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Deutsches Lesebuch für die mittlere Stufe mehrklassiger Schulen (Abtheilung 2, [Schülerband])

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN746696299
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9435161
Title:
Lehrbuch für Frauenzimmer
Author:
Steinberg, Christian Gottlieb
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Gutsch
Document type:
Multivolume work
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), pre-1871
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN746696671
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9435179
Title:
[Bd. 1]
Shelfmark:
RD-I 12(1,1774)-1/2
Author:
Steinberg, Christian Gottlieb
Volume count:
[Bd. 1]
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Gutsch
Document type:
Volume
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), pre-1871
Publication year:
1772
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Erster Theil. Von der Anweisung im Lesen, Schreiben und Rechnen
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch
  • Deutsches Lesebuch für die mittlere Stufe mehrklassiger Schulen (Abtheilung 2, [Schülerband])
  • Binder
  • [Widmung]
  • Title page
  • Title page
  • Advertising
  • Uebersicht des Inhalts der zweiten Abtheilung des Lesebuchs
  • Uebersicht der in den Text der zweiten Abtheilung gedruckten Abbildungen
  • A. Deutscher Lebensspiegel
  • B. Deutscher Haushalt
  • C. Aus dem Haushalte der Natur
  • D. Erzählungen aus der deutschen Geschichte
  • E. Deutsches Land und Volk
  • Binder

Full text

5. Die norddeutsche Tiefebene. 
147 
Südseite hin ist es von Gebirgen begrenzt. Der östliche Theil wird 
von zwei niedrigen Landrücken durchzogen, die von Osten nach Westen 
streichen. Der nördliche begleitet die Ostsee. Auf seiner Platte liegt 
eine große Anzahl kleiner Seen dicht bei einander, welche dem Lande 
einen angenehmen Wechsel geben. Die Umgebungen der Seen haben 
häufig schönes Ackerland; aber auch dürre Stellen giebt es, wo nur 
Heidekraut und Nadelholz wächst. — Die südliche Landhöhe zieht an dem 
rechten Ufer der Oder hin, geht dann über dieselbe hinweg zur Elbe 
und setzt sich jenseit derselben in der Lüneburger Heide fort. Die 
Flüsse haben steile und tiefe Ufer, wo sie durch dieselbe hindurchbrechen. 
Wo sich Wald findet, besteht derselbe meist nur aus Kiefern; im übrigen 
ist der Boden mit brauner Heide bekleidet. Das Thalland, welches 
zwischen der südlichen Landhöhe und dem südlichen Berglande liegt, ist 
dagegen ein gut bewässertes, fruchtbares Land; der Landstrich aber, 
welcher zwischen den beiden Landhöhen liegt, ist meist sandig, sumpfig 
und wenig ergiebig und nur in den Flußthälern fruchtbar. 
2. Ein Auge, welches an den Anblick der Berge und deren Schön¬ 
heiten gewöhnt ist, findet die großen ebenen Landstreckcn Norddeutsch¬ 
lands sehr einförmig und langweilig. Aber dem Norddeutschen ist seine 
Ebene eine liebe Heimath. Ihm ist es wohlthuend, seinen Blick über 
die weit ausgedehnte Fläche hinschweifen zu lassen; er weiß, daß sie 
auch ihre Reize hat. Allerdings hat die Ebene streckenweis öde Saud¬ 
flächen, in denen man halbe Tage lang im Sande waten kann, ohne 
einer menschlichen Wohnung zu begegnen. Nur einsame Kiefernwälder 
und dürres Gestrüpp bedecken an manchen Stellen den Boden, und auf 
den ausgedehnten Heide-, Sumpf- und Moorstrecken, die durch den nord¬ 
westlichen Theil dieses Flachlandes ziehen, ist oft meilenweit weder 
Baum noch Strauch zu erblicken. Aber schon diese Kiefernwälder und 
die Heide und Moorbinsen sind so verächtlich nicht. Die Kiefern liefern 
den Bewohnern das Bauholz zu ihren Wohnungen; die Heide ernährt 
große Bienenschwärme und Heidschnuckenheerden, und die Moore geben 
den Torf, dies wohlfeile Brennmaterial. Manche Stellen lohnen den 
Anbau von Buchweizen und Kartoffeln, Hafer, Gerste und Roggen. 
Die Flußauen aber sind vollends nicht ohne Lieblichkeit und Schönheit. 
Sie haben fruchtbaren Ackerboden, der weit und breit sorgfältig an¬ 
gebaut ist; auf den Wiesen an den Flüssen weiden große Viehheerden, 
und über viele Hügelreihen, sowie an den Stromufern, findet man 
Laubwälder ausgebreitet, so grün und schön wie an andern Orten 
Deutschlands. 
3. Die meisten Bewohner der norddeutschen Tiefebene nähren sich 
von Ackerbau und Viehzucht. Die Städter treiben vorzugsweise Handel 
und Gewerbe. Für die Strandbewohner ist der Fischfang die Haupt¬ 
beschäftigung; die kräftigen jungen Leute unter ihnen werden gern 
Matrosen. Die Bewohner derjenigen Städte, welche an den Meeres¬ 
buchten und in der Nähe der Flußmündungen liegen, treiben einen leb¬ 
haften Seehandel. Die bedeutendste unter diesen Städten ist Hamburg. 
10*
	        

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Hupfer, Ernst. Vorläufige Einführung in Die Allgemeine Erdkunde, Deutschland. Leipzig: Dürr, 1906. Print.
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