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Lesebuch für gewerbliche Fortbildungsschulen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN773898050
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-10331433
Title:
Die Weltgeschichte für die Jugend bis auf die neuesten Zeiten
Shelfmark:
HD-I 9(1,1818)
Author:
Hold, Ernst
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Hinrichs
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, pre-1871
Publication year:
1818
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Zweite Abtheilung. Von den Völkerzügen bis zu Ende des funfzehnten Jahrhunderts
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
III. Teutschland vom zehnten bis zwölften Jahrhunderte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für gewerbliche Fortbildungsschulen
  • Binder
  • Title page
  • [H. Haessel]
  • Vorwort
  • [Vorwort]
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Abschnitt Einleitendes
  • II. Abschnitt In der Lehre
  • III. Abschnitt Der Gesell
  • A. In der Werkstatt
  • B. Zur Wanderschaft
  • C. Wanderungen im deutschen Vaterlande
  • D. Blicke in die deutsche Geschichte
  • E. Wer will unter die Soldaten!
  • IV. Abschnitt Der Meister
  • A. Meister-Würde und -Bürde
  • B. Aus Werkstatt und Fabrik
  • C. Verkehr und Verkehrsmittel
  • D. Aus der Gesundheitslehre
  • E. Haus- und Volkswirtschaftliches
  • F. Weiteres aus der Gesetzeskunde
  • V. Abschnitt Abschließendes
  • Binder

Full text

22 
6 
Kaiser Wilhelms Lebensabend und Heimgang. 
4. Was das gesamte Volk bei der Kunde vom Tode des Kaisers 
empfand, sprach ein Berliner Blatt in folgenden schönen Worten aus: 
Der Kaiser . 
22. März 1797. 9. März 1888. 
In dieser Stunde hat sich ein welthistorisches Ereignis erfüllt: 
um 8 Uhr 30 Min. vormittags ist Kaiser Wilhelm nach kurzem Kranken⸗ 
lager gestorben. Der älteste und der ruhmreichste Fürst, der Begründer 
des Reichs, der Träger des monarchischen Gedankens, der sich in ihm 
glänzend und wunderbar verklärt, ist aus dieser Welt geschieden. Wie 
oft auch das hohe Alter des Kaisers sein Volk und die Welt an diesen 
Ausgang gemahnt hat — jetzt vor dem Geschehenen erschrecken wir 
wie vor einem Plötzlichen und Unerwarteten zurück. Ein dunkler 
Schatten war in dem letzten Jahre mit der Krankheit des einzigen, 
teueren Sohnes in sein glückliches Leben gefallen; ein Schatten, der 
gleichsam der Tribut der Menschlichkeit dem neidischen Geschicke gegen— 
über war. Aber das Glück blieb seinem Liebling auch darin treu, daß 
es ihn ohne Schmerz und ohne längere Qual von der erhabensten 
Stelle hinwegrief. Ein Gefühl unermeßlicher und unbeschreiblicher 
Trauer wird sich bei dieser tragischen Kunde unseres Volkes bemäch— 
tigen; von dem Erben des Reichs, den ein tückisches Leiden von dem 
Sterbebette des Vaters fern hielt, bis zu dem AÄrmsten herab haben 
wir alle in diesen Augenblicken nur ein Herz und einen Gedanken: 
Der Held ist nicht mehr, der unser Volk in Waffen von Sieg zu 
Sieg führte, der Friedensfürst ist nicht mehr, dessen Weisheit und 
Gerechtigkeit Europa 16 Jahre lang vor einem verwüstenden Kriege 
schirmte, der König ist nicht mehr, der als hochbetagter Greis mit 
männlicher Kraft und Geisteshoheit sein Königsamt verwaltete und 
der Frage der Zukunft Bahn und Ziel zu bereiten suchte. Eine schein⸗ 
bar unendliche, unausfüllbare Lücke gähnt vor uns auf. Einmütig 
aber, jede Parteiung von sich weisend, steht das Volk an der Bahre 
seines großen Kaisers, stolzer darf es auch in seinem Schmerz sein 
Haupt erheben; denn es fühlt sich umwittert von dem Geisteshauche 
und dem Ruhme des Gestorbenen; einmütig schart es sich um den 
Erben des Reichs und sieht getrost und gefaßt, nach dem zerschmettern— 
den Wetterschlage, der Zukunft entgegen.“ Hoffmeyer-Ruland. 
83 
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271, 
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Wohlrabe, Wilhelm. Lesebuch Für Gewerbliche Fortbildungsschulen. Leipzig: Voigtländer, 1902. Print.
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