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Norddeutsches Lesebuch

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN736078584
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9286192
Titel:
Landeskunde von Württemberg
Signatur:
GL-II 37(1,05)
Autor*in:
Lauffer, Friedrich
Erscheinungsort:
Stuttgart
Verlag:
Lung
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1905
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für Schule und Haus

Kapitel

Titel:
A. Die natürlichen Teile Württembergs
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
IV. Oberschwaben
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Norddeutsches Lesebuch
  • Einband
  • Titelseite
  • Aus dem Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur sechzehnten Auflage
  • Vorwort zur zwanzigsten Auflage
  • Inhaltsverzeichnis
  • [Der Tageslauf]
  • [Die Woche und der Sonntag]
  • [Des Kindes Art und Unart]
  • [Die heimliche Natur]
  • [Das Haus]
  • [Lebensverhältnisse]
  • [Das deutsche Vaterland]
  • [Das Vaterland in seinen Beziehungen zur Fremde]
  • [Aus Deutschlands Geschichte]
  • [Blick gen oben]
  • [Die alte Welt]
  • [Physikalisches]
  • [Die neue Welt]
  • [Deutschlands Wiedergeburt durch die Hohenzollern]
  • Friedrich nach der Niederlage bei Kolin in Böhmen am 18. Juni 1757
  • [Aus der Heldensage]
  • [Abschluß]
  • Schleswig-Holstein
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einband

Volltext

62 
105. CLied für den Sommerabend. 
gleichsam innigen Anteil, sie gehört mit zum Daheim, und ältere Leute wissen 
davon zu sagen, wie ihnen der Duft der Lindenblüte wohl zuweilen die süße— 
sten Erinnerungen an die Stätten ihrer Heimat erweckt hat. 
Die Linde wird am ältesten und stärksten nicht in der Wildnis, sondern 
in der Gesellschaft der Menschen, welche die alten Zweige stützen. In Deutsch— 
land ist eine der ältesten die zu Neustadt am Kocher. Ihr Alter mag sieben— 
bis achthundert Jahre betragen. Ihre mächtigen Zweige sind von mehr als 
160 steinernen Pfeilern gestützt; der Raum, den die Aste beschirmen, hat etwa 
115 Meter im Umfang. 
Bei aller Größe und Pracht ihres Wuchses hat die Linde doch etwas 
Zartes, Weiches und Mildes. Ihre reiche Blattfülle rundet sich immer schön 
ab; auch das einzelne Blatt ist weich, herzförmig und wegen des längeren Stieles 
dem leisesten Luftzuge nachgebend. Daher säuselt die Linde, und diese sanfte 
Musik stimmt vortrefflich zu dem Summen der Bienen, die sich aus ihren zarten 
Blumen den goldgelben Blütenstaub holen, um daraus den köstlichen Linden— 
honig zu bereiten. Wie ganz anders steht die kernige, markige Eiche da, die 
ihr sonst an Alter und mächtiger Größe so ähnlich ist! (A. Grube.) 
105. Lied für den Sommerabend. 
Wiblkommen, o seliger Abend, 
dem Herzen, das froh dich genießt! 
Du bist so erquickend, so labend: 
drum sei mir recht herzlich gegrüßt! 
2 
In deiner erfreulichen Kühle 
vergißt man die Leiden der Zeit, 
vergißt man des Mittages Schwüle 
und ist nur zum Danken bereit. 
Willkommen, o Abend voll Milde 
du schenkst dem Ermüdeten Ruh', 
versetz'st uns in Edens Gefilde 
und lächelst uns Seligkeit zu. 
(Fr. v. Ludwig.) 
106. Noch ein Abendlied. 
Der Mond ist aufgegangen, 
die goldnen Sternlein prangen 
am Himmel hell und klar; 
der Wald steht schwarz und schweiget, 
und aus den Wiesen steiget 
der weiße Nebel wunderbar. 
Wie ist die Welt so stille, 
und in der Dämmrung Hülle 
so traulich und so hold, 
als eine stille Kammer, 
wo ihr des Tages Jammer 
verschlafen und vergessen sollt. 
Seht ihr den Mond dort stehen? 
er ist nur halb zu sehen 
und ist doch rund und schön: 
so sind wohl manche Sachen, 
die wir getrost belachen, 
weil unsre Augen sie nicht sehn. 
Wir stolzen Menschenkinder 
sind doch recht arme Sünder 
und wissen gar nicht viel; 
wir spinnen Luftgespinste 
und suchen viele Künste 
und kommen weiter von dem Ziel. 
Gott, laß uns dein Heil schauen, 
auf nichts Vergänglich's bauen, 
nicht Eitelkeit uns freun! 
Laß uns einfältig werden 
und vor dir hier auf Erden 
wie Kinder fromm und fröhlich sein. 
4
	        

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Zitierempfehlung

[Teil 1 = 2. Und 3. Schuljahr, [Schülerband]]. Stuttgart: Muth, 1910. Print.
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