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Bilder aus dem westlichen Mitteldeutschland (Bd. 6)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN774644435
Titel:
Die Weltgeschichte
Autor*in:
Bumüller, Johannes (29.12.1811-13.09.1890)
Erscheinungsort:
Freiburg im Breisgau
Verlag:
Herder
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Geschichtsschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1839
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
ein Lehrbuch für Mittelschulen

Band

Persistenter Identifier:
PPN774684097
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-10359315
Titel:
Geschichte des Alterthums für Mittelschulen und zum Selbstunterricht
Signatur:
HDG-I 12(4,1857)-1/2
Autor*in:
Bumüller, Johannes
Bandzählung:
[Theil] 1
Erscheinungsort:
Freiburg im Breisgau
Verlag:
Herder
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Geschichtsschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1857
Ausgabenbezeichnung:
4., verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Erstes Buch. Das Christenthum unter den Germanen und Slaven. Der Islam erobert Asien und Afrika und bedroht das christliche Europa
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Unser deutsches Land und Volk
  • Bilder aus dem westlichen Mitteldeutschland (Bd. 6)
  • Einband
  • Deckblatt
  • Frontispiz
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Das hessische Bergland u. die Wesergebirge
  • Das Fichtelgebirge und seine Ausläufer
  • Der Harz und seine Umgebung
  • Der Thüringer Wald und die Thüringische Hochebene
  • Einleitendes. - Von Rudolstadt nach Schwarzburg
  • Von Blankenburg nach Ilmenau
  • Von der Schmücke nach dem Inselsberge. - Eisenach und die Wartburg
  • Das Thüringer Land in der Reformationszeit
  • Thüringische Residenzstädte. - Das Werrathal
  • Wanderung in den thüringischen Vorbergen
  • An der Saale
  • Umschau und Nachlese
  • Einband

Volltext

334 Eisenach und die Wartburg. 
preisen Miene macht, auf seine Seite gezogen wird. Ofterdingen steigert sich 
und sein Lob Leopolds: „er ist ein Adler, während andre Fürsten Falken sind", 
singt er und ruft dadurch auch Bieterolf in die Schranken, „sein Zorn will 
länger schweigen nicht". Ofterdingen hält ihnen wacker stand; mit dem Mute 
der Überzeugung und dem Übermute des Talents trotzt er dem Hofe, vor dem 
er singt, den Meistern, die ihm gegenüber stehen, und auch der wiederholten 
Drohung, daß Stempfel seiner warte. Das ruft denn auch Reinmar und 
Wolfram auf den Plan, die sich bisher als unparteiische Richter vom Kampfe 
fern gehalten haben. Da wird Heinrich von Ofterdingen überwunden; aber 
als man ihn ergreifen will, flüchtet er zur Landgräfin Sophie, die ihren Mantel 
um ihn schlägt und die erzürnten Gegner zu bewegen weiß, daß sie ihm die 
Berufung des Meisters Klingsohr aus Uugarland gestatten. Heinrich zieht 
darauf nach Österreich und weiter nach Ungarland. Klingsohr verheißt ihm 
Hilfe und Rettung; aber er säumt und säumt, und Heinrich bangt, die Frist 
zu verfehlen und selbst den Rächern zu verfallen. Aber Klingsohr hat Macht 
über die Geister; mit ihrer Hilfe führt er Heinrich in einer Nacht bis Eisenach. 
Andern Tags erscheinen sie am Hofe, und Klingsohr führt sich beim Landgrafen 
und der Landgräfin durch die Verkündigung ein, daß in letzter Nacht dem Könige 
von Ungarn eine Tochter geboren sei, die sich dem künftigen Landgrafen Ludwig 
vermählen und mit großer heiliger Frömmigkeit im Thüringerlande walten werde. 
Sodann wird der Sängerkrieg gleichsam in zweiter Instanz wieder aufgenommen. 
Wolfram und Klingsohr, die Meister unter den Meistern, ringen miteinander 
in dunklen Weisheitssprüchen; und weil keiner den andern überwindet, gerade 
deshalb endet der Krieg mit einem Frieden, der alle befriedigt. Alle Teil- 
nehmer trugen Lob und Ehre davon. 
Aie heilige Elisabeth. Klingsohrs Prophezeiung erfüllte sich. Die 
in jener Nacht geborne Tochter des Königs Andreas von Ungarn, Elisabeth, 
wurde schon als vierjähriges Kind die Braut des Landgrafensohnes Ludwig. 
Es war eine glänzende Gesandtschaft, welche im Namen Landgraf Hermanns 
um das Königstöchterlein warb; und der König Andreas schätzte diese Werbung 
hoch genug, um Elisabeth gleich mit den Gesandten nach der Wartburg zu ent- 
senden. Da also hat die kleine Braut die bedeutungsvollen Jahre ihrer Kind- 
heit zugebracht. Mit ihrem sieben Jahre älteren Bräutigam scheint sie ge- 
schwisterlich aufgewachsen zu sein, wenigstens liebte sie es noch als Frau ihn 
Bruder zu nennen und von ihm Schwester genannt zu werden. Freilich mag 
darin auch das Streben erkannt werden, der Ehe das Gewand christlicher Bruder- 
liebe umzuthun. Eine nahe Beziehung zu Gott trat in dem Kinde früh hervor, 
ihr Gemüt war durchtränkt mit dem Gottesgedanken, der fchon ihr Kinderspiel 
wie später das Trachten ihrer Seele und die Werke ihrer Hand regierte. So 
stand sie von Hause aus in einem gewissen Gegensatze zu dem minniglichen 
Wartburger Hofe, der, wie wir gesehen haben, auch auf dem geistigen Gebiete 
weltliche Herrlichkeit anstrebte. Von den maßgebenden Personen scheint nur 
ihr künftiger Gatte ihre Stütze gewesen zu sein, der seinerseits wieder von dem 
himmlischen Sinne des Kindes folgenreiche Anregungen empfing. Als nun im 
Jahre 1216 Landgraf Hermann starb, fürchtete man am Hofe den Untergang 
dieser freudigen Weltlichkeit, in welcher man sich so wohl gefühlt hatte.
	        

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Zitierempfehlung

Wachler, Ludwig. Dr. Ludwig Wachler’s Lehrbuch Der Geschichte Zum Gebrauche in Höheren Unterrichts-Anstalten. Breslau: Graß, Barth, 1838. Print.
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