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Kleine Handelsgeographie

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN733244424
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6309081
Titel:
Kleine Handelsgeographie
Signatur:
GF-II 4(5,1896)
Autor*in:
Rasche, Emil
Erscheinungsort:
Breslau
Verlag:
Hirt
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1896
Ausgabenbezeichnung:
5., verm. u. verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
ein Leitfaden für den geographischen Unterricht an Handelsschulen, Landwirtschaftsschulen und verwandten Lehranstalten

Kapitel

Titel:
Dritter Teil. Das Deutsche Reich
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kleine Handelsgeographie
  • Einband
  • Werbung
  • Titelseite
  • Vorwort zur fünften Auflage
  • Aus dem Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur vierten Auflage
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erster Teil. Die außereuropäischen Erdteile
  • Zweiter Teil. Europa und die außerdeutschen Staaten Europas
  • Dritter Teil. Das Deutsche Reich
  • Vierter Teil. Anhang
  • Einband

Volltext

Das Deutsche Reich. 95 
kehrswegen starke Festungen angelegt werden mußten. Vollständig offen ist 
die kurze dänisch-dentsche Grenze. 
b. Die deutschen Grenzmeere. Die Nordsee oder das Deutsche 
Meer hat durch die offene Verbindung mit dem Atlantischen Oeean einen 
hochbedeutsamen Einfluß auf die EntWickelung der deutsche:: Seehandelsmacht 
ausgeübt. 
Die flachen Küsten der Nordsee waren früher durch Dünen geschützt. 
Die brandenden Wogen haben aber diese natürlichen Schutzmauern durch- 
brachen, und um dem weiteren Vordringen des Meeres Einhalt zu thun, 
sind mächtige, 5—10 m hohe Deiche angelegt worden. Die friesischen Inseln 
bilden die Uberreste der alten Dünen. 
Die Nordsee gehört zu den befahrensten, aber auch zu deu gefährlichsten 
Meeren. Besonders bieten die Sandbänke den Schiffen bei heftigen Stürmen 
große Gefahren, und mit Recht sagt der Matrose: „Nordsee — Mordsee!" 
Durch zahlreiche Leuchttürme, Bojen, Feuerschiffe*) und namentlich durch ein 
gut eingerichtetes Lotsenwesen sucht man die den Schiffen drohenden Gefahren 
möglichst abzuschwächen. 
Buchten der Nordsee: Dollart, Jadebusen, Weser- und Elbmündung. 
Inseln: Ostfriesische Inseln (Borkum, Norderney, Wangeroog, Neu- 
werk), nordfriesische Inseln (Föhr, Sylt) und Helgoland. 
Die Ostsee oder das Baltische Meer trägt den ausgeprägten Cha- 
rakter eiues Binnenmeeres. Der Salzgehalt ist gering, und Ebbe uud Flut 
fehlen; der geringe Salzgehalt und die eingeschlosfene Lage verursachen, daß 
die Küste:: der Ostsee im Winter dnrch eine starke Eisdecke gesperrt sind, 
die den Verkehr oft monatelang hemmt. 
Die Ostsee hat im allgemeinen eine geringe Tiefe; an den meisten 
Stellen beträgt sie nur 15—30 m. Die Küsten sind weniger flach als die 
der Nordsee. Vielfach sind dieselben durch mächtige Dünen, zuweilen 30 m 
hoch, geschützt. 
Für den Seehandel war die Ostsee früher, als die großen Seewege 
noch nicht aufgefunden waren, von hoher Wichtigkeit. Lübeck bildete den Mittel- 
Punkt der mächtigen Hansa. Jetzt liegt die Hauptbedeutung der Ostsee vor- 
wiegend in dem Verkehr mit den eigenen Küstenländern. 
*) Bojen sind Warnungszeichen, welche die Schiffer auf die gefährlichen 
Meeresstellen, Sandbänke n. f. w. aufmerksam machen und teilweise auch den Kurs 
der Schiffe bestimmen. Diese Bojen sind entweder farbige, auf dem Meeresgrunde 
verankerte Tonnen oder turmartige, weithin sichtbare Holzgerüste, Baken genannt, 
von denen abends einzelne erleuchtet werden. — Feuerschiffe sind kleine, ebenfalls 
verankerte Fahrzeuge, die gleichfalls zur Bezeichnung gefährlicher Stellen dienen. 
!^chr Mittelmast trägt am Tage^ farbige Kugeln oder Fahnen; des Nachts ist er 
durch ein weithin leuchtendes Feuer bezeichnet. In der Nähe der Elbmündung 
liegt überdies auch eine Lotsengalliote, ein bemanntes Schiff, das mit allen Rettnngs- 
avparaten versehen ist. — Im Dienste der Schiffbrüchigen wirkt segensreich der 
unter dem Protektorate des deutschen Kaisers stehende „Deutsche Verein zur Rettung 
Schiffbrüchiger", der sowohl an der Nordsee, als auch an der Ostsee zahlreiche 
Rettungsstationen und ein gutgeschultes Rettungspersonal besitzt.
	        

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Rasche, Emil. Kleine Handelsgeographie. Breslau: Hirt, 1896. Print.
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