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Bilder aus den deutschen Kolonien

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN735085161
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6325665
Titel:
Bilder aus den deutschen Kolonien
Signatur:
GL-II 14(1,08)
Erscheinungsort:
Essen
Verlag:
Baedeker
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1908
Ausgabenbezeichnung:
5. - 18. Tsd. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
Lesestücke

Kapitel

Titel:
1. Die Bedeutung der Kolonien für die deutsche Volkswirtschaft
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bilder aus den deutschen Kolonien
  • binder
  • Werbung
  • Titelseite
  • Vorrede
  • Inhaltsverzeichnis
  • 1. Die Bedeutung der Kolonien für die deutsche Volkswirtschaft
  • 2. Wirtschaftliches Leben in unseren Kolonien
  • 3. Kautschuk
  • 4. Die wichtigsten Kautschuk-Gewächse
  • 5. Kopra und die Kokospalme
  • 6. Die Kolanuß
  • Schutzgebiet Togo
  • Schutzgebiet Kamerun
  • Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika
  • Schutzgebiet Deutsch-Ostafrika
  • Schutzgebiet Kiautschou
  • Schutzgebiet Neu-Guinea und Samoa
  • Werbung
  • Werbung
  • binder

Volltext

— 10 — 
wert. In Amerika wenige Arten, die jede für sich in Gebieten von größter 
Ausdehnung vorkommen, in Afrika sehr viele, von denen jede nur einen 
kleinen Ausschnitt der Erdfläche belegt hat. Während in Asien die Lianen 
nur einen Zuschuß zur Marktware geben, spielen sie in Afrika die Haupt- 
rolle. Es siud in der Mehrzahl Schlinggewächse, die von frühester Jugend 
an oder erst später, nachdem sie eine gewisse Erstarkung erreicht haben, in 
Wäldern und Steppengehölzen mit Hilfe ihrer windenden Achsen oder be- 
sonderer Kletterwerkzeuge an Bäumen und Sträuchern in die Höhe gehen, 
um zu möglichst uneingeschränktem Lichtgenusse zu gelangen. Die Art der 
Gewinnung des Kautschuks aus allen diesen Gewächsen ist eine sehr ver- 
schiedene. Bald geschieht sie durch einfaches Gerinnenlaffen der Milch am 
Stamme selbst oder auf der mit ihr bestrichenen Haut des sammelnden 
Negers, bald durch Kochen der Milch, bald durch Hinzufügen saurer Pflanzen 
säste oder von Salzwasser. 
Neben den Lianen hat in neuerer Zeit auch ein Baum des schwarzen 
Kontinents sich als Kautschukspender hervorragend bemerklich gemacht, die 
Kickxia elastica. An ihn knüpfen sich darum die größten Hoffnungen, weil 
man in seinem Kautschuk ein'Pflanzungserzeugnis der Zukunft in Afrika 
sieht. Dank den Bemüuugen des verdienstvollen ehemaligen Leiters des 
botanischen Gartens in Victoria, Prof. Dr. Preuß, wurde Kickxia elastica 
zur künstlichen Anpflanzung gebracht. Augenblicklich reifen schon Hundert- 
tausende von jungen Bäumen dem ertragfähigen Alter von 7 Jahren ent- 
gegen. 
So vielversprechend und umfassend alle diese Anpflanzungen auch sind, 
noch ist es in Dunkel gehüllt, ob die Bäume, die gleichsam zwangsweise zur 
Kulturpflanze gestempelt wurden, sich auf Jahre, auf ein Menschenalter hinaus 
werden anzapfen laffen. Es gilt, sie zu studieren, unablässig neue Erfahrungen 
zu sammeln und aus jedem 'Mißerfolge neue Einsichten zu gewinnen. Auch 
in der tropischen Landwirtschaft müssen Wissenschaft und Erfahrung in der 
Natur zusammenarbeiten. Nach Völlens 1905. 
5. Kopra und die Kokospalme. 
Die Kopra ist nichts anderes als der von der Sonne leicht angetrocknete 
und dadurch versandfähig gemachte Kern der Kokosnuß. Früher wurde 
aus ihrem fleischigen Kern nur Öl gewonnen, das sogleich an Ort und Stelle 
ausgepreßt und zu Schiff versandt wurde. Dabei kam es des öfteren vor, 
daß das Ol auf dem langen Wege ranzig wurde. Man hatte verschiedene 
Versuche gemacht, diesem Übel abzuhelfen, doch mit wenig Erfolg. Endlich 
gelang es dem deutschen Konsul Weber auf Samoa, eine ebenso einfache, 
wie schadensichere Behandlungs- und Verschiffungsweise ausfindig zu machen. 
Statt nämlich den aus der Nuß in Stücken herausgeschnittenen Kern in die 
Ölpresse zu tun, trocknete man ihn jetzt leicht auf einem einfachen Holzgerüst 
an der Sonne. Dadurch wird er haltbar und tauglich, aufgespeichert und 
versandt zu werden. Freilich trocknet er bei längerem Lagern immer noch 
etwas mehr ein, wodurch er ein wenig an Gewicht und an Ölgehalt verliert;
	        

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Bilder Aus Den Deutschen Kolonien. Essen: Baedeker, 1908. Print.
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