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Die deutsche Geschichte in ihren wesentlichen Grundzügen und in einem übersichtlichen Zusammenhang

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN720571898
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6029123
Title:
Lehrbuch der allgemeinen Geographie für höhere Lehranstalten
Shelfmark:
GEG-II 17(6,1881)
Author:
Richter, Julius Wilhelm Otto
Cassian, Heinrich
Place of publication:
Frankfurt a.M.
Publisher:
Jaeger
Document type:
Monograph
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1881
Edition title:
hrsg. von J[ulius] W[ilhelm] Otto Richter 6., umgearb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Introduction

Title:
Einleitung
Document type:
Monograph
Structure type:
Introduction

Contents

Table of contents

  • Die deutsche Geschichte in ihren wesentlichen Grundzügen und in einem übersichtlichen Zusammenhang
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Erster Zeitraum. Vom ersten Auftreten der Deutschen bis zur Gründung germanischer Reiche. 113 v. Chr. bis 486 n. Chr.
  • Zweiter Zeitraum. Von der Gründung des fränkischen Reiches bis zur Teilung desselben. 486-843
  • Dritter Zeitraum. Von der Aufrichtung des deutschen Reichs bis zum Sinken des Kaisertums. 843-1137
  • Vierter Zeitraum. Vom Kampf des Kaisertums mit dem Papsttum bis zum Untergang der Kaiserherrlichkeit. 1138-1254
  • Fünfter Zeitraum. Vom beginnenden Verfall des deutschen Reichs bis zum Ausgang des Mittelalters. 1256-1517
  • Sechster Zeitraum. Vom Beginn der Reformation bis zum westfälischen Frieden. 1517-1648
  • Kap. 32. Anfang der Reformation
  • Kap. 38. Der Dreißigjährige Krieg. 1618-1648
  • Siebenter Zeitraum. Von der Ohnmacht Deutschlands seit dem westfälischen Frieden bis zur Auflösung des römisch-deutschen Reichs. 1648-1806
  • Achter Zeitraum. Von Deutschlands tiefstem Fall bis zu seiner Wiedererstehung als deutscher Staatenbund. 1806-1815
  • Kap. 48. Deutschlands Befreiung vom Fremdjoche
  • Kap. 56. Der französisch-deutsche Krieg in den Jahren 1870 u. 1871
  • Anhang
  • Genealogy chart
  • Genealogy chart
  • Genealogy chart
  • Genealogy chart
  • Genealogy chart
  • Genealogy chart
  • Genealogy chart
  • Genealogy chart
  • Zeittafel oder Zusammenstellung der Hauptbegebenheiten der deutschen Geschichte nach einer dreifachen Abstufung
  • Advertising
  • Binder

Full text

Kap. 27. § 149. Die Waldenser. 201 
St. Vicior zu Paris Lehrer war) eine christliche Wissenschaft zu grün¬ 
den. Alle diese verschiedenen Richtungen gingen im Anfang des 13. Jahr¬ 
hunderts von Frankreich aus und fanden in Deutschland Eingang, 
wo die evangelischen Predigten des Mönchs Berthold viele tausende von 
Hörern fanden; auch die Predigten Johann Taulers und die Schriften 
Heinrich Susos, zweier tiefsinniger Mystiker, waren von Einfluß. Doch 
erhielt die scholastische, durch die einseitige Herrschaft des Begriffs all¬ 
mählich vom lebendigen glauben ablenkende Richtung eine größere 
Verbreitung. Einen ' tiefgreifenden Einfluß auf die scholastische Theologie 
hatten der Dominikaner Thomas v. Aguino und der Franziskaner 
Duns Scotus und ihre Anhänger, die Thomisten und Scotisten. 
In der Kirche selbst trat die Einfachheit des Evangeliums mehr 
und mehr in Hintergrund, und der Wandel im Geiste zeigte sich immer 
seltener. Obgleich manche Päpste und Bischöfe den angerissenen Miß- 
bräuchen in der Kirche und im geistlichen Stande durch kräftige Maßregeln 
zu steuern suchten, so war doch die Lehre des Evangeliums durch 
mannigfache Mißbräuche (insbesondere durch eine bis zum Übermaß ge¬ 
steigerte Verehrung der Heiligen und Reliquien) mehr und mehr ge¬ 
trübt worden, der Gottesdienst zu einem toten Werk herabgesunken und 
das innere Glaubensleben und die christliche Sittenzucht durch das verwelt¬ 
lichte Leben eines großen Teiles der Geistlichkeit in großen Verfall geraten. 
Verwilderung mancher Bischöfe im Kriegsleben, Raub und Mord, Rechtlosig¬ 
keit, Fehden, Vergewaltigung, Unzucht in Folge des Cölibats war allgemein. 
Eine streng gegenkirchliche Richtung nahm die Lehre des Arnold von 
Brescia, der das Papsttum abschaffen und den Kirchenstaat in eine welt¬ 
liche Republik verwandeln wollte, indem er zugleich aus Einfachheit der Sitten 
drang und dem Papste wie jedem Geistlichen alles Eigentumsrecht und jed¬ 
weden Anspruch auf Einfluß in weltlichen Dingen absprach. Sein Versuch 
scheiterte; Friedrich Barbarossa, der in ihm nur den Rebellen sah, 
lieferte ihn dem Papst Hadrian IV aus, der ihn verbrennen ließ. (118.) 
In mancher Beziehung mit ihm übereinstimmend strebten die Walden¬ 
ser in einer Zeit, wo das tiefere christliche Glaubensleben und der evan¬ 
gelische Wandel im Geist durch die Gleichstellung menschlicher Satzungen 
mit den Forderungen des göttlichen Worts und durch das sittenlose 
und verweltlichte Leben eines Teils der Geistlichkeit immer mehr in Ab¬ 
nahme kam,,, auf ein reines Apostelchristentum zurückzugehen; sie legten 
durch ihre Übereinstimmung mit dem apostolischen Glaubensbe¬ 
kenntnis und durch einen streng sittlichen Wandel ein ernstes Zeugnis 
gegen die in der Kirche überhand nehmende Verweltlichung ab. 
Der Gründer dieser Sekte war Petrus Waldus (Pierre de Vaud), ein reicher 
Kaufmann zu Lyon, der im Jahr 1180 sein Vermögen den Armen überließ und das 
Evangelium in der romanischen Landessprache verkündigte. Nachdem, er mit seinen 
Anhängern auf dem Konzil zuVerona ll83 exkommuniziert war, schieden die Waldenser 
förmlich aus der Kirche aus, von der sie fortan als Ketzer bezeichnet und verfolgt wurden. 
Etwa um dieselbe Zeit trat im südwestlichen Frankreich die kirchliche 
Sekte der Albigenser auf (benannt nach der Stadt Albt)), deren Irr¬ 
lehren durch die Jnquisitionsgerichte der Dominikaner und später 
durch einen Kreuzzug, welchen Papst Jnnocenz III gegen sie predigte, 
bekämpft und nach schrecklichen (den sog. Albigenser-) Kriegen völlig
	        

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Dittmar, Heinrich, and Karl Ernst Abicht. Die Deutsche Geschichte in Ihren Wesentlichen Grundzügen Und in Einem Übersichtlichen Zusammenhang. Heidelberg: Winter, 1880. Print.
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