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Alte Geschichte (Theil 1)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN774040246
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-10492878
Title:
Friedrich Nösselt's Lehrbuch der Weltgeschichte für Bürger- und Gelehrtenschulen
Author:
Nösselt, Friedrich
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Fleischer
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, pre-1871
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
sowie zum Selbstunterricht für reifere Jünglinge ; mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte

Volume

Persistent identifier:
PPN774042141
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-10822467
Title:
Alte Geschichte
Shelfmark:
HDG-I 8(4,1859)-1
Author:
Kurts, Friedrich
Nösselt, Friedrich
Volume count:
Theil 1
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Fleischer
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, pre-1871
Publication year:
1859
Edition title:
4. Aufl., mit 4 Stahlst. durchges., sehr verm. u. erg. von Friedrich Kurts [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Erste Periode. Vom Anfange des Menschengeschlechts bis auf Kyros, 555 vor Christi Geburt
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Friedrich Nösselt's Lehrbuch der Weltgeschichte für Bürger- und Gelehrtenschulen
  • Alte Geschichte (Theil 1)
  • Binder
  • Prepage
  • Title page
  • Vorwort zur vierten Auflage. Zugleich aus den Vorreden der 3 früheren Auflagen
  • Inhalt
  • Erste Periode. Vom Anfange des Menschengeschlechts bis auf Kyros, 555 vor Christi Geburt
  • Zweite Periode. Von Kyros bis Alexander den Großen, 555 - 333
  • Dritte Periode. Von Alexander dem Großen bis zur Schlacht von Actium, 333 - 31
  • Vierte Periode. Von der Schlacht bei Actium bis zum Untergange des abendländischen Römerreichs, 31 vor Christus - 476 nach Christus
  • Binder

Full text

19 
Vierzig Jahre lang zog nun das israelitische Volk in der Wüste umher. 
Denn Gott wollte, daß erst die alten, in Aegypten verdorbenen Israeliten aus¬ 
sterben sollten, ehe das folgende Geschlecht in Kanaan einzöge. Dies Land 
hatte er ihnen verheißen; darum wird es auch das gelobte (versprochene) Land 
genannt. Als Moses an den Berg Sinai kam, offenbarte sich ihm Gott, und 
schrieb ihm die Gesetze vor, die das Volk fortan befolgen sollte. Diese Gesetz¬ 
gebung Moses hatte große Vorzüge vor der Religionsverfassung aller andern 
alten Völker, und ihre Unvollkommenheiten, deren sie auch noch viele an sich 
trug, lagen in der Beschaffenheit des israelitischen Volkes, welches für eine voll¬ 
kommenere Lehre noch nicht empfänglich war. Die Lehre: „es ist ein Gott! 
er ist der Schöpfer und Herr aller Dinge!" lag allen übrigen Geboten zum 
Grunde, und damit sein Volk sich nicht durch das Beispiel der umwohnenden 
Völker zum Götzendienst hinreißen lasse, sollte es von ihnen möglichst abge¬ 
sondert bleiben. Darum gab er ihm so viel Gebräuche, die es von den andern 
Völkern trennten; darum befahl er, die Israeliten sollten, wenn sie nach Kanaan 
kämen, alle Einwohner todt schlagen Das thaten sie nun zwar nachher nicht; 
aber die Folgen dieser Nachsicht blieben nicht aus. Die andern Völker in Ka¬ 
naan ließen die Israeliten Jahrhunderte lang nicht zur Ruhe kommen, und ver¬ 
leiteten sie oft zum Götzendienst. Moses war ein höchst weiser, achtungswerther 
Mann; nur sind seine Gesetze nachher von unverständigen Menschen oft gemiß- 
deutet worden. Gewiß glaubte er nicht, daß Gott den Genuß mancher Speisen 
ungern sähe; aber er verbot sie ihnen, damit ihnen dadurch erschwert würde, mit 
andern Völkern zusammenzuleben. Daher sind auch die Juden bis aus unsere 
Tage ein unvermischtes Volk geblieben. In derselben Absicht befahl er auch, 
daß das ganze Volk nur einen einzigen gemeinschaftlichen Tempel haben sollte; 
sonst hätten sie ja leicht mit andern Völkern opfern können. Damit sie nie ver¬ 
gäßen, daß sie nur Ein Volk wären, verordnet er: alle erwachsene Manns¬ 
personen sollten an den drei hohen Festen jährlich an dem Orte Zusammenkom¬ 
men, wo der Haupttempel stand, und gemeinschaftlich zu Gott opfern. Moses 
dachte gewiß nicht so kleinlich, daß er den jüdischen Ceremoniendienst für die 
Hauptsache bei der Gottesverehrung gehalten hätte; aber er. mußte ihn wohl 
einführen, um die Absonderung von den andern Völkern zu bewirken. Für 
seine Zeit war seine Gesetzgebung also gewiß zweckmäßig. 
Schon in der Wüste fingen die Israeliten an, an Gottes Hülfe zu ver¬ 
zweifeln, und sich zu den Götzen zu wenden, welche von den Aegyptern verehrt 
wurden. Aber Gott wollte, daß der Glaube an ihn, den Einigen, bei dem 
israelitischen Volke erhalten würde; darum ließ er immer wieder kraftvolle, gott¬ 
begeisterte Männer unter ihnen auftreten, welche den Götzendienst zerstörten 
und den Dienst des einigen Gottes wieder herstellten, der in einem tragbaren 
Tempel, der Stifts Hütte, verehrt wurde. 
Moses hatte übrigens Kanaan nicht betreten. Er starb, 120 Jahre alt, 
noch in der Wüste, und erst Josua führte das Volk in das gelobte Land 
hinein. Nach manchem Kampfe wurde es den dort wohnenden Völkern abgerungen. 
Zuerst, im 40. Jahre nach der Auswanderung, eroberte man, nachdem man die 
Midianiter, Ammoniter und Moabiter bezwungen hatte, einen für Viehweide 
fruchtbaren Strich in Gilead (östlich vom Jordan), und Moses gab ihn den 
Stämmen Rüben, Gad und dem halben Stamme Manasse. Von da 
2*
	        

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Kurts, Friedrich, and Friedrich Nösselt. Alte Geschichte. Leipzig: Fleischer, 1859. Print.
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