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Haus und Welt I (Bd. 6, [Schülerbd.])

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN750430249
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-10161609
Titel:
Tabellarische Übersicht der alten, mittleren und neuen Geschichte
Signatur:
HK-I 44(1,1835)
Autor*in:
Bötticher, Wilhelm
Wigand, ...
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Dümmler
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1835
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
zum Schulgebrauch

Kapitel

Titel:
Neue Geschichte
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für Mittelschulen
  • (Für das 4. und 5. Schuljahr) (Teil 2)
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Verfasser der Lesestücke
  • I. Religiöses und sittliches Leben
  • II. Aus dem Menschenleben
  • III. Märchen, Fabeln und Rätsel
  • IV. Aus dem Naturleben
  • V. Aus Sage und Geschichte unseres Volkes
  • VI. Aus dem deutschen Vaterlande
  • Einband

Volltext

Rübezahl und der Bauer. 
255 
helfen,“ setzte er hinzu, „so schlagt mich nur mit der Schürstange 
tot, damit ich die Qual der Meinen nicht sehen darf!“ 
Rübezahl gebot nun dem Bauer, daß er ihm folge. Sie 
gingen waldein durch immer dichteres Gesträuch und kamen in 
ein Felsental, das sie zu einer finstern Höhle führte, die immer 
graulicher wurde. Bald aber hüpften kleine blaue Flammen vor 
ihnen her, und der dunkle Felsengang bildete sich zu einem großen 
Gewölbe, in dem helle Lichter flackerten. 
Dort stand eine große kupferne Braupfanne voll lauter Taler 
bis auf den Rand. „Da nimm,“ sagte Rübezahl, „soviel du be¬ 
darfst, und wenn du schreiben kannst, so stelle mir einen Schuld¬ 
schein aus!“ Schreiben aber konnte der Bauer. Er zählte sich 
hundert Taler ab; Rübezahl schien sich gar nicht darum zu 
kümmern, drehte ihm den Rücken zu und suchte die Schreibe¬ 
sachen aus einem Schranke hervor; aber der Bauer nahm des¬ 
halb keinen einzigen Taler mehr. Er schrieb den Schuldschein, 
so gut er vermochte, und Rübezahl schloß denselben in einen 
eisernen Kasten. „Geh nun!“ sagte er dann zu dem Bauer, 
„nütze dein Geld, merke dir den Eingang ins Felsental und 
vergiß den Zahlungstag nicht! Denn ich bin ein strenger Schuld¬ 
herr. Da,“ fuhr er fort, indem er einen großen Griff in die 
Braupfanne tat, „das ist für deine Kinder und steht nicht auf 
dem Schuldscheine.“ 
Dankbar zog nun der Bauer ab; er fand sich bald aus dem 
Felsengange heraus, merkte sich die Stätte genau und ging rüstig 
nach Hause, wo ihn die Kinder um Brot anschrieen, die Mutter 
aber trostlos weinend im Winkel saß, weil sie schon wußte, wieviel 
auf die Vettern zu rechnen sei. 
Wie froh waren aber alle, als der Vater den Quersack öffnete 
und Brot für die Kinder und Grütze zum Brei und Fleisch und 
Wurst herausnahm, das er alles in der Stadt gekauft hatte! Daß 
er das Geld von Rübezahl empfangen habe, sagte er nicht, 
sondern lobte vielmehr die Vettern, die ihn so freundlich auf¬ 
genommen, so gut bewirtet und ihm mit großer Bereitwilligkeit 
das Geld geliehen hätten. 
Jetzt ging ein neues Leben und Arbeiten in des Bauern 
Hause an. Alles, was unternommen wurde, ging zum Glücke, 
und es lag ein sichtliches Gedeihen auf dem Gelde des Berg¬ 
herrn. Ein Acker nach dem andern wurde gekauft. Das Vieh 
war weit und breit umher das schönste, und im dritten Jahre
	        

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Zitierempfehlung

Tromnau, Friedrich. (Für Das 4. Und 5. Schuljahr). Leipzig [u.a.]: Klinkhardt, 1910. Print.
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