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Geschichte des deutschen Volkes und Landes (Cursus 3, Abth. 1)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN737326549
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9225689
Title:
Umschau in Heimat und Fremde
Author:
Hentschel, Kurt
Märkel, Gustav
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Document type:
Multivolume work
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
ein geographisches Lesebuch zur Ergänzung der Lehrbücher der Geographie, insonderheit derer von Ernst v. Seydlitz

Volume

Persistent identifier:
PPN737326824
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9298165
Title:
Deutschland
Shelfmark:
GL-II 67(1,1886)-1
Author:
Hentschel, Kurt
Märkel, Gustav
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Document type:
Volume
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1886
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
ein geographisches Lesebuch zur Ergänzung der Lehrbücher der Geographie, insonderheit derer von Ernst v. Seydlitz

Table of contents

Title:
Übersicht des Inhalts
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Table of contents

Contents

Table of contents

  • Lehrbuch der allgemeinen Geschichte für Schule und Haus
  • Geschichte des deutschen Volkes und Landes (Cursus 3, Abth. 1)
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zur neuen Bearbeitung
  • Inhalt
  • Erste Abtheilung. Die alte und mittlere Zeit bis auf den Anfang des 16. Jahrhunderts
  • Vorgeschichte
  • I. Periode. Von der ältesten Zeit bis auf die Entstehung des großen Reichs der Franken, um 500 v.Chr
  • II. Periode. Von der Entstehung des großen Frankenreichs bis zur bleibenden Trennung desselben durch die Verträge zu Verdun 843 und Mersen 870
  • III. Periode. Von der Entstehung eines selbstständigen Reichs deutscher Nation (um die Mitte des 9. Jahrhunderts) bis zur Machthöhe desselben unter den Hohenstaufen (um die Mitte des 12. Jahrhunderts)
  • IV. Periode. Aufschwung und Fall des Kaiserthums unter den Hohenstaufen bis auf Rudolph den Habsburger. 1138-1273
  • V. Periode. Niedergang des Kaiserthums bis auf den Beginn reformatorischer Bestrebungen in Staat und Kirche, oder von Rudolph dem Habsburger bis auf Maximilian I. 1273-1493

Full text

39 
§. 16. 
Die Baiern, Thüringer, Friesen. 
1) In Oberdeutschland saßen östlich von den Alemannen 
in dem alten Norikum die Baiern, deren Name erstmals um die 
Mitte des sechsten Jahrhunderts genannt wird. Sie entstanden 
unstreitig aus Völkerschaften suevischen Stammes, namentlich aus 
Markomannen, zu denen stch Heruler, Rugier, Scyrer u. a. 
gesellten, und die zusammen in das Süddonauland, nachdem die 
Römer sich zurückgezogen, eingerückt waren. Von diesen ihren 
neuen Wohnsitzen, dem ehemaligen Lande der keltischen Bojer, 
erhielten sie wohl den Gemeinnamen Bojoarier, d. i. Bewohner 
des alten Bojer-Landes. Im Westen bildete der Lech, im Osten 
die Ens, südlich die Alpen und nördlich die Donau die Grenzen 
Bojoariens. Doch besaßen die baierischen Volksherzoge auch ein¬ 
zelne Gebiete nördlich von der Donau, namentlich den sogen, 
baierischen Nordgau, sie selbst aber waren bereits frühe unter frän¬ 
kische Oberhoheit gekommen. 
2) Nördlich von Alemannen und Baiern, von diesen durch 
Main und Donau getrennt, folgten die Thüringer, deren Name 
und Gebiet (Durinka) sich früher weit über das jetzige Thüringer- 
Land hinaus erstreckten. Im Norden bildeten Elbe und Harz die 
Grenzscheide gegen die Sachsen, im Westen die Werra gegen die 
Hessen. Die Thüringer sind ohne Zweifel von den alten Hermun¬ 
duren, einer suevischen Völkerschaft im Mittlern Deutschland, hervor¬ 
gegangen; der Name in abgekürzter Form kommt seit dem 5. Jahr¬ 
hundert vor. *) Von dem Reiche der Thüringer bis zu ihrem 
Zusammenstoß mit den Franken ist nur Weniges bekannt. Die 
Thüringer verloren schon um die Mitte des 6. Jahrhunderts ihre 
Selbstständigkeit an die wachsende Macht der Franken, und in 
den südlichen Gebieten am obern Main ging der Name Thüringen 
allmählig in den von Frankonien (Ostfranken) über. 
3) Zunächst dem Volke der Sachsen stehen die ihnen stamm¬ 
verwandten Friesen, die ihre angestammten Sitze im Ganzen 
nie änderten. Sie bewohnten den schmalen Küstenstrich von der 
Ems bis zum nördlichen Rheinarm (Mel) und dem See Flevo, 
wo die Insel der germanischen Bataver2), d. i. der fruchtbare 
Landstrich zwischen dem nördlichen und südlichen Rheinarm (die 
Waal) begann. Auch Friesland ging später (zu Anfang des 
8. Jahrhunderts) nach wiederholten blutigen Kämpfen in das 
Frankenreich auf. 
l) An merk. Toringi, Thuringi ist verkürzte Form für Hermund uri, 
indem hermun s. v. a. irmin (z. 99- in Jrminsut) oder ermin, d. i. 
stark, gewaltig, in der Zusammensetzung eine Verstärkung des Begriffs bildet. 
Duri (vurino) ist in dem altnordischen thora, wagen, audere, erhalten;
	        

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Beck, Joseph. Geschichte Des Deutschen Volkes Und Landes. Hannover: Hahn, 1869. Print.
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