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Für Ober-Sekunda und Prima (Prosah. 7)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN773968474
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-10405514
Title:
Geschichte Dänemarks mit steter Berücksichtigung der Herzogthümer
Shelfmark:
HD-I 28(1,1843)
Author:
Grimm, Marcus
Petersen, Johann
Place of publication:
Schleswig
Publisher:
Bruhn
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, pre-1871
Publication year:
1843
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
nach Allen's Handbuch und anderen Quellen zum Schulgebrauch bearbeitet

Chapter

Title:
Zweiter Zeitraum. Von den ersten Versuchen zur Einführung des Christenthums und der Vereinigung der kleinern Reiche zu einem Staate bis zu Waldemar des Siegers Tode, oder: vom Schlusse des 9. Jahrhunderts bis zum Jahre 1241
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
  • Für Ober-Sekunda und Prima (Prosah. 7)
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • [1-10]
  • [11-20]
  • [21-30]
  • [31-40]
  • [41-50]
  • [51-55]
  • Binder

Full text

56 
Prosahest VII 
oben bemerkt, nicht zu verallgemeinern. Es hat auch andere Kreise ge¬ 
geben, die ihren eigenen Garten bestellen. Die vornehme römische 
Literatur feiert nach ihrer goldenen Zeit in hochstrebenden, ernsten, 
kraftvollen Geistern weitere Triumphe, ein Tacitus, Sueton, Juvenal 
beweisen ihr Können. Und neben den Frommen und Bigotten stehen, 
wenn auch etwas zurückgedrängt, die Skeptiker; die Bank der Spötter 
ist nicht leer. Denen will dieses ganze gottselige, auf Märkten und 
Gassen moralisch zeternde Wesen keineswegs gefallen, und sie lachen 
laut über die Prediger und die Gemeinde, über die schimpfenden Kyniker 
mit Bocksbart und Bettelranzen, wie über den Stoiker, der vor allem 
Volke mit seinen landläufigen Beweisen der Existenz Gottes durch den epi¬ 
kureischen Gegner so gründlich abgefertigt wird. Im zweiten Jahrhundert 
n. Chr. wächst der Skeptizismus wieder; die Stoa scheint zwar in dem 
edlen Philosophenkaiser M. Aurel die höchste offizielle Weihe zu em¬ 
pfangen, aber bald danach ist es aus mit ihrer Herrlichkeit, ein neues 
Wesen kommt auf, der Neuplatonismus und das streitbar gewordene 
Christentum. 
Unsere bisherige Betrachtung hatte uns im ganzen die Atmosphäre 
kennen gelehrt, die das Christentum umgab und dieses selbst durchzieht. 
Denn so falsch es einst war, jede Lehre Christi aus der hellenischen 
Philosophie abzuleiten, so einseitig es noch bleibt, Christus zum jüdischen 
Buddha zu machen, eine Lehre, die nichts vom Geiste der Zeit be¬ 
saß, hätte niemals diesen Erfolg haben können, niemals auch so schnell 
sich hellenischem Wesen anzugleichen vermocht, um dadurch ihr Bestehen 
zu sichern. Und in dieser Hellenisierung trägt das Christentum den 
Charakter der Zeit. Sobald man es in dieser Umgebung und nichr 
nur, wie es so oft geschieht, ganz isoliert betrachtet, fallen zwei Vor¬ 
würfe, die man noch immer gegen dieses werdende Christentum erhebt, 
in sich zusammen: der Tadel gegen die Abkehr von der antiken Welt¬ 
freudigkeit und der gegen den Bildungshaß, die Kulturfeindschaft. Die 
obenstehenden Ausführungen haben gezeigt, was es mit der antiken 
Weltfrendigkeit in jenen ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung ans 
sich hatte; wie kann man vollends von dem spezifisch christlichen Bildungs¬ 
hasse reden, wo fast die ganze Zeit sich bewußt von der Wissenschaft 
abwendet, wo sogenannte Naturforscher wie Plinius u. a. erbauliche 
Betrachtungen anstellen. Als ferner neue Denkgebilde noch einmal die 
alternde Welt erfüllen, als der Neuplatonismus einsetzt und in seinem 
Gefolge die Mathematik ihre letzten Siege auf antikem Boden gewinnt, 
weist der Christ Origenes sofort seine Schüler auf die Notwendigkeit 
hin, sich mit dieser Wissenschaft zu beschäftigen. Daß das älteste 
Christentum aber unliterarisch war, daß Paulus' Briefe wirkliche Briefe 
sind, ist nur ein unvergleichlicher Vorzug der neuen Lehre innerhalb 
einer Zeit, deren Originalität so oft durch die Stilmuster verschüttet
	        

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Lorentzen, Theodor et al. Für Ober-Sekunda Und Prima. Leipzig: Dürr, 1911. Print.
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