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Die Welt im Spiegel der Nationalliteratur ([5], [Schülerbd.])

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN773968474
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-10405514
Titel:
Geschichte Dänemarks mit steter Berücksichtigung der Herzogthümer
Signatur:
HD-I 28(1,1843)
Autor*in:
Grimm, Marcus
Petersen, Johann
Erscheinungsort:
Schleswig
Verlag:
Bruhn
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1843
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
nach Allen's Handbuch und anderen Quellen zum Schulgebrauch bearbeitet

Kapitel

Titel:
Zweiter Zeitraum. Von den ersten Versuchen zur Einführung des Christenthums und der Vereinigung der kleinern Reiche zu einem Staate bis zu Waldemar des Siegers Tode, oder: vom Schlusse des 9. Jahrhunderts bis zum Jahre 1241
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Lesebuch zur Pflege nationaler Bildung
  • Die Welt im Spiegel der Nationalliteratur ([5], [Schülerbd.])
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Bilder aus der Geschichte und Sage
  • II. Bilder aus alllen Weltteilen
  • A. Aus Europa
  • B. Aus Asien und Afrika
  • C. Aus der Neuen Welt
  • D. Heimkehr ins Vaterland
  • E. Die Erde als Natur- und Weltkörper
  • III. Leben und Weben der Natur
  • IV. Leben und Streben der Menschenwelt
  • Einband

Volltext

172 
110. Das Erdbeben von Lissabon. 
Eines der schrecklichsten Ereignisse des 18. Jahrhunderts ist das 
Erdbeben, das am 1. November 1755 die Hauptstadt Portugals 
betraf. Mit jedem Reize der Natur geschmückt, erstreckte sich Lissabon 
in einer Länge von fast drei Stunden. Im Innern eng und alter¬ 
tümlich zusammengeschoben, zum Teil mit steilen Straßen hinan¬ 
steigend, war es in seinem ganzen Umfange von einer Mauer um¬ 
geben, welche durch 77 Warttürme gedeckt ward. Unter den 40 Kirchen 
der Stadt nahm die höchste Stelle die Kathedrale ein, ausgezeichnet 
durch Kühnheit des Massenbaues wie durch Pracht und Glanz der 
Zieraten. Nichts aber bot vielleicht einen malerischeren Anblick als 
der königliche Palast, der. unmittelbar am Tajo gelegen, das bunt¬ 
bewegte, großartige Treiben des Welthandels zu seinen Füßen sah. 
Denn der Hafen faßte nicht weniger als 10000 Schiffe und war so 
tief, daß die größten Dreimaster in 18 Klafter Wasser gerade vor 
dem Palaste ganz sicher ankern konnten. Zwei Forts schützten den 
Eingang. Allein die stärkste Verteidigung des Hafens blieb und 
bleibt noch heute die Sandbank, welche sich quer vor demselben er¬ 
streckt und allen Schiffern höchst gefährlich wird, die keinen erfahrenen 
Lotsen haben. 
Das war Lissabon bis auf den 1. November 1755. Früh noch 
eine der schönsten, reichsten und bevölkertsten Städte und abends ein 
Schutthaufen, ein unabsehbares Leichenfeld. Nichts verkündigte an 
diesem. verhängnisvollen Morgen die nahe Gefahr. Die Temperatur 
war warm, ohne drückend zu sein (18 Grad Reaumur), der Himmel 
wolkenlos heiter, wie fast immer in den glücklichen Kreisen des euro¬ 
päischen Südens. Kein Lüftchen regte sich. Aber 57 Minuten nach 
9 Uhr erdröhnte plötzlich in den Straßen ein tiefes, lang anhaltendes 
Donnern, ein furchtbarer Stoß folgte, und seine Schwingungen nach 
allen Richtungen kreuzend, hob und senkte er die Erde mit gewaltiger, 
wogender Bewegung, als werde sie flüssig. Es war gerade der Fest¬ 
tag Allerheiligen, und die Einwohner hatten sich zahlreich in den 
Kirchen versammelt, als das Unglück hereinbrach. Sogleich bei der 
ersten Erschütterung stürzte die Patriarchenkirche und das Haus der 
Inquisition Z zusammen. Mit ihnen stürzte der königliche Palast; er 
ward mit allen seinen Schätzen und Kostbarkeiten von der Erde ver¬ 
schlungen, während glücklicherweise die königliche Familie sich zu 
Belem, einem reichen Kloster westlich von Lissabon, befand. Das 
prächtige Jesuitenkollegium begrub unter seinen Trümmern alle darin 
befindlichen Mitglieder der Gesellschaft. Größeres Unglück und ein 
nicht zu berechnender Verlust brach in der Nähe des Zollhauses am 
Quai aus. Hier war der eigentliche Stapelplatz des Handels. Hier 
*) Inquisition, das ehemalige Glaubens- oder Ketzergericht in Spanien und 
Portugal.
	        

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Jütting, Wübbe Ulrich et al. Die Welt Im Spiegel Der Nationalliteratur. Leipzig [u.a.]: Klinkhardt, 1912. Print.
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