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Bilder aus deutschen Götter- und Heldensage (Th. 1)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN736078584
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9286192
Title:
Landeskunde von Württemberg
Shelfmark:
GL-II 37(1,05)
Author:
Lauffer, Friedrich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Lung
Document type:
Monograph
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1905
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
für Schule und Haus

Binder

Document type:
Monograph
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Bilder aus der deutschen Geschichte für untere und mittlere Klassen höherer Lehreranstalten
  • Bilder aus deutschen Götter- und Heldensage (Th. 1)
  • Binder
  • Title page
  • Inhalt
  • [Ausgewählte Kapitel]
  • Binder
  • Advertising

Full text

80 
blicken Parzivals Augen nie geschaute Herrlichkeiten. In 
einem weiten Saale, den hundert Kronleuchter erhellen, sitzen 
auf kostbaren Ruhebetten vierhundert Ritter; Aloeholz brennt 
auf drei marmornen Feuerstätten in hellen, wohlriechenden 
Flammen. Eine stahlblanke Thür öffnet sich, uud vier 
Fürstinnen, in dunklen Scharlach gekleidet, treten ein mit 
goldenen Leuchtern; ihnen folgen acht Jungfrauen in grünem 
Sammet, die eine durchsichtige, funkelnde Tischplatte von 
edlem Granatstein tragen; sechs andere in glänzendem Seiden¬ 
gewand tragen silberne Geräte, und noch sechs geleiten die 
Schönste der Schönen, die Herrin, in den Saal. Diese, 
sie heißt Repanfe de Joie, das bedeutet: die Freudenfülle, 
trägt ein Gefäß von wunderbar funkelndem Stein, welches 
sie vor den König niedersetzt und sich alsdann zu dem Kreise 
der anderen Frauen gesellt. 
Inmitten dieser Herrlichkeiten wohnt tiefes Leid; trüb 
und krank sitzt der König aus feinem Ruhebette. Eine blut¬ 
triefende Lanze wird durch den Saal getragen, und bei ihrem 
Anblick bricht alles in Wehklagen aus. Parzival sitzt an 
der Seite des Königs, durch die geöffnete Thür sieht er einen 
Greis auf einem Spannbette ruhen; das ist der alte Gral¬ 
könig Titurel, Parzivals eigener Urgroßvater, während 
der sieche König Amf ortas Parzivals Oheim ist. Der 
Jüngling hat von alledem keine Ahnung; wenn schon alles, 
was er sieht und hört, in hohem Grade seine Neugier er¬ 
weckt, scheut er sich doch, irgend eine Frage zu thun, 
aus Furcht unbescheiden zu erscheinen. Sein Lehrer Gurne- 
manz hatte ihm ja einst den Rat erteilt, sich vor unnützen 
Fragen zu hüten; diese Höflichkeitsregel befolgt er jetzt leider 
zu wörtlich. Das einfache Mitleidsgefühl hätte geboten, daß 
er sich nach der Ursache des Leidens des Königs, der ihn so 
freundschaftlich bewirtete, erkundigt, aber Parzival bleibt 
stumm. Die Abendmahlzeit wird in köstlicher Pracht ge¬ 
halten, ebenso sorgfältig wird für die Ruhestätte Parzival
	        

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Citation recommendation

Mensch, Hermann, and M. Steinmann. Bilder Aus Deutschen Götter- Und Heldensage. Kattowitz O.-S.: Siwinna, 1877. Print.
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