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Realienbuch

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN746443978
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9459798
Title:
Kurzer Entwurf der alten Geographie
Shelfmark:
GEG-I 26(2,1792)
Author:
Nitsch, Paul Friedrich Achat
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Heinsius
Document type:
Monograph
Collection:
Geography textbooks, pre-1871
Publication year:
1792
Edition title:
Zweyte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Binder

Document type:
Monograph
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Realienbuch
  • Binder
  • Title page
  • Inhalt
  • Geographie
  • Geschichte
  • Naturgeschichte
  • Naturlehre
  • Deutsch
  • Raumlehre
  • Schreibung der gebräuchlichsten Fremdwörter
  • Die wichtigsten Zahlen der Geschichte
  • Binder

Full text

39 
ihn sein Vater, dessen Vermögensumslände sich in Mansfeld, seinem späteren Wohn¬ 
orte, gebessert hatten, nach Magdeburg (1497), später nach Eisenach (1498), wo 
sich seiner die fromme Wittwe Cotta besonders an¬ 
nahm, undendlichauf die Universität zu Erfurt(1501), 
wo er die Rechtsgelehrsamkeit studieren wollte. Als 
ihm aber da Plötzlich ein guter Freund starb, geriet er 
in solche Seelenangst, daß er wider den Willen seines 
Vaters 1505 in das Augustinerkloster zu Erfurt ging 
und Geistlicher wurde. Im Kloster erfüllte er gewissen¬ 
haft alle Ordensregeln und studierte sehr fleißig in der 
heil. Schrift, konnte aber doch durch all das die Gewi߬ 
heit der Vergebung seiner Sünden nicht finden. Dar¬ 
über ward er sehr traurig und schwer krank,- bis ihn 
ein alter Klosterbruder auf das Hauptstück unsers Glau- 
Fig. 8. Martin Luther. bensartikels: „Ich glaube an eine Vergebung der Sün¬ 
den" hinwies. Im Jahre 1508 wurde Luther Pro¬ 
fessor an der neuerrichteten Universität zu Wittenberg und bald darauf auch Prediger 
an der dortigen Stadtkirche. Auf einer Reise nach Rom (1510) lernte er das tiefe 
Verderben der dortigen Geistlichen kennen. Tetzels Ablaßhandel veranlaßte ihn, den 
31. Oktober 1517. 95 Lehrsätze gegen den Ablaß an die Schloßkirche zu Wittenberg 
zu schlagen. Es entstanden darüber viele Streitigkeiten, und Luther sagte sich gapz 
vom Papste los. 
Der Papst suchte mit Hilfe der weltlichen Macht Luthern zum Widerrufe zu 
bewegen. Er mußte 1521 auf dem Reichstage zu Worms erscheinen und gab hier 
d. 18. April, als man einen kurzen, bündigen Bescheid begehrte, ob er widerrufen 
wollte oder nicht, die Antwort: „Widerrufen kann ich nicht. Hier stehe ich. Ich kann 
nicht anders. Gott helfe mir! Amen!" Er wurde in die Acht erklärt, und seine 
Lehre verboten, aber sein Kurfürst, Friedrich d. Weise, hielt ihn auf der Wartburg 
verborgen, wo er anfing, die Bibel in die deutsche Sprache zu übersetzen. Nach 10 
Monaten kehrte er jedoch nach Wittenberg zurück, wo der Bilderstürmer Karlstadt 
Unruhen erregt hatte, und lehrte dort, unterstützt von seinen Freunden Philipp 
Melanchthon, Justus Jonas, Johann Bugenhagen, weiter. 
Seine Lehre gründete sich besonders darauf, daß man durch den Glauben 
aus Gnaden vor Gott gerecht werde, daß man das Haupt der Christenheit Christus, 
und die heilige Schrift die einzige Quelle unseres Glaubens und Richtschnur unsers 
Wandels sein müsse. Seine volkstümlichen Schriften: Deutsche Bibel, großer 
und kleiner Katechismus, Lieder trugen viel zur Ausbreitung seiner Lehre bei. 
Kaiser Karl V. wollte die lutherische Lehre unterdrücken. Die 7 lutherischen 
deutschen Fürsten, unter welchen Jo Hann der Beständige, Bruder des 1525 ver¬ 
storbenen Friedrich des Weisen, und Landgraf Philipp der Großmütige v. Hessen 
die mächtigsten waren, schlossen 1526 das Bündnis zu Torgau. Als auf dem 
Reichstage zu Speyer 1529 ihre Lehre streng verboten wurde, protestierten sie 
dagegen (daher Protestanten), legten am 25. Juni 1530 aus dem Reichstage zu 
Augsburg ihr Glaubensbekenntnis ab (Augsburgische Konfession) und schlossen, 
als der Kaiser Gewalt gegen sie anwenden wollte, 1531 den Bund zu Schmal¬ 
kalden. Auswärtiger Kriege wegen mußte der Kaiser die Hilfe der Protestanten 
beanspruchen und gab ihnen im Religionsfrieden zu Nürnberg 1531 freie Reli¬ 
gionsausübung. Luther starb d. 18. Februar 1546 zu Eisleben. 
In Sachsen regierte der Kurfürst Friedrich der Weise v. 1486—1525, der 
Sohn des Kurfürsten Ernst, der ein eifriger Beschützer Luthers war. 1493 hatte er
	        

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Citation recommendation

Lettau, H., and Oskar Wilsdorf. Realienbuch. Leipzig: Ed. Peters Verl., 1897. Print.
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