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Landeskunde von Braunschweig und Hannover (Erg.)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN71997481X
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4499728
Title:
E. v. Seydlitz'sche Geographie
Author:
Seydlitz, Ernst von
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Document type:
Multivolume work
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
in drei Ausgaben ; illustrirt durch eine Reihe nach Originalzeichnungen ausgeführter Kartenskizzen und Abbildungen

Volume

Persistent identifier:
PPN720852285
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6121113
Title:
Landeskunde von Braunschweig und Hannover
Shelfmark:
GDG-II 4(2,1899)E Nds
Author:
Seydlitz, Ernst von
Editor:
Oehlmann, Ernst
Volume count:
Erg.
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Document type:
Volume
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1899
Edition title:
2., umgearb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
zunächst zur Ergänzung der Schulgeographie von E. von Seydlitz

Chapter

Title:
VII. Die Bevölkerung und ihr Leben und Treiben
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • E. v. Seydlitz'sche Geographie
  • Landeskunde von Braunschweig und Hannover (Erg.)
  • Title page
  • Inhalt
  • I. Allgemeine Übersicht
  • II. Landschaftskunde
  • III. Das Klima
  • IV. Pflanzen- und Tierleben
  • V. Geschichte
  • VI. Ortschaftskunde
  • VII. Die Bevölkerung und ihr Leben und Treiben
  • VIII. Staatliche Einrichtungen
  • IX. Tabellen
  • [X. Bilderanhang]
  • Litteratur-Übersicht
  • Binder

Full text

Bevölkerung. — Volksteile. Religion. 
35 
VII. Die Bevölkerung und ihr Leben und Treiben. 
1) Volkstcile. Den weitaus größten Teil der Bevölkerung bilden die 
Niedersachsen; Friesen wohnen in Ostfriesland, an der Weser unterhalb 
Bremens (namentlich im Lande Wursten) und im Alten Lande; im Harze 
kleine Teile von Franken, Hessen und Schwaben und Einwanderer aus dem 
Sächsischen Erzgebirge (um 1520), zu dem Mischstamme der Harzfranken der- 
einigt. Die slawischen Bewohner des Wen dl and es sind den Niedersachsen 
ähnlich geworden, und ebenso ist es im Werder gegangen, dem n.ö. Zipfel 
von Br., im Amte Vorsfelde am Drömliug, wo ehemals slawisches Volkstum 
herrschte und wo noch Rundlingsdörfer zu finden sind, so Rühen und Eischott. 
Friesisch wird als Volkssprache nirgends mehr geredet, an seine Stelle 
ist das Platt- oder Niederdeutsch der Niedersachsen getreten, das als 
Volkssprache, freilich durch das Hochdeutsche sehr zurückgedrängt, noch fast das 
ganze Gebiet beherrscht. Am S.-Rande des Harzes von Osten bis nach Walken- 
ried nnd Sachsa überwiegt der mitteldeutsche Sprachstamm der Thüringer, 
während die Bergstädte der oberdeutschen (oberharzischen) Mundart an- 
gehören: aber die andern Teile des Harzes, namentlich die S.W.- und die 
N.W.-Seite reden uiederdeutsch. Der Name der Bode hingegen ist aus der 
slawischen Grundform bada — Wasser entstanden. 
Im Berg- und Hügellande des S.O. überwiegt bei der Landbevölkerung der zwei- 
stöckige, aus Fach- und Flechtwerk errichtete fränkische Hausbaus. Das „Platzgebäude" 
des wohlhabenden Friesen zerfällt in das von einem mächtigen Dache geschützte, im 
Innern viergeteilte Wirtschafts- und das angehängte quadratische Wohngebäude. Der 
größte Teil der Landleute aber verharrt bei dem sächsischen Hause, in dem sich das 
ganze Wirtschaftsleben um die große Diele dreht. S. Bilder und Grundriß S. 47 f. 
Das anheimelnde Strohdach aber weicht notgedrungen immer mehr dem Ziegeldach, und 
städtische Bauweisen drängen sich immer mehr ein 2). Das Wahrzeichen des sächsischen 
Hauses sind zwei Pferdeköpfe aus Holz, vorn am Giebel befestigt, auf dem Hause der 
Altländer zwei Schwäne. Die Pferdeköpfe heißen auch wohl „Kraienstol" — Krähen¬ 
stuhl oder „Ulensinrn" = Eulengiebel. Sind die Köpfe einander zugewandt, so scheinen 
sie das ehemalige Gebiet der Langobarden, die nach außen schauenden dasjenige der 
Sachsen zu bezeichnen. Die „Giebelsäulen" im Gebiete des Teutoburger Waldes, w. bei 
Osnabrück, am Dümmer, n. bis Petershagen und Luthe bezeichnen vielleicht das Land 
der Engern (?). 
2) Religion. 
Braunschweig. 
a. 407112 (93,8 % gegen 95 % i. I. 1885) E. bekennen sich zur 
lutherischen Landeskirche. Unter dem Konsistorium zu Wolfenbüttel stehen 
4 Generalinspektionen und die Parochie Thedinghausen. Jede dieser Inspektionen 
bildet eine eigene Synode, Kirchengesetze aber können nur vou der Landes- 
Synode erlassen werden, die aus 14 geistlichen und 18 weltlichen Mitgliedern 
besteht. Synodal-Ansschnß. 
~ x~o un^ Geographie, Größte Ausgabe, Bilderanhang 
0. D < V/~~— OoZ. 
2) Das wirklich echte sächsische Haus wird immer seltener, so daß schon von dem 
Plane geredet wird, ein solches abzubrechen und zur Erinnerung in der Hauptstadt 
Hannover wiederaufzubauen. 
3*
	        

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Seydlitz, Ernst von, and Ernst Oehlmann. Landeskunde Von Braunschweig Und Hannover. Breslau: Hirt, 1899. Print.
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