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Heimatkultur in der Schule

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN735255377
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6335147
Titel:
Heimatkultur in der Schule
Signatur:
GL-II 108(1,14)-6L
Autor*in:
Kubbe, Karl
Erscheinungsort:
Langensalza
Verlag:
Beltz
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1914
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
Ratschläge für die Erziehung des Kindes und Anregungen zur Belebung des Unterrichts ; mit einem Anhange: 69 Schülerarbeiten

Kapitel

Titel:
Die Heimat in kindlicher Auffassung
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Heimatkultur in der Schule
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Heimatkunde auf der Unterstufe
  • Die Heimat in kindlicher Auffassung
  • Werbung
  • Einband

Volltext

Die Heimat in kindlicher Auffassung. 81 
63. Der Schutzmann. 
Wenn ich vom Breitenweg ans nach dem Riten Markt gehe, (o 
mutz ich mich immer über den Schutzmann wundern, der dort an der Ecke 
steht. Mitten im größten Gedränge und Verkehr steht er da und patzt 
auf, daß nichts passiert. Um ihn herum fahren die schweren Rollwagen, 
die Elektrischen und Automobile, er bleibt fast unbeweglich auf seinem 
Platz stehen. Ruf was der alles aufpassen mutz! Da kommen zwei Last- 
wagen gefahren, einer vom Riten Markt und einer vom Breitenweg her. 
Der eine Kutscher ist auf der falschen Seite gefahren, und nun sitzen beide 
Wagen zusammen und können weder vorwärts noch rückwärts fahren- 
denn hinter und vor ihnen kommen auch noch Wagen, fluch die Elektrische 
kann nicht weiterfahren. Nun schimpfen beide Kutscher sich gegenseitig 
aus' denn jeder will im Rechte sein. Jetzt schreitet aber der Schutzmann ein. 
Er veranlaßt den Kutscher, der sich auf der falschen Seite befand, rechts 
zu fahren. Nachdem er sich den Namen des Mannes aufgeschrieben hat, 
lätzt er ihn wieder losfahren. Kaum hat der Schutzmann seinen gewohnten 
Platz eingenommen, da tritt ein Mann an ihn heran, der möchte wissen, 
wie er am schnellsten nach der Königstraße kommt. „Gehen Sie nur immer 
geradeaus, bis sie an das Denkmal Wilhelms des Großen kommen. Wenn 
sie dann rechts abbiegen, sind Sie in der Königstraße," bekommt er freund- 
lich zur Antwort. Rrrr — klingling — von der Ulrichstraße her kommt 
in rasender Eile die Feuerwehr angesaust, heftig klingelt der Führer des 
ersten Wagens mit der Glocke, deren schrilles Läuten den Straßenlärm 
übertönt. Alle Leute springen eiligst auf den Bürgersteig, und die Noll- 
wagen fahren schnell nach der Seite. Ich sehe einen langen Magen mit 
Feuerwehrleuten an mir vorbeisausen, vorweg fährt ein Feuerwehrmann 
auf einem Nade. Er ruft dem Schutzmann zu: „Großfeuer in der Fried- 
richstadt." vom Rlten Markt kommen gerade zwei „Elektrische" gefahren. 
Der Schutzmann hält die Hand empor zum Zeichen, daß die Führer halten 
sollen, damit die Feuerwehr schnell vorbeifahren kann. Nrrr — tut, tut 
— eine Rutomobilspritze biegt soeben fauchend um die Ecke. Dahinter fährt 
ein Leiterwagen. Rn diesem ist ein kleiner Wagen festgebunden, auf dem 
die Spritzenschläuche sind, hei, wie die Menschen hinter der Feuerwehr her- 
laufen. Rlle wollen sehen, wo das Feuer ist. Klingling, — tut — ich 
sehe nur noch die blitzenden Helme und Axte in der Ferne. Jetzt ver- 
schwinden die Wagen in der Iohannisbergstraße. Nur das Klingeln und 
das Tuten hört man noch ein wenig. — Hber was ist denn da für ein 
Menschenauflauf vor Baraschs Warenhaus? Ein Nadfahrer hat vorhin, als 
die Feuerwehr kam, eine Frau umgefahren. Der Schutzmann lätzt sich 
die Nadfahrkarte von dem Manne zeigen. Dann schreibt er seinen Namen 
und den Namen der Frau auf. Es melden sich auch noch einige Leute, 
die den Unfall genau gesehen haben. Sie geben auch an, wie sie heißen 
und wo fie wohnen. Später wird dann alles untersucht und festgestellt, 
wer eigentlich Schuld an dem Unglück gehabt hat. — Rha, jetzt kommt 
ein anderer Schutzmann. Der will seinen Kameraden gewiß ablösen. Rls 
der Schutzmann, der den ganzen vormittag über Dienst getan hat, nach 
Hause gehen will, steht da mitten auf dem Breitenweg ein kleiner Junge 
Reiniger. Aktuelle fragen. Bd. VI. Aubbe, Heimalkultur ß
	        

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Kubbe, Karl. Heimatkultur in Der Schule. Langensalza: Beltz, 1914. Print.
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