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Lesebuch zum Gebrauch in Volksschulen für Schüler von 10 bis 15 Jahren

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN746696299
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9435161
Title:
Lehrbuch für Frauenzimmer
Author:
Steinberg, Christian Gottlieb
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Gutsch
Document type:
Multivolume work
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), pre-1871
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN746696671
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9435179
Title:
[Bd. 1]
Shelfmark:
RD-I 12(1,1774)-1/2
Author:
Steinberg, Christian Gottlieb
Volume count:
[Bd. 1]
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Gutsch
Document type:
Volume
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), pre-1871
Publication year:
1772
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Title page

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Title page

Contents

Table of contents

  • Lesebuch zum Gebrauch in Volksschulen für Schüler von 10 bis 15 Jahren
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur zweiten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Inhaltsverzeichniß
  • Sachlich geordnetes Inhaltsverzeichniß
  • [Lesestücke 1-20]
  • [Lesestücke 21-40]
  • [Lesestücke 41-60]
  • [Lesestücke 61-80]
  • [Lesestücke 81-100]
  • [Lesestücke 101-120]
  • [Lesestücke 121-140]
  • [Lesestücke 141-160]
  • [Lesestücke 161-180]
  • [Lesestücke 181-200]
  • [Lesestücke 201-220]
  • [Lesestücke 221-240]
  • [Lesestücke 241-260]
  • [Lesestücke 261-280]
  • [Lesestücke 281-300]
  • [Lesestücke 301-306]
  • Verzeichniß der Verfasser
  • Binder

Full text

Wo Meer und Berg vereint wirken, nimmt die Regenmenge noch mehr 
zu, und der Unterschied zwischen solchen Gegenden und Ebenen, die nicht am 
Meere liegen, wird dann sehr auffallend. Skandinaviens West- und Ostküste 
geben ein solches Beispiel: Bergen, dessen Regenfülle zum Sprichwort gewor⸗ 
den ist, hat eine jährliche Regenmenge von achtundsiebenzig Zoll; in Stockholm 
beträgt dieselbe nur neunzehn, und in Upsala sechszehn Zoll. Englands gebirgige 
Westküste hat mehr wie doppelt so viel Regen als die mehr ebene Ostküste 
dort erreicht an einzelnen Stellen die Regenmenge einige und sechszig BZoll, 
während sie hier auf einigen Stellen zu siebenzehn bis achtzehn Zoll herabsinkt. 
An' der Südfeite der nbrolichen Apenninen, die sich bis dicht an das mittel 
ländische Meer erstrecken, ist die Regenmenge sehr bedeutend, und steigt an ein— 
zelnen Stellen bis auf zweiundneunzig Zoll. 
Das Verhältniß der verschiedenen Winde zum Regen ist eben so einfach und 
leicht erklärlich. Bei uns in Kopenhagen und überhaupt in den meisten Gegen— 
den des nördlichen Europas sind es die West- und Südwestwinde, welche Regen 
bringen, hauptsächlich, wenn sie mit Nord- und Ostwinden abwechseln. Jene 
Winde kommen vom Meere, welches mehr ausdünstet, oder von wärmern Län⸗ 
dern, wo die Ausdünstung bedeutender ist. Wenn dann diese mit Dünsten an— 
gefüllten Luftströme den kalten Winden von Osten und Norden begegnen, so 
werden die Duͤnste in Regen verwandelt. Bei uns regnet es selten bei anderm 
als West- oder Südwestwinde; im entgegengesetzten Falle tritt Regen ein, kurz 
nachdem sich der Wind gedreht hat, und man kann mit Recht alsdann voraussetzen, 
daß die Dünste, welche als Negen mit Ost- oder Nordwind herabfallen, vorher 
durch Luftströme von Westen oder Süden hergebracht, später aber zurückgeführt 
worden sind. Wenn der Ost- oder Nordwind längere Zeit geweht hat, so regnei 
es nicht eher, als bis der Wind in die entgegengesetzten Richtungen umspringt 
In Preußen bringt der Nordwind bisweilen Regen, dieser kommt dort aber von 
der Ostsee; der Suͤdwind seltener, da derselbe von dem trockenen Festlande her 
kommt. In den östlichen Staaten Nordamerikas ist es der Ostwind, der haupt 
sächlich Regen bringt; dort aber kommt er von dem atlantischen Meere. 
üm die Verhältnisse des Regens in einem Lande oder an einem bestimm— 
ten Orte zu kennen, ist es nicht hinreichend, zu wissen, wie viel Regen im Jahre 
fällt; man muß auch wissen, wie diese Wassermenge auf die verschiedenen Jah—⸗ 
reszeiten vertheilt ist. Es macht natürlich einen großen Unterschied, ob dieselbe 
Regenmenge entweder einigermaßen gleich zwischen den vier Jahreszeiten ver— 
theilt, oder auf Eine Jahreszeit zusammen beschränkt ist, die Regenzeit 
im Gegensatz zu dem übrigen Theil des Jahres, der trockenen Jahreszeit. 
Auch ist es von Wichligkeit, wie oft der Regen fällt, wenn man von dem 
Verhältnißz des Regens einer Gegend spricht; denn es macht einen bedeutenden 
Unterschied im Klima, ob dieselbe Regenmenge in vielen kleinen oder in wenigen 
starken Regengüssen herabfällt. Palermo und Kopenhagen haben ungefähr die⸗ 
selbe Regenmenge; die Zahl der Regentage in Palermo aber beläuft sich au 
bierundsiebenzig, in Kopenhagen auf hundert und vierunddreißig. Dublins drei 
undzwanzig Zoll Regen sind auf zweihundert und acht Regentage vertheilt 
Kopenhagens zwanzig Zoll auf hundert und vierunddreißig. 
Man könnte wuͤnschen, die Vertheilung des Regens über die ganze Ober— 
fläche der Erdkugel zu kennen, um durch eine gewöhnliche Regenkarte einen 
allgemeinen Ueberblick dieses Verhältnisses zu gewinnen; die Materialien hierzu 
sind aber noch zu wenig zahlreich, und wenig gesammelt. Wir müssen uns 
daher auf einen Theil der Erdoberfläche beschränken, und wählen dazu den Theil
	        

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Böse, J. H. et al. Lesebuch Zum Gebrauch in Volksschulen Für Schüler Von 10 Bis 15 Jahren. Oldenburg: Schulze, 1868. Print.
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