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Neuere Geschichte (Theil 3)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN720583853
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6064713
Title:
Lehrbuch der Erdkunde für höhere Schulen
Author:
Schmidt, Max Georg
Editor:
Steinhauff, A.
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Teubner
Document type:
Multivolume work
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Edition title:
Ausg. M (für höhere Mädchenschulen), in 7 Teilen
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN720584469
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6064728
Title:
Allgemeine physische Erdkunde, Hauptfragen der Völkerkunde, Zusammenfassende Wiederholungen: Das deutsche Land als geschichtliche Größe, Das Deutschtum im Auslande
Shelfmark:
GEG-II 22(1,11)-7
Author:
Schmidt, Max Georg
Editor:
Steinhauff, A.
Volume count:
Teil 7
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Teubner
Document type:
Volume
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1911
Edition title:
Ausg. M (für höhere Mädchenschulen), in 7 Teilen [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Das deutsche Land als geschichtliche Größe
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Weltgeschichte für Töchterschulen und zum Privatunterrichte für das weibliche Geschlecht
  • Neuere Geschichte (Theil 3)
  • Binder
  • Frontispiece
  • Title page
  • Prepage
  • Inhaltsverzeichniß
  • Erste Periode. Von Luther bis zum Abschlusse des Religionsfriedens von Augsburg (1555; - Sieg der Reformation in Deutschland -) und bis zur Beendigung des Concils von Trient (1563)
  • Zweite Periode. Von dem Abschlusse des Augsburger Religionsfriedens (1555; Sieg der Reformation in Deutschland) und von der Beendigung des Trienter Concils (1563) bis zum Abschlusse des Westphälischen Friedens. - (Zeitalter der Religionskriege.)
  • 1. Eingang
  • 2. Die Jesuiten
  • 3. Uneinigkeit der Protestanten in Deutschland
  • 4. Deutsche Verhältnisse unter den Kaisern Maximilian II. (1564 - 1576), Rudolf II. (1576 - 1612) und Matthias (1612 - 1619)
  • 5. Ungarn und Siebenbürgen
  • 6. Schweden und Polen
  • 7. Philipp II. (1556 - 1598) König von Spanien, und der Abfall der Niederlande; Philipp III. (1598 - 1621)
  • 8. England und Schottland. Königin Elisabeth (1558 - 1603) und Maria Stuart
  • 9. Fortsetzung; das Haus Stuart über Großbritannien und Irland (1603 - 1714). König Jakob I. (1603 - 1625); Karl I. (1625 - 1649)
  • 10. Frankreich. Die Hugenottenkriege und die Bartholomäusnacht unter Karl IX. (1560 - 1574). Heinrich III. (1574 - 1589)
  • 11. Fortsetzung. Das Haus Bourbon. König Heinrich IV., der große König von Frankreich (1589 - 1610). Ludwig XIII. (1610 - 1643)
  • [12.] Böhmen und der dreißigjährige Krieg in Deutschland. Kaiser Ferdinand II. (1619 - 1637)
  • 13. Gustav Adolf, König von Schweden
  • 14. Fortsetzung des dreißigjährigen Krieges und der Westphälische Friede unter Ferdinand III. (1637 - 1657)
  • 15. Rußland
  • 16. Die Wissenschaft
  • 17. Die Kunst, besonders Musik und Poesie
  • 18. Die Frauen
  • Dritte Periode. Von dem Abschlusse des Westphälischen Friedens bis zum Aufstande der brittischen Colonien in Nordamerika
  • Vierte Periode. Von dem Aufstande der brittischen Colonien in Nordamerika bis auf unsere Zeiten
  • Chronologische Uebersicht der allgemeinen Geschichte
  • Binder

Full text

139 
Auflagen bewilligte, als er begehrte. Karl meinte, daß der Widerstand 
nur von einigen unruhigen Köpfen herrühre und erkannte es nicht, daß sich 
die Gesinnung der ganzen Nation wahrend der Regierung seines Vaters 
geändert hatte. Er löste ein, zwei, drei Parlamente auf, ließ allzu kühne 
Redner ins Gefängniß führen, verkaufte der römischen Partei Religions¬ 
freiheit für Geld und erhob eigenmächtig Abgaben und erzwungene An¬ 
leihen. Aber im dritten Parlamente sprach das Unterhaus schon geradezu: 
„Wir sind von dem Volke gesandt, um seine Lasten zu erleichtern. Wir 
werden dieses ohne Furcht thun! Was wir vertheidigen, ist alt; es ist die 
Freiheit des allen Englands, die Gesetze Eduard's III. und die Magna 
Charta." Zugleich reichte es eine Schrift ein, in welcher es die Ab¬ 
schaffung aller Anleihen, der eigenmächtig geforderten Abgaben und Alles 
dessen verlangte, was nicht vom Parlamente bewilligt worden sei. Der 
König widersetzte sich lange und hoffte, das Oberhaus werde diese Forde¬ 
rungen unterdrücken; allein die Redner des Unterhauses waren stärker und 
der König mußte willfahren. Bald darauf wurde auch der Minister 
Buckingham durch einen Fanatiker meuchlings ermordet. Mit Kraft er¬ 
hoben sich die Puritaner, welche mit grimmigem Hasse die Weltlichkeit 
der anglicanischen Kirche und das Wohlleben ihrer Bischöfe längst schon 
belauerten, und je mehr die Geistlichkeit Gehorsam gegen den König pre¬ 
digte, desto entschiedener traten sie auf, die Freiheit des Volkes zu ver¬ 
theidigen. 
Darauf suchte Karl I. mit seinem neuen Minister, dem Grafen 
Strafford, und dem Bischöfe von London, Laud, die laut gewordene 
Stimme der Freiheit dadurch zum Schweigen zu bringen, daß er kein Par¬ 
lament mehr berief. Der Bischof Laud führte zugleich eine neue Liturgie 
(oder Ceremoniendienst) ein, welche stark an das römische Kirchenwefen 
anstreifte und deshalb von dem Volke für eine Annäherung an das Papst¬ 
thum gehalten wurde. Diese Liturgie wollte der König auch in Schott¬ 
land einführen. Als aber ein Dechant zu Edinburg mit einem weißen 
Chorhemde vor dem Altare erschien, entstand ein völliger Tumult in der 
Kirche. „Ein Papst! Der Antichrist! Steinigt ihn!" rief man von allen 
Seiten, und dasselbe widerfuhr auch dem Bischöfe, der die Kanzel betrat, 
um zu predigen; ja beide wurden von dem wüthenden Haufen bis nach 
Hause verfolgt und arg gemißhandelt. Man überreichte darauf dem Kö¬ 
nige mehre Bittschriften, die Liturgie zurückzunehmen, und die Schotten 
schlossen unter dem Namen Covenant einen Bund (1638), um die wahre 
Religion und die Freiheiten des Reiches zu retten. Karl beachtete diese 
Schritte nicht und wollte die Schotten mit Gewalt zum Gehorsame zwingen. 
Darauf ergriffen diese, aufgeregt von fanatischen Predigern, unter welchen 
sich auch eine Frau Michelson befand, die Waffen und schlugen die Sol¬ 
daten des Königes aufs Haupt. Nun berief Karl nach elf Jahren das 
erste Parlament wieder und verlangte von demselben Truppen und Geld,
	        

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Neudecker, Chr. Gotth., and Tobias Gottfried Schröer. Neuere Geschichte. Leipzig: Brandstetter, 1848. Print.
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