, 
Frankfurt und Stettin. Sie fließt in Schlesien außer an den ge- 
nannten Städten noch an Brieg, Breslau und Glogau vorbei. Brieg 
<28000 Einw.), d. i. hohes Ufer, liegt auf den hier ziemlich hohen 
12*
	        

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Schiffels, Joseph. Das Deutsche Reich. Trier: Stephanus, 1907. Print.
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