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Bilder aus den deutschen Kolonien

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN735085161
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6325665
Title:
Bilder aus den deutschen Kolonien
Shelfmark:
GL-II 14(1,08)
Place of publication:
Essen
Publisher:
Baedeker
Document type:
Monograph
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1908
Edition title:
5. - 18. Tsd. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
Lesestücke

Chapter

Title:
Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Bilder aus den deutschen Kolonien
  • Binder
  • Advertising
  • Title page
  • Vorrede
  • Inhaltsverzeichnis
  • 1. Die Bedeutung der Kolonien für die deutsche Volkswirtschaft
  • 2. Wirtschaftliches Leben in unseren Kolonien
  • 3. Kautschuk
  • 4. Die wichtigsten Kautschuk-Gewächse
  • 5. Kopra und die Kokospalme
  • 6. Die Kolanuß
  • Schutzgebiet Togo
  • Schutzgebiet Kamerun
  • Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika
  • Schutzgebiet Deutsch-Ostafrika
  • Schutzgebiet Kiautschou
  • Schutzgebiet Neu-Guinea und Samoa
  • Advertising
  • Advertising
  • Binder

Full text

— 105 — 
der Reiter zu schneller Gangart antreibt und schwälende Glut über den 
Dünen lagert. 
Nicht nur in bezng auf ihre Wasserarmut, sondern auch aus das für 
den Reisenden geeignetste Beförderungsmittel gleicht tatsächlich die Kalahari 
einer Wüste. Wer flott und ungebunden ihre unbegrenzten Weiten durch- 
messen will, muß auf das Wüstenschiff, das Kamel zurückgreifen. Das 
Pferd bietet nur einen begrenzten und unzulänglichen Erfatz. Niemals wird 
sich sein Reiter von dem beklemmenden Gefühl der Gebundenheit freimachen 
können; niemals, wie auf Kamelesrücken, sich Herr der Natur fühlen! 
Wer die Wasserfrage in der Kalahari löst, vermöchte Millionen von 
Riuderu fettestes Weideland zu erschließen. In der Kapkolonie gilt ein 
nachahmenswerter Brauch. Auf den Kampf mit einer abwehrenden Natur 
wird eine Belohnung gesetzt. Wer auf uugewisseste Aussicht hin in bisher 
wasserloser Gegend Wasser erbohrt, erhält die mit einem Schlage geschaffene 
Farm zum Geschenk. Aus diese Weise sind im Kalahari-Grenzdistrikt Gor- 
donia weite Strecken toten Landes der Wirtschaft und der Kultur erschlossen 
worden. 
Auch wir sollten gegen die Kalahari den großzügigen Unternehmung^ 
geist des 20. Jahrhunderts und die fast unbeschränkten Machtmittel seiner 
technischen Errungenschaften ausnutzen. Es gilt, eine wirtschaftliche Festung 
zn erobern. 
In Revieren, wie dem Nosob, ist Wasser vorhanden; im Molopo 
bereits erbohrt, oder ohne außerordentliche Schwierigkeiten zu erschließen. 
Ihn wird die Strecke der Zukuuftsbahn durchschneiden, die berufen ist. 
Deutsch-Südwestafrika dem großen südafrikanischen Wirtschaftsgebiete an- 
zugliedern. 
Die Aufgabe der Erschließung der Kalahari ist aber erst gelöst, wenn 
auch inmitten der zusammenhängenden Dünenmassen der erste Bohrer ans 
Wasser trifft. Ob und bis zu welcher Tiefe der vermutete starke Salzgehalt 
vorherrschen wird, ruht vorläufig uoch im Ungewissen. Die dünnen Schichten 
des meist brackigen, zuweilen hochgradig salpeterhaltigen Sammelwassers der 
eingestreuten Vleys und Pfannen gestatten noch keinen Schluß auf die Ver« 
Hältnisse in der Tiese. 
Gleich einem aus der flachen Senke hervorquellenden Riesenauge zwingt 
solch ein Vley, auf das der glückliche Reifende stößt, die umliegende Natur 
in seinen belebenden Bann. Die mit seichtem Wasser bedeckte Pfanne er- 
scheint in glitzernder Starrheit wie eine gewaltige Spiegelscheibe, die eine 
freundliche Laune in den dunklen Grund der sie gebirgsartig umtürmenden 
Dünenwälle eingelassen hat. 
Wenn aber die grünen Matten und die roten Kämme in der leuchten- 
den Abendglut versinken, schwarze Schatten sie einhüllen, uud der südliche 
Himmel seine strahlenden Lichter darüber anzündet, dann lösen sich die nn- 
bestimmbaren Eindrücke des erstrebenden Tages in einem einzigen wunderbar 
ergreifenden Schweigen aus. Das ist die echte Kalahari-Stimmnng! 
Aus der Zeitschrift: „Der Deutsche".
	        

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Bilder Aus Den Deutschen Kolonien. Essen: Baedeker, 1908. Print.
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