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Poesie und Prosa für die dritte Klasse (Teil 1, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN749467428
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9513749
Titel:
Leitfaden beim Geschichtsunterrichte
Autor*in:
Keber, Agathon
Erscheinungsort:
Aschersleben
Verlag:
Carsted
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Geschichtsschulbücher vor 1871
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN749468106
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-9513750
Titel:
Für die oberen Klassen der Realschulen und höheren Bürgerschulen
Signatur:
HEG-I 4(4,1864)-2
Autor*in:
Keber, Agathon
Bandzählung:
Cursus 2
Erscheinungsort:
Aschersleben
Verlag:
Carsted
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Geschichtsschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1864
Ausgabenbezeichnung:
4., neu bearb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Neuere Geschichte
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Zweite Periode. Von der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts (1660) bis zum Ausbruch der französischen Revolution (1789)
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für Präparandenanstalten
  • Poesie und Prosa für die dritte Klasse (Teil 1, [Schülerband])
  • Einband
  • Werbung
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Berichtigung
  • I. Fabeln, Parabeln, Allegorien
  • II. Sagen und Legenden
  • III. Märchen und Erzählungen
  • IV. Gedichte
  • Werbung
  • Einband

Volltext

— 15 — 
6. Der Hund. 
Phylax, der so manche Nacht 
Haus und Hof getreu bewacht 
Und oft ganzen Diebesbanden 
Durch sein Bellen widerstanden: 
Phylax, dem Lips Tullian, 
Der doch gut zu stehlen wußte, 
Selber zweimal weichen mußte, 
Diesen fiel ein Fieber an. 
Alle Nachbarn gaben Rat. 
Krummholzöl und Mithridat 
Mußte sich der Hund bequemen 
Wider Willen einzunehmen. 
Selbst des Nachbar Gastwirts Müh', 
Der vordem in fremden Landen 
Als ein Doktor ausgestanden, 
War vergebens bei dem Vieh. 
Kaum erscholl die schlimme Post, 
Als von ihrer Mittagskost 
Alle Brüder und Bekannten 
Phylax zu besuchen rannten. 
Pantelon, sein bester Freund, 
Leckt ihm an dem heißen Munde. 
„O!" erseufzt er, „bittre Stunde! 
O! wer hätte das gemeint!" — 
„Ach!" rief Phylax, „Pantelon! 
Jst's nicht wahr, ich sterbe schon? 
Hätt' ich nur nichts eingenommen, 
Wär' ich wohl davongekommen! 
Sterb' ich Ärmster so geschwind, 
O! so kannst du sicher schreien, 
Daß die vielen Arzeneien 
Meines Todes Quelle sind. 
„Wie zufrieden schlief ich ein, 
Sollt' ich nur so manches Bein, 
Das ich mir verscharren müssen, 
Vor dem Tode noch genießen! 
Dieses macht mich kummervoll 
Daß ich diesen Schatz vergessen, 
Nicht vor meinem Ende fressen, 
Auch nicht mit mir nehmen soll. 
„Liebst du mich, und bist du treu, 
O, so hole sie herbei! 
Eines wirst du bei den Linden 
An dem Gartentore finden; 
Eines, lieber Pantelon, 
Hab' ich nur noch gestern morgen 
In dem Winterreis verborgen; 
Aber friß mir nichts davon!" 
Pantelon war fortgerannt, 
Brachte treulich, was er fand; 
Phylax roch bei schwachem Mute 
Noch den Dunst von seinem Gute; 
Endlich, da sein Auge bricht, 
Spricht er: „Laß mir alles liegen! 
Sterb' ich, so sollst du es kriegen, 
Aber, Bruder, eher nicht! 
„Sollt' ich nur so glücklich sein, 
Und das schöne Schinkenbein, 
Das ich — doch ich mag's nicht sagen, 
Wo ich dieses hingetragen. 
Werd' ich wiederum gesund, 
Will ich dir, bei meinem Leben, 
Auch die beste Hälfte geben; 
Ja du sollst" — hier starb der Hund. 
Der Geizhals bleibt im Tode karg, 
Zween Blicke wirft er auf den Sarg, 
Und tausend wirft er mit Entsetzen 
Nach den mit Angst verwahrten Schätzen. 
O schwere Last der Eitelkeit! 
Um schlecht zu leben, schwer zu sterben, 
Sucht man sich Güter zu erwerben! 
Verdient ein solches Glück wohl Neid? 
7. Magnus Gottfried Lichtwer (1719—1783). 
Quellen: M. G. Lichtwers Schriften. Herausgegeben von E. L. M. von Pott. Halberstadt 1828. 
Wustmann, Als der Großvater die Großmutter nahm^. Leipzig 1895. 
1. Der Hänfling. 
Ein Hänfling, den der erste Flug Und kriegte Lust, sich anzubauen: 
Aus seiner Eltern Neste trug, Ein edler Trieb; denn eigner Herd 
Hub an, die Wälder zu beschauen, Ist, sagt das Sprichwort, Goldes wert.
	        

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Zitierempfehlung

Heydtmann, Johannes, and Eduard Clausnitzer. Poesie Und Prosa Für Die Dritte Klasse. Leipzig: Teubner, 1903. Print.
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